Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.08.2014

14:21 Uhr

US-Notenbank-Konferenz

Bühne frei Janet Yellens großen Auftritt

Die gesamte Finanzwelt schaut zurzeit nach Jackson Hole. Dort tagt die Konferenz der US-Notenbank. Investoren erwarten die Antwort auf eine einzige Frage: Wann kommt die Zinswende in den USA?

Die Chefin der US-Notenbank Janet Yellen. Sie hat den Ruf sich immer akribisch auf Reden vorzubereiten. Reuters

Die Chefin der US-Notenbank Janet Yellen. Sie hat den Ruf sich immer akribisch auf Reden vorzubereiten.

Washington/BerlinWann ist die Zeit reif für eine Zinswende? Um diese Frage kreist ab Donnerstag die hochrangig besetzte Konferenz der US-Notenbank Federal Reserve in Jackson Hole in den Rocky Mountains. Mit großer Spannung wird dabei der Auftritt von Fed-Chefin Janet Yellen erwartet, die erst seit Februar auf der Kommandobrücke der mächtigsten Zentralbank der Welt steht. Sie kann in der Berg-Idylle Wyomings der Elite der Finanzwelt ihren Kurs erläutern. Die 68-Jährige steht vor dem heiklen Manöver, nach Jahren niedriger Zinsen im Zuge der Finanzkrise wieder auf einen normalen Kurs umschwenken zu müssen. Kritiker warnen, die für Mitte 2015 angepeilte Wende komme viel zu spät. Damit schüre Yellen Inflationsgefahren und lege die Saat für neue Spekulationsblasen an den Märkten, argumentieren ihre Gegner.

Yellen wäge Risiken und Chancen ihrer geldpolitischen Strategie aber nüchtern ab, meint der Ex-Chefvolkswirt der Fed, David Stockton. Eine höhere Inflation lasse sich mit konventionellen Mitteln leichter bekämpfen als ein erneuter Konjunktureinbruch: „Das wäre kaum noch in den Griff zu bekommen.“ Um die Wirtschaft zu stabilisieren, hält die Fed seit Ende 2008 die Leitzinsen in einem Korridor nahe der Null-Linie.

Währungsbilanz 2014 - Euro verliert an Boden

Ukrainische Hrywnja

Euro/Hrywnja (lfd. Jahr): + 39,7 Prozent

Stand: 22.07.2014, Quelle; VWD

Argentinischer Peso

Euro/Argentinischer Peso (lfd. Jahr): + 23,2 Prozent

Russischer Rubel

Euro/Rubel (lfd. Jahr): + 5,3 Prozent

Chinesischer Yuan

Euro/Yuan (lfd. Jahr): + 0,9 Prozent

Polnischer Zloty

Euro/Zloty (lfd. Jahr): - 0,2 Prozent

Südafrikanischer Rand

Euro/Rand (lfd. Jahr): - 0,1 Prozent

Schweizer Franken

Euro/Franken (lfd. Jahr): - 0,5 Prozent

Kanadischer Dollar

Euro/Kan-Dollar (lfd. Jahr): - 0,7 Prozent

US-Dollar

Euro/Dollar (lfd. Jahr): - 1,7 Prozent

Mexikanischer Peso

Euro/Peso (lfd. Jahr): - 2,1 Prozent

Türkische Lira

Euro/Lira (lfd. Jahr): - 2,5 Prozent

Indische Rupie

Euro/Rupie (lfd. Jahr): - 4,1 Prozent

Britisches Pfund

Euro/Pfund (lfd. Jahr): - 4,8 Prozent

Japanischer Yen

Euro/Yen (lfd. Jahr): - 5,4 Prozent

Brasilianischer Real

Euro/Real (lfd. Jahr): - 7,5 Prozent

Australischer Dollar

Euro/Aus-Dollar (lfd. Jahr): - 7,6 Prozent

EZB-Chef Mario Draghi, der den Schlüsselzins im Juni auf das Rekordtief von 0,15 Prozent gesenkt hat, wird am Freitag zum Mittagessen vor dem honorigen Publikum aus Zentralbankern und Wissenschaftlern sprechen. Anders als in den Vereinigten Staaten ist eine geldpolitische Normalisierung in der Euro-Zone derzeit noch kein Thema. Während die Wirtschaft in den USA rund läuft und auch der Jobmarkt wieder in Gang gekommen ist, leidet die Währungsunion von Portugal bis Finnland unter Stagnation und hoher Arbeitslosigkeit.

An den Märkten wird damit gerechnet, dass die US-Notenbank Mitte 2015 und damit vor der EZB die Zinszügel anziehen wird. Ihre Geldspritzen zum Ankurbeln der Konjunktur will Yellen im Herbst auslaufen lassen. Bis dahin wird die Fed-Bilanz noch um weitere Milliarden aufgebläht. Für den Abbau der nach der Finanzkrise auf mehr als 4,5 Billionen Dollar angeschwollenen Bilanzsumme veranschlagt Yellen bis zu acht Jahre.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×