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05.04.2012

10:06 Uhr

US-Präsidentschaftswahl

Für Obama ist die Vorwahl der Republikaner beendet

VonAstrid Dörner

Nach drei weiteren Vorwahlsiegen gibt es kaum Zweifel an Mitt Romneys Präsidentschaftskandidatur für die Republikaner. Selbst Barack Obama erkennt das mittlerweile an - und geht gleich gegen den Rivalen in die Offensive.

US-Präsident Barack Obama. AFP

US-Präsident Barack Obama.

WashingtonEs ist erst April, doch die Rhetorik zwischen Barack Obama und Mitt Romney ist mit einem Mal so scharf geworden, als seien es nur noch wenige Wochen bis zur Präsidentschaftswahl. Der Präsident nennt seinen gefährlichsten Herausforderer zum ersten Mal in einer Rede beim Namen – eine Strategie, die er bislang peinlichst vermieden hatte, um ihn nicht früher als nötig zum Sieger der republikanischen Vorwahlen zu küren. Und wenn er sich jetzt schon dazu durchringt, dann verbindet er es gleich mit einer satten Attacke: Die Ansichten des ehemaligen Private-Equity-Managers würden  „Sozialdarwinismus“ gleichen, schimpfte Obama Anfang der Woche.

Auch Romney hat aufgehört, seine republikanischen Konkurrenten Rick Santorum und Newt Gingrich anzugreifen und richtet seine Energie nun lieber ganz darauf, Obama vor den Wählern schlecht aussehen zu lassen. Nach drei weiteren gewonnenen Vorwahlen am Dienstag sieht er die Gegner aus der eigenen Partei im Rückspiegel immer kleiner werden.

Damit haben Obama und Romney die Vorwahlen für beendet erklärt – auch wenn noch längst nicht alle Bundesstaaten gewählt haben. Die Camps der beiden Kandidaten brennen geradezu darauf, das Klein-Klein der letzten Monate zu beenden und den großen Kampf zu eröffnen.

In einer Sache sind sich der Präsident und sein Herausforderer einig: Das Land steht am Scheideweg. Amerika hat die Wahl zwischen zwei Kandidaten, deren Visionen unterschiedlicher kaum sein könnten. Der Amtsinhaber plädiert für ein Mindestmaß an sozialer Absicherung, für harte Regulierung und für eine flächendeckende Krankenversicherung. Sein Gegner möchte so viel wie möglich davon abschaffen und die freien Kräfte des Marktes alles regeln lassen – so wie vor der Krise. Obama will das Land wandeln, Romney will alte Zeiten wieder herstellen.

Der Präsident hat dabei die besseren Argumente, um eine breitere Wählerschaft auf seine Seite zu ziehen. Wer Mitt Romney reden hört, könnte glauben, er richte sich nur an das eine Prozent an der Spitze der Gesellschaft. Doch es sind noch sieben Monate bis zur Wahl und Romney wird nun damit anfangen, Schritt für Schritt etwas weiter in die Mitte zu rücken. Das Rennen ist eröffnet.

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