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04.05.2015

14:34 Uhr

US-Raketenschild

„Russen sollen sagen, was sie wollen“

In Rumänien bauen die USA einen Raketenschutzschild – auf dem früheren sowjetischen Militärflugplatz Deveselu. Moskau sieht sich bedroht, aber die Bürger vor Ort hegen große Hoffungen durch die Präsenz der Amerikaner.

Einer der letzten Kommandanten des alten Militärflughafens Deveselu, Oberst i.R. Tudor Nicola, vor einem alten russischen MIG-Kampfbomber. dpa

Frühere Offiziers-Siedlung von Deveselu

Einer der letzten Kommandanten des alten Militärflughafens Deveselu, Oberst i.R. Tudor Nicola, vor einem alten russischen MIG-Kampfbomber.

DeveseluIm Gasthof „No Name“ dringen nur amerikanische Gesprächsfetzen von den Tischen. Männer und Frauen in T-Shirts sitzen beim Bier. Aus dem Lautsprecher dudelt ununterbrochen Country, Soul und Rock in die flirrende Mai-Hitze der südrumänischen Tiefebene. Die Musik kommt von einem online zugänglichen US-Radiosender. Dann und wann schnattern Gänse aus Deveselu dazwischen. Hier, am Rand einer staubigen Straße, hat sich der Inhaber der unscheinbaren Pension ganz auf Kundschaft aus den USA eingestellt – zu Recht.  

Denn drei Kilometer weiter baut die US-Armee einen Raketenschutzschild zur Abwehr möglicher Angriffe des Irans, der Ende dieses Jahres fertig werden soll. Angesichts der Ukraine-Krise äußert aber Moskau immer häufiger und heftiger Kritik an diesem Objekt. Offiziell war es nach Darstellung der USA aber nie gegen Russland gerichtet.

Dass man sich hier an einem gefährlichen Ort der Weltgeschichte befinden könnte, scheint kaum jemanden zu stören. „Die Russen sollen doch sagen, was sie wollen“, meint der 51-jährige Ion Aliman. Als Bürgermeister von Deveselu, 200 Kilometer südwestlich von Bukarest, freut er sich, dass sein Ort wegen der Präsenz der Amerikaner endlich Kanalisation, Wasserleitung und neu asphaltierte Straßen bekommt.

Daten und Fakten über die USA

Fläche

Mit einer Fläche von 9.809.155 Quadratkilometern sind die Vereinigten Staaten laut Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) der drittgrößte Staat der Erde.

Bevölkerung

Nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) betrug die Gesamtbevölkerung der USA im Jahr 2013 rund 317 Millionen Einwohner.

Hauptstadt

Die Hauptstadt der USA ist Washington D.C. Die Stadt selbst hat etwa 646.000 Einwohner, im Großraum haben sich etwa 5,7 Millionen Menschen niedergelassen. (Stand: 2014)

Staatsform

Die Staatsform der USA ist eine föderale und präsidentielle Republik.

Präsident

Barack H. Obama ist der 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Er befindet sich in seiner zweiten Amtszeit.

BIP

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA beläuft sich nach Angaben des Auswärtigen Amts auf etwa 16,72 Billionen US-Dollar. (Stand: 2013)

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote in den Vereinigten Staaten lag im Juli 2014 bei 6,2 Prozent. Vor der Wirtschaftskrise lag die Quote im Jahr 2007 noch bei 4,6 Prozent, 2010 stieg sie zwischenzeitlich auf 9,6 Prozent an.

Außenhandel

Die USA sind nach Angaben des Auswärtigen Amts weltgrößter Absatzmarkt für Importgüter und standen als Exporteur 2013 (nur Waren) hinter China an zweiter Stelle.

25 Millionen Lei (5,6 Millionen Euro) hat die Regierung dafür bewilligt und damit seine Gemeinde bevorzugt. Direkt aus den USA seien zudem Gelder zur Renovierung des Kindergartens und der Schule gekommen. In der benachbarten Kleinstadt Caracal freuen sich die Immobilienhaie, denn die Amerikaner haben dort die Mietpreise in die Höhe getrieben.

An Militärpräsenz seien die Menschen in Deveselu schon seit mehr als einem halben Jahrhundert gewöhnt, denn der Raketenschutzschild wird auf einer im Jahr 1953 von den Sowjets gebauten Luftwaffenbasis errichtet. „Sogar meine Eltern haben seinerzeit für diese Baustelle Steine geschleppt“, erzählt Aliman. Er ist seit 2012 Rathauschef. Als gelernter Marine-Offizier hatte er vorher für einen deutschen Reiseveranstalter jahrelang Touristen auf der Donau von Passau bis ans Schwarze Meer geschippert. Jetzt steckt er mit Feuereifer in den Investitionsprojekten seines Heimatdorfs. In den Gassen versperren wegen Kanalarbeiten Erdhaufen den Weg, das Rathaus ist auch sonntags geöffnet.

Kommentare (4)

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Herr mathias müller

04.05.2015, 16:04 Uhr

"Die Bürger vor Ort hegen große Hoffnungen" ????
- Das Sie im Ernstfall als erste durch Rakentenangriffe getroffen werden ??

Von einem gelerntem Marine-Offizier ist auch kein anderes Denken zu erwarten.

Übrigens jedem denkendem Mensch dürfte die Aussage "Diese Raketen sind nicht gegen RU"
doch sehr fragwürdig sein. Wer soll denn sonst gemeint sein???

Frau Margrit Steer

04.05.2015, 17:20 Uhr

Amerika will Krieg auf europ. Boden und die dumme EU macht willig mit

Herr Vittorio Queri

04.05.2015, 18:03 Uhr

>> Moskau sieht sich bedroht, aber die Bürger vor Ort hegen große Hoffnungen durch die Präsenz der Amerikaner. >>

Was suchen die Amis in Rumänien ? Von welchem Schutzschild gegen den Iran wird hier gelabert ? Mit Iran ist doch alles im Lot......die sind doch wieder Freunde....???!

Schutzschilder gegen Iran nutzen im NATO-Land Türkei etwas, nicht aber in Rumänien.

Die Amis vereinnahmen weiterhin den Ostblock, die EUtopia bezahlt die Okkupanten. So schaut es aus.

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