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13.01.2006

09:02 Uhr

US-Prominenz feiert die Kanzlerin

Standing Ovations für Ms. Merkel

Frau, ostdeutsch, Kanzlerin: Angela Merkel hat die Amerikaner neugierig gemacht. Bei ihrem ersten Washington-Besuch als Regierungschefin wurde sie von der US-Prominenz begeistert empfangen. Auch Präsident Bush will sich gleich drei Stunden Zeit nehmen. Die Kanzlerin ist selbst überrascht.

Traute Einigkeit: Angela Merkel und Colin Powell. Foto: ap

Traute Einigkeit: Angela Merkel und Colin Powell. Foto: ap

WASHINGTON. Madeleine Albright, Colin Powell und Zbigniew Brzezinski haben in ihrem langen politischen Leben schon eine Menge interessanter Menschen begrüßt. Die neue Kanzlerin aus Germany wollten die ehemalige US-Außenministerin, ihr inzwischen auch aus dem Amt geschiedener Nachfolger und der frühere Sicherheitsberater von US-Präsident Jimmy Carter dennoch nicht verpassen.

Die drei Politikveteranen, die in ihrem Amtszeiten die Weltpolitik mitbestimmt hatten, blickten wie die anderen 190 Gäste aufmerksam auf Angela Merkel, als sie in der Residenz des deutschen Botschafters in der amerikanischen Hauptstadt zum Rednerpult ging. US-Senatoren, Mitglieder des Repräsentantenhaus, Angehörige der Regierung, alle waren neugierig auf den Gast aus Deutschland, der kurz zuvor zu seinem ersten USA-Besuch nach der Regierungsübernahme in Washington gelandet war.

Frau, ostdeutsch und dennoch jetzt Kanzlerin. Obwohl es sich länger abzeichnete - nach der Wahl Merkels zur Kanzlerin war in Deutschland vielfach dennoch gestaunt worden, dass sie es am Ende tatsächlich geschafft hatte. Und darüber wundern sich die an Deutschland interessierten Politiker wohl auch in den USA. Die Botschaft hatte jedenfalls alle Mühe, die Gäste im großen Saal der Residenz unterzubringen, die die Frau nun aus nächster Nähe sehen wollten. Botschafter Wolfgang Ischinger sagte gar, dass er noch nie so viele Gäste an einem Abend begrüßen konnte.

Fotostrecke: Merkels Antritssbesuch bei Bush

Merkel war sichtlich überrascht über die Resonanz. Mehrfach warb sie für einen „offenen und ehrlichen Dialog“ mit den USA. Dabei schnitt sie auch Streitthemen an - wie die Zukunft der Vereinten Nationen. Auch den neuralgischen Punkt der Bekämpfung des internationalen Terrorismus schnitt sie an. Auch hier stellte sie fest, dass es „unterschiedliche Einschätzungen“ gebe, was die Methoden anginge. Die deutlichen Vorbehalte gegen das Gefangenenlager Guantánamo wiederholte sie freilich nicht.

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