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27.11.2011

21:16 Uhr

US-Ökonom Shiller

„Der Euro muss überleben“

VonThomas Jahn

ExklusivDer Yale-Ökonom Robert Shiller ruft zu einem entschlossenen Kampf um den Euro auf. Die EZB könne mehr für die Stabilität tun, weil eine hohe Inflation nicht drohe. Auch neue Konjunkturprogramme seien notwendig.

Robert J. Shiller lehrt an der Yale University. mauritius images

Robert J. Shiller lehrt an der Yale University.

New YorkDer US-Ökonom Robert Shiller empfiehlt den Europäern im Kampf gegen die Schuldenkrise neue Konjunkturprogramme und ein stärkeres Engagement der Europäischen Zentralbank (EZB). „Der Euro ist aus ökonomischen und symbolischen Gründen eine äußerst wichtige Angelegenheit. Der Euro muss überleben“, sagte Shiller dem Handelsblatt (Montagausgabe).

Die EZB greife bereits in die Märkte ein. „Meiner Meinung nach sollte sie das mehr tun“, sagte der Wirtschaftsprofessor, der an der Universität Yale lehrt. Die Befürchtung, die EZB befeuere mit einem stärkeren Ankauf von Staatsanleihen überschuldeter Euro-Länder die Inflation, teilt Shiller nicht: „Inflation ist derzeit auch nicht annähernd ein Problem“, sagte er. Den Deutschen stecke immer noch 1923 in den Knochen. Vielen Menschen, Unternehmen und Stiftungen sei damals durch Hyperinflation alles geraubt worden, was ein traumatisches Erlebnis war. „Aber davon sind wir weit entfernt.“

Wenig Verständnis hat der US-Ökonom für den Widerstand der Bundesregierung gegen neue Konjunkturprogramme: Seiner Meinung nach sollte Bundeskanzlerin Angela Merkel „gegen ihren Urinstinkt angehen und mehr Geld ausgeben. Die in vielen Ländern beschlossenen Haushaltskürzungen seien der falsche Weg, weil sie „zu einer neuen globalen Rezession“ und „sozialen Unruhen“ führen könnten, warnte Shiller.

Dass es in den USA wie im Euro-Land Griechenland zu einem teilweisen Zahlungsausfall kommen könnte, schließt Shiller aus: Die Vereinigten Staaten verträten „in der Welt immer noch am meisten marktwirtschaftliche Prinzipien“. Ein „Zahlungsversäumnis“ wie in Griechenland werde es nicht geben: „Die nationale Identität sträubt sich dagegen.“

Kommentare (21)

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Account gelöscht!

27.11.2011, 21:26 Uhr

Jetzt geht es darum was man SOFORT machen kann um das Vertrauen der Finanzmäkte für den EURO zurück zugewinnen.

FAZIT: Man kann nichts mehr machen, der EURO stinkt wie ein vergammelter Fisch, den kauft auch keiner mehr, es sei denn, er kriegt noch Geld dazu geschenkt. Der EURO stinkt nach Sozialismus, Korruption, Betrug gegenüber den EU-Völkern ... eben nach Brüssel. Das Vertrauen ist inreparabel - in Brüssel sowie in den EURO. Basta.

Account gelöscht!

27.11.2011, 21:36 Uhr

Dass ein Amerikaner eine Lanze für den stinkenden Euro bricht, ist doch logisch: Es wäre das Beste, was den Amis passieren kann, wenn es neben dem US$ noch eine kränkere Währung gibt. Und wenn eine sozialistische europäische Schuldenunion hilft, den Abstieg der USA zu verzögern. Mehr steckt nicht dahinter!
Wenn die US-amerikanische Administration tatsächlich nachdächte, dann kämen sie schnell auf die Idee, dass ein Nordeuro die Situation deutlich entschärfen würde. Aber was sagt dann Goldman Sucks dazu?

cayman

27.11.2011, 21:59 Uhr

JaJa mr. Schiller; es geht nicht nur um Inflation; es geht auch un sinkende Sozialausgaben und sinkende Reallöhne. Die USA macht es vor; Wenn die USA in der Surprime-Krise statt der Banken den Häuserbesitzern das Geld gegeben hätte, würden heut nicht soviele Menschen auf der Straße sitzen! Das System grenzenloser Geldschöpfung muss überleben, denn damit lässt es sich für eine kleine Gruppe Menschen sehr gut leben. moral hazard gilt eben nicht bei Systemstabilisierung!

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