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13.01.2015

03:26 Uhr

US-Militär gehackt

„Fortsetzung des Cyber-Dschihads“

Das auch für den Irak zuständige Zentralkommando des US-Militärs hat mehrere Social-Media-Konten. Dort griffen Hacker an und setzten Botschaften pro IS ab. Das US-Militär spricht von einem Cyber-Streich.

Der Kopf des gehackten Twitterkontos des US-Zentralkommandos (Centcom) am Montag. AFP

Der Kopf des gehackten Twitterkontos des US-Zentralkommandos (Centcom) am Montag.

WashingtonDas US-Militär ist Opfer eines Hacker-Angriffs einer pro-islamistischen Gruppe geworden. Der Twitter-Account des Central Command (Centcom) zeigte am Montag vorübergehend das Bild eines vermummten Dschihadisten und den Schriftzug „i love you isis“. Isis ist eine andere Bezeichnung für die Islamisten-Milz IS.

In mehreren Kurzbotschaften wird unter anderem im Namen Gottes die „Fortsetzung des Cyber-Dschihads durch das Cyber-Kalifat“ ausgerufen.

Eine Botschaft der Hacker, die am Montag das Twitterkonto von Centcom kurzzeitig übernommen hatten. AFP

Eine Botschaft der Hacker, die am Montag das Twitterkonto von Centcom kurzzeitig übernommen hatten.

Zudem wurden Namenslisten von US-Generälen mit der Warnung „seht euch vor“, Bilder sowie Kartenmaterial zu China und Nordkorea veröffentlicht. Auch auf der Youtube-Seite des Central Command waren kurzzeitig zwei IS-Videos zu sehen. Beide Konten wurden später gesperrt.

Das Zentralkommando hatte zuvor selbst auf Twitter über die Luftangriffe der USA und der internationalen Partner auf Stellungen des US in Syrien und Irak berichtet. Wer tatsächlich hinter den Hackerangriffen stand, blieb zunächst unklar.

In US-Militärkreisen hieß es zunächst, die über Twitter verbreiteten Bilder schienen nicht vertraulich zu sein. Auch ein Sicherheitsrisiko bestehe nicht. Allerdings sei der Vorgang peinlich, sagte zwei Insider der Nachrichtenagentur Reuters.

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Später erklärte Centcom, nach ersten Erkenntnissen seien „keine als geheim eingestuften Dokumente veröffentlicht“ worden. Außerdem seien die veröffentlichten Dokumente nicht von den eigenen Centcom-Servern genommen worden. Das Ganze sei als „Cybervandalismus“ einzustufen und habe keine „operationelle Auswirkung“. Auch Pentagon-Sprecher Steven Warren stellte klar: „Centcom ist nicht gehackt worden, Twitter ist gehackt worden.“ Der Angriff sei nicht mehr als ein Cyber-Streich.

Ähnlich äußerte sich das Weiße Haus. Es sei ein entscheidender Unterschied, ob umfangreich sensibles Datenmaterial gestohlen oder „ein Twitter-Konto gehackt“ werde, sagte Regierungssprecher Josh Earnest vor Journalisten. Das Ausmaß des Vorfalls werde gründlich ermittelt, versicherte er. Einige Dokumente trugen zwar interne Vermerke, jedoch ist das meiste Material nach Angaben von US-Vertretern online frei zugänglich.

Der IS hat in Syrien und dem Irak große Gebiete unter seine Kontrolle gebracht und ein Kalifat ausgerufen. Das Central Command ist ein Regionalkommando des US-Militärs, das für den Nahen Osten, Ost-Afrika und Zentralasien zuständig ist. Seine Truppen sind derzeit im Irak aktiv.

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