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16.07.2017

21:38 Uhr

US-Präsident

Donald Trump holt sich Sonderberater – Umfragewerte geben nach

Etwa die Hälfte der Amerikaner hat „starke Einwände“ gegen die Amtsführung des US-Präsidenten. Der wütet derweil wieder mal per Twitter gegen die Medien. Grund ist die Russlandaffäre rund um Sohn Donald Trump Junior.

Donald Trump, US-Präsident AFP; Files; Francois Guillot

Donald Trump

Der US-Präsident am Samstag auf einen Golfplatz in New Jersey.

WashingtonNach einer stürmischen Woche holt der in der Russland-Affäre schwer unter Druck geratene US-Präsident Donald Trump einen Topanwalt als Sonderberater ins Weiße Haus. Vorausgegangen waren immer neue Enthüllungen über ein Treffen von Donald Trump Jr. mit einen russischen Anwältin im Wahlkampf, von dem sich der Präsidentensohn belastende Informationen über die Rivalin seines Vaters, Hillary Clinton, versprochen hatte. Anwalt Ty Cobb, ein Washingtoner Veteran, soll nun die Antworten des Weißen Hauses in der sich ausweitenden Untersuchung von Wahlkampfkontakten des Trump-Lagers koordinieren.

Der Präsident verteidigte am Sonntag seinen Sohn erneut und setzte seine massive Kritik an den „Lügenmedien“ fort, denen er diesmal „Verzerrung der Demokratie“ vorwarf. Jay Sekulov, ein Mitglied des Anwäteteams von Trump, machte zugleich in den TV-Sonntagstalkshows die Runde und betonte, dass das Treffen von Trump Jr. im Juni 2016 mit der russischen Anwältin Natalja Veselnitskaja keinesfalls illegal gewesen sei.

Gleichwohl tauchten am Wochenende neue Fragen auf, die Zweifel daran wecken, ob der Präsidentensohn tatsächlich vollständig und wahrheitsgemäß Auskunft über die umstrittene Begegnung gegeben hat. So stellte sich heraus, dass dabei auch der russisch-amerikanische Lobbyist Rinat Achmetschin und ein Dolmetscher anwesend waren. Der Sender NBC berichtete, bei Achmetschin handele es sich um einen früheren sowjetischen Geheimdienstmitarbeiter.

Trumps Russland-Affäre: Der Sohn, der Berater und ein russischer Spion

Trumps Russland-Affäre

Der Sohn, der Berater und ein russischer Spion

An dem umstrittenen Russland-Treffen hat neben Jared Kushner und Donald Trump Jr. wohl auch ein Ex-Spion Russlands teilgenommen. Das setzt den Beraterstab des US-Präsidenten weiter unter Druck.

Trump Jr. hatte nach dem Bekanntwerden des Treffens durch einen Zeitungsbericht lediglich von vier Teilnehmern berichtet - neben ihm und der Anwältin der damalige Wahlkampfmanager Paul Manafort und Trumps Berater und Schwiegersohn Jared Kushner. Der Sender CNN berichtete unter Berufung auf informierte Kreise sogar noch von zwei weiteren Anwesenden, ohne jedoch Namen zu nennen.

Die „Washington Post“ enthüllte, dass das Wahlkampfkomitee von Präsident Trump der Kanzlei eines Anwalts, der Donald Jr. vertritt, schon am 27. Juni 50.000 Dollar zahlte. Das war mehrere Tage bevor ein Bericht der „New York Times“ den Präsidentensohn zwang, das Treffen öffentlich zu bestätigen und bekannt wurde, dass er einen Anwalt in der Russland-Affäre angeheuert hat.

Trumps Zorn darüber, dass er diese Sache einfach nicht abschütteln kann, zeigte sich in einer neuen Serie von Tweets. „Hillary Clinton kann illegal die Fragen für die Debatte bekommen und 33.000 E-Mails löschen, aber mein Sohn Don wird von den Fake News Media (Lügenmedien) verachtet?“, schrieb der Republikaner am Sonntag, als die meisten Amerikaner noch schliefen.

Trump bezog sich dabei darauf, dass die damalige Interimsvorsitzende der Demokraten, Donna Brazile, Clinton vor einer TV-Debatte im Vorwahlkampf vorab über zwei Fragen informiert hatte. Außerdem spielt Trump auf die E-Mail-Affäre um Clinton an: Die Demokratin hatte in ihrer Zeit als Außenministerin dienstliche Kommunikationen über einen privaten Server laufen lassen und dann Zehntausende Mails gelöscht.

Trump twitterte weiter: „Mit all ihren erfundenen ungenannten Quellen & höchst einseitiger und sogar betrügerischer Berichterstattung VERZERRT #Fake Media DEMOKRATIE in unserem Land!“

Hintergrund der ganzen Affäre sind geheimdienstliche Erkenntnisse, nach denen Russland unter anderem durch Hacking versucht hat, die Wahl zugunsten von Trump zu beeinflussen. In diesem Zusammenhang untersuchen die Bundespolizei FBI und mehrere Kongressausschüsse, ob es dabei eine Zusammenarbeit mit Mitgliedern von Trumps Wahlkampf-Team gegeben hat.

In der Bevölkerung hat der Präsident unterdessen an Zustimmung verloren. Nach einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage der „Washington Post“ und des Senders ABC stimmen nur 36 Prozent seiner Amtsführung zu, während es im April 42 Prozent waren.

Umgekehrt stieg die Quote der Amerikaner, die den Kurs des republikanischen Präsidenten ablehnen, auf 58 Prozent. Und fast die Hälfte – 48 Prozent – gab an, dass sie „starke“ Einwände gegen Trumps Amtsführung habe und dass die US-Führungsrolle in der Welt seit seiner Vereidigung am 20. Januar schwächer geworden sei.

Solche niedrigen Werte haben die Demokraten Barack Obama und Bill Clinton der „Washington Post“ zufolge während ihrer Amtszeit nie aufgewiesen, lediglich der Republikaner George W. Bush habe in seiner zweiten Amtszeit in „WP“/ABC-Umfragen derart schlecht abgeschnitten.

Die Ergebnisse der Erhebung deuten nach Angaben der Zeitung auf verschiedene Ursachen für Trumps mangelnde Beliebtheit hin. So sei etwa die derzeitige Zustimmung zu Obamas Gesundheitsreform („Obamacare“) doppelt so hoch wie die zu republikanischen Plänen für ein neues System. Am stärksten schneidet Trump der Umfrage zufolge bei der Wirtschaft ab: Da geben ihm 43 Prozent gute Noten, 41 Prozent schlechte. Befragt wurden 1000 Amerikaner zwischen dem 10. und 13. Juli.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Wüst

17.07.2017, 08:56 Uhr

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch der bornierteste US-Amerikaner mit Wohnsitz mit mittleren Westen diesen Typen durchschaut hat und abhakt.

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