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20.11.2013

21:00 Uhr

US-Notenbank

Fed spekuliert über Drosselung der Anleihekäufe

Rund zwei Monate bleiben Ben Bernanke noch als US-Notenbankchef. Doch auch nach seinem Abschied dürfte Zeit vergehen, bis die Fed die Notenpresse drosselt - möglicherweise aber nicht mehr lange.

Fed-Chef Ben Bernanke: Andeutungen über eine baldige Drosselung der Staatsanleihenkäufe lässt die Märkte aufhorchen.. Reuters

Fed-Chef Ben Bernanke: Andeutungen über eine baldige Drosselung der Staatsanleihenkäufe lässt die Märkte aufhorchen..

WashingtonEine Drosselung der milliardenschweren Anleihekäufe der US-Notenbank ist in den kommenden Monaten möglich. „Der geldpolitische Ausschuss erwartet eine Verbesserung am Arbeitsmarkt, der eine Verminderung der Anleihekäufe in den kommenden Monaten rechtfertigt“, heißt es im am Mittwoch veröffentlichten Protokoll („Minutes“) der Sitzung vom 29. bis 30. Oktober. Im Oktober war das Anleihekaufprogramm nicht angetastet worden.

Die Federal Reserve will nach Worten ihres scheidenden Vorsitzenden Ben Bernanke „so lange wie nötig“ an ihrer ultralockeren Geldpolitik festhalten. Die Wirtschaft habe während der Rezession bereits bemerkenswerte Fortschritte gemacht, sagte Bernanke am Dienstag (Ortszeit) laut Redetext. „Wir sind noch längst nicht da, wo wir sein wollen“, so der 59-Jährige. Es könne deshalb noch einige Zeit dauern, bis der Offenmarktausschuss FOMC die Geldpolitik der Notenbank wieder in normale Bahnen lenke.

Quantitative Lockerung in den USA

Konzept

In der Finanzkrise hat die Fed die Zinsen auf 0 bis 0,25 Prozent gesenkt. Da sie damit an ihre Grenze stößt, ist sie dazu übergegangen Anleihen und Vermögenswerte zu kaufen.

Ziel

Mit dem Leitzins kann die Fed vor allem die kurzfristigen Zinsen beeinflussen. Wichtiger für Investitionen sind jedoch die langfristigen Zinsen. Durch Anleihekäufe will die Fed diese drücken.

QE I

Der damalige Fed-Chef Bernanke kündigt im März 2009 an, dass die US-Notenbank Anleihen und Wertpapiere im Volumen von einer Billion US-Dollar kauft.

QE II

Im November 2010 legt die Fed ein zweites Programm auf. Bis zum zweiten Quartal 2011 will sie für weitere 600 Milliarden US-Dollar US-Staatsanleihen kaufen.

Operation Twist

Im September 2011 entschließt sich die Fed, kurzläufige Staatsanleihen (bis drei Jahre Laufzeit) im Volumen von 400 Milliarden US-Dollar zu verkaufen. Im Gegenzug will sie das Geld in langläufige Staatsanleihen investieren.

QE III

Im September 2012 beschließt die Fed ein drittes Anleihekaufprogramm. Pro Monat will sie für 40 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen kaufen. Im Dezember 2012 erhöht sie den Wert auf 85 Milliarden US-Dollar.

Tapering

Inzwischen hat die neue Fed-Chefin Janet Yellen damit begonnen, das monatliche Volumen der Anleihekäufe herunterzufahren. Am 29. Oktober hat sie beschlossen, die Anleihekäufe auf Null zu senken..

Erst eine starke Erholung werde es der Fed ermöglichen, ihre Geldpolitik schrittweise zurückzufahren und weniger auf unkonventionelle Instrumente wie Wertpapierkäufe zu vertrauen. Derzeit kauft die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) langfristige Staatsanleihen und mit Hypotheken besicherte Wertpapiere im Wert von monatlich 85 Milliarden US-Dollar (61,7 Mrd Euro). Wenn das milliardenschwere Anleihenprogramm sich verlangsame, werde der Grund dafür sein, dass sich die Wirtschaft „ausreichend“ erholt habe, so der Ökonom. Bernanke sprach vor dem National Economists Club in Washington.

„Der FOMC erwartet immer noch, dass sich die Bedingungen am Arbeitsmarkt weiter bessern werden“, erklärte Bernanke. Bei Hinweisen auf diese Entwicklung werde die Fed das Tempo der Anleihenkäufe verlangsamen. Solange die US-Arbeitslosenquote über 6,5 Prozent liege, sei der faktische Nullzins angemessen. Die Leitzinsen liegen seit Ende 2008 auf dem Rekordtief zwischen Null und 0,25 Prozent. Die Arbeitslosigkeit beläuft sich derzeit auf 7,3 Prozent.

Kommentare (2)

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steuerhilfe.net

21.11.2013, 10:28 Uhr

Die BadBank FED wird nie drosseln und wenn nur ein wenig um später noch mehr zu erhöhen.

Diese ganze sinnlose Spekulation seit Monaten, ist schon nervend.

Alle paar tage wird der gleiche Müll geschrieben bzw. von irgendwelchen Möchtegernanalysten verbreitet.

puentkli

21.11.2013, 11:54 Uhr

Blablabla. Wenn die Fed aussteigt, lüpfts der US-Wirtschaft den Deckel und die Lichter gehen aus.

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