Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.01.2017

00:35 Uhr

US-Präsident

Trump droht deutschen Autobauern mit Strafzöllen

Deutsche Autobauer werden es mit Donald Trump als US-Präsident schwer haben. Im Interview von „Bild“ und „Times“ zog er noch einmal alle Register. Kritik an der Politik von Kanzlerin Merkel blieb nicht aus.

Der kommende US-Präsident droht deutschen Autobauern – allen voran BMW. Daniel Biskup/BILD/dpa

Donald Trump im „Bild“-Interview

Der kommende US-Präsident droht deutschen Autobauern – allen voran BMW.

WashingtonDer künftige US-Präsident Donald Trump droht nun auch deutschen Autoherstellern mit hohen Strafzöllen, sollten sie Fahrzeuge für den US-Markt in Mexiko bauen. „Sie können Autos für die USA bauen, aber sie werden für jedes Auto, das in die USA kommt, 35 Prozent Steuern zahlen“, sagte Trump der „Bild“ (Montag-Ausgabe). „Was ich damit sage, ist, dass sie ihre Fabrik in den USA bauen müssen - es wird für sie viel besser sein und für unsere Bemühungen.“

Auf die Frage nach Plänen von BMW, 2019 eine Fabrik in Mexiko zu eröffnen, sagte Trump: „Sie sollen nicht ihre Zeit und ihr Geld verschwenden - es sei denn sie wollen in andere Länder exportieren. (...) Ich würde BMW sagen, wenn sie eine Fabrik in Mexiko bauen und Autos in die USA verkaufen wollen ohne eine 35-Prozent-Steuer, dann können sie das vergessen.“

Trumps Wirtschaftspolitik: Unternehmen fürchten den Unberechenbaren

Trumps Wirtschaftspolitik

Premium Unternehmen fürchten den Unberechenbaren

Die Wirtschaftspolitik von Trump bleibt unklar. In Unternehmen herrscht Verunsicherung und Frustration. Nur wenige Manager hoffen auf Reformen. Wie groß der Einfluss des Präsidenten ist, zeigt das Beispiel Pharmabranche.

Eine Sprecherin von BMW sagte zu den Trump-Ankündigungen auf Reuters-Anfrage, BMW beschäftige direkt und indirekt rund 70.000 Menschen in den USA. Das Unternehmen habe im vergangenen Jahr im US-Werk Spartanburg rund 411.000 Fahrzeuge der X-Modelle gebaut.

Damit sei es das größte BMW-Werk weltweit. 70 Prozent der X-Modelle aus Spartanburg seien aus den USA ausgeführt worden, womit BMW zu den führenden Exporteuren der USA gehöre. Ab 2019 sei in San Luis Potosi in Mexiko der Bau der „3er“-Serie von BMW geplant.

Trump warf den deutschen Autobauern zudem unfaires Verhalten vor. So stehe in manchen Straßen der USA vor jedem Haus ein Mercedes Benz. Das beruhe aber nicht auf Gegenseitigkeit. „Wie viele Chevrolets sehen Sie in Deutschland? Nicht allzu viele, vielleicht gar keine, man sieht dort drüben gar nichts, es ist eine Einbahnstraße.“

Donald Trump

Große Generalprobe – So soll die Amtseinführung des US-Präsidenten aussehen

Donald Trump: Proben für den großen Tag – Armeeoffizier als Trump-Double

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Er sei zwar für Freihandel, aber nicht um jeden Preis, „Ich liebe den Freihandel, aber es muss ein kluger Handel sein, damit ich ihn fair nenne.“ Die USA hätten ein Außenhandelsdefizit von mehr als 800 Milliarden Dollar pro Jahr. „Das wird aufhören.“

Trump hatte zuletzt auch dem japanischen Autobauer Toyota und dem US-Konzern General Motors mit hohen Strafzöllen gedroht, sollten sie Autos für den US-Markt in Mexiko bauen. Zudem strich der US-Konzern Ford nach der Kritik von Trump eine geplante Milliardeninvestition in Mexiko und investiert stattdessen 700 Millionen Dollar in ein US-Werk.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×