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13.04.2012

19:22 Uhr

US-Präsident

Obama bliebe von Millionärssteuer verschont

Der Wahlkampf von US-Präsident Obama dreht sich derzeit um Pläne für eine Reichensteuer. Seine online gestellte Steuererklärung belegt nun: Er selbst müsste sie nicht zahlen. Die Opposition läuft gegen die Steuer Sturm.

Für die geplante Reichensteuer zu „arm“: US-Präsident Barack Obama. dapd

Für die geplante Reichensteuer zu „arm“: US-Präsident Barack Obama.

WashingtonVor seiner geplanten Millionärssteuer müsste sich US-Präsident Barack Obama selbst nicht fürchten. Der mächtigste Mann der Welt und seine Ehefrau verdienten 2011 exakt 789.647 Dollar (599.716 Euro), wie aus der Freitag veröffentlichten Steuererklärung der Obamas hervorgeht. Etwa die Hälfte davon habe die „First Family“ mit Buchhonoraren eingenommen. Gut 160.000 Dollar, also etwas mehr als 20 Prozent des Einkommens, hätten sie an den US-Fiskus abgeführt. Dazu gingen knapp 32.000 ans Finanzamt ihres Heimatstaates Illinois.

Der Präsident macht sich im Kampf für seine Wiederwahl im November für einen Mindeststeuersatz von 30 Prozent stark, den alle mit einem Einkommen von mehr als einer Million Dollar zahlen sollen. Diese Steuerpläne bezeichnete er als „Buffett-Regel“, benannt nach dem Milliardär Warren Buffett. Der hatte beklagt, dass er wegen der steuerlichen Bevorzugung von Finanzinvestitionen einen geringeren Steuersatz zahle als Normalverdiener wie etwa seine Sekretärin.

Die oppositionellen Republikaner, für die wahrscheinlich der Multimillionär Mitt Romney gegen Obama antritt, lehnen die Pläne rundweg ab und bezeichnen sie als „Klassenkampf“. Romney verdiente nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr 21 Millionen und zahlte darauf rund 14 Prozent Steuern. 2010 hatten die Obamas noch mehr als 1,7 Millionen Dollar verdient und etwa ein Viertel davon an den Staat abgeführt.

Neben Buffett hat Obama für sein Vorhaben weitere Unterstützer aus der Riege der Superreichen. Der US-Milliardär und Investor George Soros bezeichnet es als richtig, Großverdiener besonders stark zur Kasse zu bitten. „Die Reichen zahlen zu wenig Steuern, ich zahle auch zu wenig. In den USA läuft es sehr ungerecht“, sagte er in einem Interview der „Süddeutschen Zeitung“. „Aber in meiner Einkommensklasse befinde ich mich mit dieser Meinung in einer kleinen Minderheit“, räumte Soros ein.

Obama würde aber am liebsten nicht nur Millionäre, sondern auch Großverdiener mit einem Einkommen von mehr als 250.000 Dollar stärker zur Kasse bitten. Dazu will er von seinem Vorgänger George W. Bush eingeführte, zeitlich befristete Vergünstigungen auslaufen lassen. Dann würde auch sein eigener Steuersatz steigen, stellte das Weiße Haus am Freitag klar. Die Erklärung der Präsidentenfamilie zeigte auch, dass sie gut 170.000 Dollar an gemeinnützige Einrichtungen spendeten.

Von

dpa

Kommentare (6)

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THHL

13.04.2012, 19:46 Uhr

Den threshold hat unser kleiner, schwarzer Kommunist gut gesetzt.

RobertSchumansErben

13.04.2012, 20:35 Uhr

Natürlich wäre nach dem, was Sie THHL hier ablassen, ein großer Weißer Diktator natürlich herzlichst willkommen. Könnte auch in umgekehrter Folge auf Deutschland umgesetzt werden. Ich glaube hier denkt man gleichermaßen in Schablonen nach den allfälligen Vorlagen einer ganzen Kaste von "lupenreinen" Demokraten. Oder?

Account gelöscht!

13.04.2012, 20:58 Uhr

Das sich der normale "provinzielle" Republikanerwähler nicht "verscheißert" vorkommt, spricht nicht gerade für seine Intelligenz. Da rechnen einige superreiche Milliardäre bzw. Einkommensmillionäre sogar öffentlich vor, das sie zu stark begünstigt werden im Verhältnis z. B. zu Krankenschwestern und werden dafür dann auch noch von ideologisch verblendeten und wirtschaftlich armen Tea-Party-Anhängern als Kommunisten beschimpft. US-Amerika ist schon krass bizarr !

Demnächst werden die Schafe auf den Schäfer stinksauer sein, wenn er nicht jedes Jahr knapp die Hälfte oder wenigstens ein Drittel von der Herde zum Schlachter schickt. BÖÖÖÖÖÖÖHHHHH!

Naja, erinnert mich auch ein bischen an CDU/CSU Wähler.

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