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04.01.2012

09:23 Uhr

US-Präsidentschaftskür

Wahlkampf in der Turnhalle

VonNils Rüdel

Die erste wichtige Vorwahl auf dem Weg zum Spitzenkandidaten der Republikaner hat Mitt Romney knapp gewonnen. Doch noch ist der Abstimmungsmarathon nicht entschieden. Innenansicht eines merkwürdigen Wahlkampfes.

Mitt Romney begrüßt seine Unterstützer mit Handschlag - er wird sie noch eine ganze Weile brauchen. dapd

Mitt Romney begrüßt seine Unterstützer mit Handschlag - er wird sie noch eine ganze Weile brauchen.

Clive/Des MoinesJim Bob Duggar ist so etwas wie der lebende Traum eines christlich-konservativen Republikaners. Der 46-Jährige ist gegen Abtreibung, Schwulenehe und Steuern. Mit seiner Frau Michelle hat er 19 Kinder, was ihm eine eigene Reality-TV-Serie eingebracht hat, und seine Helfer verteilen Grußkarten mit lächelnder Familie samt Musikinstrumenten. Auf der Rückseite stehen Sätze wie „Gott liebt Dich“ und „Du bist ein Sünder“.

An diesem Wahlabend steht Duggar, blaues Hemd, die schwarzen Haare streng zur Seite gekämmt, in der Turnhalle einer Grundschule in Clive, Iowa, und sagt: „Ich unterstütze Rick Santorum. Weil er für traditionelle Familienwerte stehe und sich nicht verbiegen lasse, solle der Ex-Abgeordnete aus Pennsylvania der nächste Präsident der USA werden. „Er ist mein Mann“, predigt Duggar.

Der Terminkalender der US-Vorwahlen

3. Januar

Iowa (caucus)

10. Januar

New Hampshire (primary)

21. Januar

South Carolina (primary)

31. Januar

Florida (primary)

4. Februar

Nevada (caucus)

4. bis 11. Februar

Maine (caucus)

7. Februar

Colorado (caucus)
Minnesota (caucus)
Missouri (primary)

28. Februar

Arizona (primary)
Michigan (primary)

3. März

Washington (caucus)

6. März (Super Tuesday)

Alaska (caucus)
Georgia (primary)
Idaho (caucus)
Massachusetts (primary)
North Dakota (caucus)
Ohio (primary)
Oklahoma (primary)
Tennessee (primary)
Vermont (primary)
Virginia (primary)

6. bis 10. März

Wyoming (caucus)

10. März

Kansas (caucus)
U.S. Virgin Islands (caucus)

13. März

Alabama (primary)
Hawaii (caucus)
Mississippi (primary)

17. März

Missouri (GOP caucus)

20. März

Illinois (primary)

24. März

Louisiana (primary)

3. April

District of Columbia (primary)

Maryland (primary)
Wisconsin (primary)
Texas (primary)

24. April

Connecticut (primary)
Delaware (primary)
New York (primary)
Pennsylvania (primary)
Rhode Island (primary)

8. Mai

Indiana (primary)
North Carolina (primary)
West Virginia (primary)

15. Mai

Nebraska (primary)
Oregon (primary)

22. Mai

Arkansas (primary)
Kentucky (primary)

5. Juni

California (primary)
Montana (primary)
New Jersey (primary)
New Mexico (primary)
South Dakota (primary)

26. Juni

Utah (primary)

Doch am Ende hat all das Predigen, haben all die Mantras für den eigenen Kandidaten nichts genützt: Der Ex-Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, hat die ersten Vorwahlen für die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner im Bundesstaat Iowa hauchdünn gewonnen. Nach Parteiangaben vom frühen Mittwochmorgen lag Romney mit 30.015 Stimmen vor dem christlich-konservativen Ex-Senator Rick Santorum, der auf 30.007 Stimmen kam. Auf dem dritten Platz landete der texanische Abgeordnete Ron Paul.

Die Vorwahl in Iowa kann Karrieren befördern oder vernichten. Wer es hier schafft, hat gute Chancen auf das ganz große Los. An Bob Duggar hat es nicht gelegen, dass Santorum nicht gewonnen hat. Vor ihm auf dem Hallenboden hocken gut 500 republikanische Wähler aus der Nachbarschaft, versammelt zu einem merkwürdig altmodischen Abstimmungsverfahren, genannt Caucus. Sie haben schlecht kopierte Zettel bekommen, darauf die Namen der republikanischen Präsidentschaftskandidaten. So wie die übrigen100.000 Teilnehmer in den 99 Bezirken Iowas, die zeitgleich in mehr als 1700 Klein-Versammlungen in Bibliotheken, Schulen und Scheunen darüber abstimmen, wer im August gegen Barack Obama antreten soll.

Kommentare (3)

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Micha

04.01.2012, 10:17 Uhr

Liebes Handelsblatt,
bitte bewahren Sie uns vor einer übertriebenen Berichterstattung zu den US-Wahlen. In Deutschland interessiert es eine verschwindende Mindehrheit, wie in einem "Kuhdorf" in den USA abgestimmt wird. Zwischenzeitlich wird über dieses Thema mehr berichtet als über Wahlen in Deutschland!

Pro-DM

04.01.2012, 11:04 Uhr

Danke liebes Handelsblatt, dass sie helfen von den wirklich wichtigen Sachen abzulenken.

## Stimmt es eigentlich, dass sich die Deutschen Banken schon auf die Befüllung der Geldautomaten mit DM-Scheinen vorbereiten??

Nach inoffiziellen Informationen soll zunächst ein DM-Stempel auf die €-Noten kommen. Und das alles soll an einem Wochenende passieren.

Pro-D

04.01.2012, 13:00 Uhr

Murdoch, die MACHT hinter den Repubikanern
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Murdoch besitzt Fox News und und eine ganze Liste anderer Medienunternehmen. Was ihm nicht gehört, das will er nicht haben. Fox ist ein Medienverbund und Murdoch, dem schon so viele Zeitungen in Amerika gehören, sollte als Fremder solch ein Konglomerat nicht kontrollieren dürfen. Wie ist er dazu gekommen?

Reagan gab ihm die amerikanische Staatsbürgerschaft. Murdoch versprach, mit Fox News die Republikaner zu unterstützen, ganz gleich wie falsch, dumm oder – wie wir seit Jahrzehnten sehen – wie abgrundtief bösartig die Angelegenheit war.

Wozu er aber Fox News wirklich einsetzte, war, dass er die Firma als Basis für israelische Spionageoperationen benutzte . Und das ging auf zwei Arten:

1. Israel bekam eine Menge Militärtechnologie und Militärgeheimnisse, die man an die Feinde Amerikas verhökern konnte. Wie wir alle sehen, hatte hier Murdoch einen guten Geschäftssinn an den Tag gelegt.

2. Murdoch half Israel, den Kongress unter Kontrolle zu bringen. So steuerten die Israelis buchtsäblich die USA. Mit welchen Mitteln? Wie in Britannien eben mit Bestechung und Erpressung, mit Hilfe der Polizei, des Militärs und mit Hilfe des Kongresses.

Ist jemand überrascht?

In der Tat hat Murdoch die letzten 20 Jahre der amerikanischen Geschichte geschrieben, hat Politiker an die Macht gebracht, Wahlen gefälscht und die Politik gestaltet. Waren seine Entscheidungen seine eigenen?

Ich glaube nicht. Vielmehr glaube ich, dass Murdoch eine Gruppe – von großteils Finanzoligarchen – repräsentiert, die aus dem Umfeld der Rothschild-Familie, der Federal Reserve und dem organisierten Verbrechen kommen.

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