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26.02.2017

16:10 Uhr

US-Politik

Ex-Minister Perez soll Demokraten wieder aufrichten

Nach der verheerenden Wahlniederlage im November setzen die US-Demokraten auf einen personellen Neuanfang. Der neue Mann lieferte sich gleich einen Schlagabtausch mit US-Präsident Donald Trump.

Ex-Arbeitsminister Tom Perez: Er soll die Demokratische Partei nach der Wahlniederlage bei den Präsidentschaftswahlen wieder aufrichten. AP

Tom Perez

Ex-Arbeitsminister Tom Perez: Er soll die Demokratische Partei nach der Wahlniederlage bei den Präsidentschaftswahlen wieder aufrichten.

AtlantaEin Bürgerrechtsanwalt und früherer Arbeitsminister soll die US-Demokraten nach ihrer Wahlniederlage im November wieder in Schwung bringen. Der 55-Jährige Tom Perez, der im Vorwahlkampf für Hillary Clinton als Präsidentschaftskandidatin geworben hatte, wurde am Samstag zum neuen Parteivorsitzenden gewählt. Perez, der erste Latino auf diesem Posten, sagte dem republikanischen Präsidenten Donald Trump sofort den entschiedenen Kampf an. Die Demokraten würden dafür sorgen, dass Trump „ein Präsident mit einer Amtszeit“ werde.

Der Sohn von Immigranten aus der Dominikanischen Republik setzte sich bei der Abstimmung in Atlanta (Georgia) im zweiten Durchgang gegen den muslimischen Kongressabgeordneten Keith Ellison durch, einen engen Gefährten des bei der Vorwahl unterlegenen linken Senators Bernie Sanders. Perez gewann mit 235 zu 200 Stimmen.

Trump twitterte am Sonntag, die Wahl sei „natürlich völlig manipuliert“ gewesen. „Bernies Mann hatte wie Bernie von vornherein keine Chance. Clinton wollte Perez!“

Zuvor hatte Trump Perez ebenfalls via Twitter sarkastisch zur Wahl gratuliert. Er könne sich nicht stärker für Perez freuen - „und für die Republikanischen Partei“, schrieb Trump. „Du kannst mich Tom nennen. Und sei nicht zu glücklich. Keith Ellison und ich und die im ganzen Land vereinten Demokraten werden dein schlimmster Alptraum sein“, antwortete Perez auf dem gleichen Weg.

Er folgt Debbie Wasserman-Schultz nach, die kurz vor Clintons Nominierung als Präsidentschaftskandidatin von ihrem Posten zurückgetreten war. Grund waren nach einem Hacker-Angriff auf die Computer des Parteivorstands geleakte E-Mails, die zeigten, wie stark das Gremium im Vorwahlkampf zugunsten Clintons voreingenommen war. Wasserman-Schultz' kommissarische Nachfolgerin Donna Brazile geriet danach ebenfalls unter Druck, weil sie im Vorwahlkampf Fragen für eine TV-Debatte vorab an Clinton weitergegeben hatte und damit Sanders benachteiligt haben könnte.

Sowohl Perez als auch Ellison gelten als progressiv. Der Ex-Arbeitsminister steht jedoch der klassisch liberalen Parteilinie und dem Establishment näher als sein unterlegener Mitbewerber, für den sich auch die zu einer Ikone der Linken aufgestiegene Senatorin Elizabeth Warren stark gemacht hatte.

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