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23.07.2017

13:27 Uhr

US-Präsident

Trump irritiert mit Tweet über Begnadigung

Während die Ermittlungen zur Russland-Affäre auf das Umfeld von Donald Trump ausgeweitet werden, hat der US-Präsident das Thema Begnadigung ins Spiel gebracht. Auch der Justizminister gerät immer stärker unter Druck.

Der US-Präsident irritiert einmal mehr mit einem Tweet. AFP; Files; Francois Guillot

Donald Trump

Der US-Präsident irritiert einmal mehr mit einem Tweet.

WashingtonInmitten der sich ausweitenden Affäre um eine Einmischung Russlands in den Wahlkampf zu seinen Gunsten hat US-Präsident Donald Trump mit der Betonung seines Rechts auf Begnadigungen Irritationen ausgelöst. Alle seien sich einig, dass der US-Präsident die vollständige Macht zu Begnadigungen habe, schrieb Trump am Samstag im Kurznachrichtendienst Twitter und fügte hinzu: „Warum darüber nachdenken, wenn das einzige Verbrechen bislang durchgesickerte Informationen gegen uns sind. FAKE NEWS“.

Der Tweet kommt in einer Zeit wachsenden Drucks auf Trumps engstes Umfeld. So soll der russische Botschafter nach Moskau gemeldet haben, er habe mit dem heutigen Justizminister Jeff Sessions 2016 für Russland wichtige Wahlkampf-Themen besprochen. Dies hat Sessions bislang stets bestritten. Auch die parlamentarischen Untersuchungen in der Russland-Affäre gewinnen an Fahrt. In dieser Woche wollen mehrere Ausschüsse Trumps Sohn Donald Jr., seinen Schwiegersohn und engen Berater Jared Kushner und Ex-Wahlkampfmanager Paul Manafort anhören.

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Trump reagierte mit seinem Begnadigungs-Tweet auf einen Bericht der „Washington Post“. Das Blatt hatte unter Berufung auf Insider berichtet, der Präsident habe sich in Zusammenhang mit den Russland-Untersuchungen über seine Befugnisse unterrichten lassen, Mitarbeiter, Familienmitglieder und sogar sich selbst zu begnadigen.

Mehrere Kongress-Ausschüsse untersuchen, ob Trumps Wahlkampfteam mit russischen Stellen zusammengearbeitet hat, um sich Vorteile gegen die demokratische Kandidatin Hillary Clinton zu verschaffen. Die US-Geheimdienste sind überzeugt, dass die Regierung in Moskau sich zugunsten Trumps in den Wahlkampf eingemischt hat. Die bislang konkretesten Hinweise auf Verbindungen des Trump-Umfelds zu Russland lieferten kürzlich veröffentlichte E-Mails von Trumps Sohn Donald Trump Jr. Daraus geht hervor, dass er begeistert auf die Aussicht reagierte, von einer russischen Anwältin negative Informationen über Clinton zu erhalten.


Die Anwältin Natalia Weselnitskaja hatte nach Reuters vorliegenden Gerichtsdokumenten auch den russischen Geheimdienst FSB vor Gericht vertreten. Bei dem Treffen mit ihr im Trump Tower waren auch Kushner und Manafort anwesend. Der Justizausschuss des Senats will Trump Jr. und Manafort am Mittwoch in der Angelegenheit vernehmen. Der Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses will am Dienstag zudem Kushner befragen.

Kommentare (4)

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Herr Tomas Maidan

24.07.2017, 09:06 Uhr

Interessant wird, wie Russland diese Strategie im deutschen Wahlkampf einsetzen wird. Bisher funktioniert das ständige Lügen und Dementieren ja relativ gut. Und Merkel ist bei den Rechten noch weitaus verhasster als Clinton. Und wenn man sich ansieht, mit welcher Eile die hiesigen AfD-Größen nach Moskau geeilt sind, kann man sich auf Schlimmes gefasst machen.

Die Trump- und Putin-Bejubler, die Foren wie dieses beständig mit Propaganda vollmüllen, sind ein weiteres Anzeichen für den Aufzug von Big-Bullshit total. Vereinigte Staaten von Absurdistan.

Herr Kuno van Oyten

24.07.2017, 09:15 Uhr

@ Herr Tomas Maidan - 24.07.2017, 09:06 Uhr , Da gebe ich ihnen absolut Recht. Was hier an Dummheit und Polemik geboten wird ist schon schlimm. Und genau deshalb müssen solche Kommentare immer wieder bloßgestellt werden um dieses Klientel zu entlarven.

Herr Hans Klahrin

24.07.2017, 09:41 Uhr

Ja, leider kann man im Netz schon hier und da den Eindruck bekommen, es gäbe eine gewisse Mehrheitsmeinung. Das war auch ein Grund, warum ich begann zu kommentieren.
Allerdings glaube ich einerseits, dass es nicht viele politische Größen gibt aktuell, die sich auf Russalnd aktiv einlassen würden und auch letztlich Siegchancen hätten. Und unsere Gesellschaft ist in Summe wohl noch nicht so digital und in der Masse beeinflussbar, wie es vllt. die Amerikaner sind. Doch die Zeit läuft definitiv für die Hacker und Faker... Kann mir nicht vorstellen, dass da China so ganz untätig rumsitzt. Auch wenn Russland hier absolut im Fokus ist. Und die Amerikaner selbst sind ja auch keine Waisenknaben.

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