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15.03.2017

06:41 Uhr

US-Präsident Donald Trump

Trumps Steuererklärung für 2005 veröffentlicht – Brisanz im Detail

VonAxel Postinett

Eine Steuererklärung Donald Trumps rückt den US-Präsidenten auf den ersten Blick in gutes Licht. Journalisten ist ein Teil des Dokuments zugespielt worden. Das Weiße Haus bestätigt die Daten – sieht aber Rechte verletzt.

NYT-Journalist Johnston hat Steuerunterlagen von US-Präsident Trump mit der Post bekommen und sie veröffentlicht. AP

Donald Trump

NYT-Journalist Johnston hat Steuerunterlagen von US-Präsident Trump mit der Post bekommen und sie veröffentlicht.

San FranciscoBislang hat sich Donald Trump allen Forderungen erfolgreich widersetzt, sein Einkommen offenzulegen. Nun präsentierte der amerikanische TV-Sender MSNBC eine Steuererklärung des amtierenden US-Präsidenten.

Die Dokumente, die David Cay Johnston, einem früheren Journalisten der „New York Times“ (NYT), zugespielt wurden, wurden in der Nacht auf Mittwoch von der TV-Journalistin Rachel Maddow vorgestellt. Demnach hat Trump 2005 rund 150 Millionen Dollar verdient und rund 38 Millionen Dollar an Einkommensteuern bezahlt.

Noch vor der Ausstrahlung der Sendung reagierte das Weiße Haus und bestätigte die Echtheit der Dokumente. Gleichzeitig kam von dort die Behauptung, die Veröffentlichung der Steuererklärung durch Medien sei illegal. MSNBC-Journalistin Maddow betonte in ihrer Show jedoch, die Veröffentlichung sei durch die Verfassung gedeckt.

Was Trump sich leisten konnte, ohne zu stürzen

Sexistische Aussagen

Trump fällt seit Jahren mit frauenverachtenden Sprüchen auf wie „dicke Schweine“ oder „Schlampen“. Eine Miss Universe verunglimpfte er als „Miss Piggy“, die ordentlich Gewicht zugelegt habe. Nach kritischen Fragen der Fox-News-Moderatorin Megyn Kelly deutete Trump an, sie habe Menstruationsprobleme gehabt.

Der Video-Skandal

In einem Video aus dem Jahr 2005 ist zu hören, wie Trump vulgär über Frauen herzieht. Nur wenige Monate nach seiner Hochzeit mit Ehefrau Melania brüstet er sich mit sexuellen Übergriffen.

Verbal-Angriff auf Familie eines toten Soldaten

Trumps Hetze gegen andere Ethnien scheint kaum Grenzen zu kennen. Ende Juli legte er sich mit den pakistanstämmigen Eltern eines gefallenen muslimischen US-Soldaten an.

Unklarheiten um Steuererklärung

Seit Monaten weigert sich Trump, seine Steuererklärung zu veröffentlichen, obwohl das bei Präsidentschaftskandidaten überparteilicher Usus ist. Auch Hillary Clinton legte ihre Daten offen. Die „New York Times“ berichtete, dass der Geschäftsmann Trump 1995 einen Verlust von 916 Millionen US-Dollar (824 Mio. Euro) ausgewiesen habe. Steuerexperten kamen daraufhin zu dem Schluss, dass Trump auf diese Weise über zwei Jahrzehnte keine Steuern abführen musste.

Drohungen mit Waffengewalt

Mit einer zweideutigen Aussage, die sich als Aufruf zur Gewalt gegen seine Rivalin Hillary Clinton verstehen lässt, löste Trump einen Sturm der Entrüstung aus. Bei einem Wahlkampfauftritt deutete er an, dass nur Waffenfreunde Clinton aufhalten könnten.

Was Trump sich noch leistete

Trump verwechselt 9/11 mit 7/11 - Trump macht Anspielung auf die Größe seines Penis - Trump behauptet seit längerem, US-Präsident Barack Obama sei nicht in den USA zur Welt gekommen, sondern in Kenia.

NYT-Journalist Johnston gab an, er habe die Unterlagen mit der Post bekommen und es sei nicht illegal sie zu veröffentlichen, solange man die Dokumente nicht gestohlen oder über Bestechung erlangt habe. Indirekt legte er sogar nahe, Donald Trump oder jemand aus seinem Team könnte die Unterlagen an die Öffentlichkeit gebracht haben.

Immerhin zeigen sie einen Steuersatz von gut 25 Prozent. Das ist mehr als zum Beispiel beim vorherigen republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney. Der bezahlte mit 13,9 Prozent weniger Steuern. So gesehen steht Trump in der öffentlichen Meinung nun gut dar.

Doch das ist nur zweitrangig. Die Brisanz der Zahlen liegt ohnehin im Detail. So hätte Trump, nachdem er Abschreibungen von über 100 Millionen Dollar geltend gemacht hatte, eigentlich nur 5,3 Millionen Dollar Einkommensteuer oder 3,5 Prozent bezahlen müssen. Erst die sogenannte „alternative Minimumsteuer“ fügte noch einmal 31 Millionen Dollar hinzu.

Kommentare (6)

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15.03.2017, 08:57 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Reiner Blumenhagen

15.03.2017, 09:03 Uhr

Komisch, das einzige Kleinkind, dass sich wie abgerichtet jedes Mal strampelnd auf den Boden wirft, sind doch Sie, Herr "Hofmann"...
Mal ein Rat: wenn Sie arbeitssuchend sind, wird das ev. eher was, wenn Sie mal an Ihrer schriftlichen Darstellung - z.b. Rechtschreibung, Zeichensetzung, Ausdrucksweise - arbeiten würden.

Account gelöscht!

15.03.2017, 09:14 Uhr

@Reiner Blumenhagen
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