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14.08.2011

10:23 Uhr

US-Präsidentschaft

Tea-Party-Kandidatin Bachmann gewinnt Testwahl in Iowa

Das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner nimmt weiter an Spannung zu: In Iowa haben sich potenzielle Obama-Herausforderer 2012 einer Testabstimmung gestellt, die mit einem Erfolg für die Tea-Party-Kandidatin Michele Bachmann endete. Aber die wirkliche Musik spielt woanders.

Die republikanische Präsidentschaftskandidatin Michele Bachmann, Kongressabgeordnete aus Minnesota, winkt nach ihrer Rede in Ames/Iowa ihren Anhängern zu. Quelle: Reuters

Die republikanische Präsidentschaftskandidatin Michele Bachmann, Kongressabgeordnete aus Minnesota, winkt nach ihrer Rede in Ames/Iowa ihren Anhängern zu.

AmesDie Kongressabgeordnete Michele Bachmann hat die Probeabstimmung der Republikanischen Partei im US-Staat Iowa gewonnen. Von den abgegebenen 17.000 Stimmen bei der traditionellen volksfestartigen „Straw Poll“ entfielen 28 Prozent auf die Favoritin der Tea-Party-Bewegung. Mit knappem Abstand folgte der Abgeordnete Ron Paul aus Texas, während der frühere Gouverneur von Minnesota, Tim Pawlenty, mit deutlichem Abstand auf Platz drei verwiesen wurde.

„Dies ist der erste Schritt, das Weiße Haus zurückzugewinnen“, sagte die radikalkonservative Kongressabgeordnete aus Minnesota, Bachmann, nach ihrem Sieg. Die Abstimmung gab einen ersten Hinweis darauf, wen sich die Anhänger der Republikaner als Präsidentschaftskandidat ihrer Partei wünschen.

Der frühere Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, der bislang als Favorit für die Vorwahlen der Republikaner gehandelt wird, holte nur gut 560 Stimmen. Er hatte in Iowa aber auch wenig Wahlkampf gemacht und sich stattdessen auf andere Bundesstaaten konzentriert. Der Ex-Gouverneur von Utah und frühere US-Botschafter in China, Jon Huntsman, der ebenfalls als aussichtsreicher Bewerber gilt, bekam sogar nur magere 69 Stimmen. Beide hatten bereits im Vorfeld erklärt, sie wollten sich nicht aktiv beteiligen. Insgesamt standen in Iowa neun Kandidaten auf den Abstimmungszetteln.

Bachmann hatte sich bereits in zwei vorausgegangenen Fernseh-Wahldebatten überraschend gut behauptet. Allerdings hat ihr Sieg nur begrenzte Aussagekraft. Der Gewinner hat bisher in den seltensten Fällen die Präsidentschaftskandidatur oder gar den Einzug ins Weiße Haus geschafft. Aber der Spitzenplatz sichert in der Regel zumindest ein längeres Verbleiben im Rennen. Für deutliche Verlierer dagegen läutet das Votum häufig den Anfang vom Ende im parteiinternen Wettbewerb ein.

Zuvor hatte der Gouverneur des US-Staates Texas, Rick Perry, seine Bewerbung um die Nominierung der Republikanischen Partei offiziell bekannt geben und mit dieser Ankündigung die Testwahl in Iowa ein wenig in den Schatten gestellt. „Ich kandidiere um das Präsidentenamt und ich glaube, ich werde gewinnen“, sagte der streng konservative 61-Jährige, der seinen Posten Ende, 2000 von George W. Bush übernommen hatte, während einer Telefonkonferenz mit republikanischen Parteianhängern im US-Staat South Carolina. Perry holte in Iowa fast 720 Stimmen - obwohl sein Name gar nicht auf den Wahlzetteln gestanden hatte.

Kommentare (9)

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Moika

14.08.2011, 11:13 Uhr

Dann soll Perry doch bitte schön sagen, wie er die Arbeitslosen wieder an die Arbeit bringen will - mit der Peitsche vielleicht?

Wie will er über Jahrzehnte herunter gekommene Strukturen über Nacht verändern? Wo Arbeitsplätze herholen, wenn über 40% der produzierenden amerikanischen Betriebe vollkommen veraltet und einfach nicht mehr wettbewerbsfähig sind? Oder will er vielleicht die nach China oder in den sonstigen Osten Asiens abgewanderten Industrien wie das Textilgewerbe zurückholen? Und wenn ja - zu welchen Löhnen sollen die Amerikaner dann Arbeiten, damit ihre Produkte auch in den USA konkurrenzfähig sind?

Diese Liste läßt sich beliebig weiter führen. Bevor Perry und andere nicht die Hosen runter lassen, was sie wie und mit welchen Mitteln in welchen Zeiträumen verändern und verbessern wollen, bleibt das alles hohles Geschwätz, mehr nicht.

heinrich

14.08.2011, 11:19 Uhr

Ich denke, Michele Bachman hätte gute Chancen bei der Wahl im nächsten Jahr. Lehnen doch viele Amerikaner (die meisten die ich kenne) Obamas Politik ab.
Schade, daß wir in Deutschland nicht mal einen Republikaner als Kanzlerkandidaten haben.

Unternehmensberater

14.08.2011, 11:24 Uhr

und, was ist daran überraschend? in Iowa sind die Kühe schlauer als Bauern ...

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