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04.12.2014

06:42 Uhr

US-Polizist bleibt nach tödlichem Einsatz straffrei

„Keine Gerechtigkeit, kein Frieden“

Ein weißer Polizist hält einen schwarzen Mann im Schwitzkasten, kurz darauf stirbt der. Doch die Jury in New York sieht keinen Grund, den Polizisten anzuklagen. Hunderte gehen in New York deswegen auf die Straße.

Wegen Freispruch eines Polizisten

Demonstranten blockieren New Yorker Berufsverkehr

Wegen Freispruch eines Polizisten : Demonstranten blockieren New Yorker Berufsverkehr

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New York/WashingtonAus Wut über eine erneut ausgebliebene Anklage im Fall eines mutmaßlich durch Polizeigewalt getöteten Schwarzen sind in New York Hunderte auf die Straßen gegangen. Sie protestierten am Mittwochabend gegen die Entscheidung einer Geschworenenjury, dass ein weißer Polizist, der den Unbewaffneten im Sommer heftig gewürgt haben soll, sich nicht wegen des anschließenden Todes des 43-Jährigen vor Gericht verantworten muss. Demonstranten skandierten: „Keine Gerechtigkeit, kein Frieden“.

Die Entscheidung folgte weniger als zwei Wochen nach einem ähnlichen Fall in der Stadt Ferguson im Bundesstaat Missouri. Dort blieb der weiße Polizist, der den schwarzen unbewaffneten Jugendlichen Michael Brown erschossen hatte, vorerst straffrei. Dies hatte in dem Vorort der Stadt St. Louis schwere Unruhen ausgelöst, auch in anderen US-Städten kam es seither mehrfach zu Protesten gegen Rassendiskriminierung und Polizeigewalt.

Gewalt gegen Schwarze in den USA

Juli 2016

Am 5. Juli wird ein 37-jähriger Afroamerikaner in Baton Rouge (Louisiana) von einem Polizisten erschossen, nachdem er zuvor zu Boden gedrückt wurde. Mehrere Zeugen halten den Vorfall auf Video fest, es kommt zu Protesten.

Juli 2016

Ein 32-Jähriger wird während einer Fahrzeugkontrolle in Minnesota von einem Polizisten in den Bauch geschossen. Die Freundin des Afroamerikaners hält den Vorfall in einem Facebook-Live-Video fest, das für einen internationalen Aufschrei sorgt.

März 2015

Tödliche Schüsse auf einen unbewaffneten jungen Schwarzen lösen in Madison (Wisconsin) Proteste aus. Angeblich schoss der Polizist in Notwehr.

April 2015

In North Charleston (South Carolina) erschießt ein Polizist einen flüchtenden, unbewaffneten Schwarzen von hinten. Der auf einem Video festgehaltene Fall sorgt international für Aufsehen.

April 2015

Ein Afroamerikaner stirbt in Baltimore (Maryland) an den Folgen einer Rückenverletzung. Er war in Polizeigewahrsam misshandelt worden. Es kommt zu schweren Krawallen.

April 2015

Ein Afroamerikaner stirbt in Baltimore (Maryland) an den Folgen einer Rückenverletzung. Er war in Polizeigewahrsam misshandelt worden. Es kommt zu schweren Krawallen.

Juli 2015

Ein Polizist erschießt in Cincinnati (Ohio) bei einer Verkehrskontrolle einen unbewaffneten Schwarzen. Sein Wagen hatte vorne kein Nummernschild.

Dezember 2015

In Chicago erschießen Polizisten eine fünffache Mutter und einen Studenten. Beide sind schwarz. Der 19-Jährige hatte seinen Vater mit einem Baseballschläger gedroht, die Nachbarin wird nach Polizeiangaben aus Versehen getroffen.

Mai 2016

Am Steuer eines gestohlenen Autos wird eine junge Afroamerikanerin in San Francisco von einer Polizeikugel tödlich getroffen. Auf Druck des Bürgermeisters nimmt der Polizeichef seinen Hut.

November 2014

Ein weißer Polizist muss wegen tödlicher Schüsse auf einen unbewaffneten schwarzen Jugendlichen in Ferguson (Missouri) vorerst nicht vor Gericht. Eine Geschworenenjury sieht keine Beweise für eine Straftat. Der Vorfall löste schwere Unruhen aus.

Juli 2010

Nach einem milden Urteil gegen einen weißen Ex-Polizisten kommt es in Kalifornien zu Ausschreitungen und Plünderungen. Der Mann hatte einen unbewaffneten Schwarzen erschossen, er wurde wegen fahrlässiger Tötung zu zwei Jahren Haft verurteilt.

November 2006

Ein unbewaffneter Schwarzer stirbt im Kugelhagel der New Yorker Polizei. Er hatte nach dem Verlassen einer Bar im Auto mit Freunden ein Zivilfahrzeug der Polizei gerammt. Im April 2008 werden drei Polizisten freigesprochen.

April 2001

Schüsse eines Polizisten auf einen unbewaffneten Schwarzen lösen schwere Rassenunruhen in Cincinnati (Ohio) aus. Die Behörden rufen den Notstand aus. Der getötete 19-Jährige war bei einer Kontrolle geflüchtet, der Polizist wurde freigesprochen.

Februar 2000

Vier Polizisten, die einen afrikanischen Einwanderer erschossen hatten, werden freigesprochen. Das Urteil der Jury aus schwarzen und weißen Schöffen ist heftig umstritten, in New York kommt es zu Ausschreitungen.

März 1991

Vier Autobahn-Polizisten schlagen den Afroamerikaner Rodney King nach einer Verfolgungsjagd zusammen. Ein Amateur-Video geht um die Welt. Der Freispruch der Männer führt in Los Angeles zu Unruhen mit Dutzenden Toten. In einem Revisionsverfahren werden zwei der Polizisten 1993 zu jeweils 30 Monaten Haft verurteilt. Außerdem erhält das Opfer eine millionenschwere Entschädigung.

Der Bezirksstaatsanwalt von Staten Island, Daniel Donovan, sagte, die sogenannte Grand Jury habe keinen zureichenden Grund gefunden, um sich für eine Anklage des Polizisten auszusprechen. Er wolle sich dafür einsetzen, dass die Einzelheiten der Jury-Prüfung öffentlich gemacht würden.

Vor dem Gebäude des Bezirksstaatsanwalts versammelten sich Demonstranten, um gegen die Entscheidung zu protestieren. Andere marschierten auch durch Straßen in Manhattan. Einige von ihnen hielten Schilder in die Höhe, auf denen stand: „Ich kriege keine Luft“. In einem Video des Vorfalls aus dem Juli soll Medienberichten zufolge zu hören sein, wie der im Schwitzkasten des Polizisten zu Boden gerissene 43-Jährige sagte, er bekomme keine Luft mehr. Der sechsfache Vater, der an Asthma erkrankt war, verstarb wenig später. Die Beamten hatten den Afroamerikaner gestoppt, weil sie vermuteten, er verkaufe illegal Zigaretten.

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