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20.01.2007

18:59 Uhr

US-Präsidentschaftswahlen

Hillary Clinton: „Ich bin dabei“

Hillary Clinton ist eine Frau, die polarisiert. Und seit Samstag bewirbt sie sich offiziell um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten. Kaum jemand in den USA wird ihre Bewerbung gleichgültig aufnehmen. Sie ist die erste Frau eines ehemaligen Präsidenten, die sich um das höchste Amt im Staat bemüht.

Hillary Clinton macht ernst. Foto: AP

Hillary Clinton macht ernst. Foto: AP

HB NEW YORK. Die ehemalige First Lady Hillary Clinton bewirbt sich um die Kandidatur für die US-Präsidentschaft. Diesen seit langem erwarteten Schritt gab die New Yorker Senatorin am Samstag auf ihrer Web-Site bekannt. Sie sei im Rennen, „und ich bin dabei, um zu gewinnen“, erklärte die 59-Jährige. Clinton werden derzeit die besten Chancen eingeräumt, von den Demokraten als Kandidatin nominiert zu werden.

„Nach sechs Jahren George Bush ist es Zeit, die Verheißung Amerikas zu erneuern“, erklärte Clinton in einem Video. Sie werde in den kommenden zwei Jahren alles in ihrer Macht stehende dafür tun, „den Schaden zu begrenzen, den George W. Bush anrichten kann“. Sie rief die Wähler dazu auf, mit ihr einen Dialog über Fragen wie den Irak-Krieg, die Gesundheitsversorgung und das Sozialsystem zu führen. „Ich fange eine Unterhaltung mit euch an, mit Amerika. Die Unterhaltung in Washington war in letzter Zeit etwas einseitig, findet ihr nicht?“

Die ehemalige First Lady verfügt über ein Budget von mehr als 14 Millionen Dollar (10,8 Millionen Euro), eine große Zahl von Unterstützern und ein erfahrenes Beraterteam. An ihrer Seite steht ihr Ehemann Bill, der von 1993 bis 2001 US-Präsident war. Als schärfste Konkurrenten Hillary Clintons gelten US-Senator Barack Obama, der seine Kandidatur vor wenigen Tagen bekannt gegeben hatte, und der frühere Senator John Edwards. Für Sonntag wird die Ankündigung des Gouverneurs von New Mexico, Bill Richardson, erwartet, sich ebenfalls bewerben zu wollen.

Clinton ist die erste Frau eines Expräsidenten, die sich um das höchste Staatsamt bemüht. Sollte sie zur Kandidatin der Demokraten gekürt werden und die Wahl im November 2008 gewinnen, wäre sie die erste Präsidentin der USA. Sie gilt als Persönlichkeit, die die Wähler polarisiert: Von vielen wird sie bewundert, von anderen verachtet - gleichgültig stehen ihr die wenigsten Amerikaner gegenüber. Kritiker werfen ihr fehlendes Charisma und berechnendes Verhalten vor, ihre Anhänger verweisen auf ihre politische Erfahrung, ihr Arbeitsethos und ihre große Popularität unter Frauen und Jugendlichen.

Aufgewachsen in einer republikanischen Familie in Chicago, begann Hillary Clinton ihre Karriere als Rechtsanwältin im Staat Arkansas. Nach ihrer Zeit als First Lady an der Seite von Bill Clinton kandidierte sie Ende 2000 als Senatorin im Staat New York, wo sie zuvor nie gelebt hatte. Ihr gelang es, sogar Wähler in konservativen Gebieten für sich einzunehmen, und sie trug einen überwältigenden Wahlsieg davon. Im vergangenen November wurde sie für eine zweite sechsjährige Amtszeit wiedergewählt.

Umstritten ist unter demokratischen Wählern ihre Haltung zum Irak-Krieg. 2002 stimmte sie dem Einsatz militärischer Gewalt zu. Nachdem der Krieg in den USA zunehmend unpopulär geworden ist, erwarten Kritiker, dass sich Clinton gegen die von US-Präsident George W. Bush geplante Entsendung weiterer Soldaten stemmt. Die Senatorin hat in jüngster Zeit ihre Kritik an der Kriegsführung verschärft und kürzlich gefordert, eine Obergrenze von etwa 140 000 US-Soldaten festzulegen. Forderungen liberaler Gruppen und von Exsenator Edwards, Bush das Geld für die Entsendung von mehr Soldaten zu verweigern, lehnte sie ab.

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