Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.03.2006

19:15 Uhr

US-Regierung verteidigt Pläne

Proteste gegen härtere US-Einwanderungsgesetze

Zehntausende haben in den USA gegen die geplante Verschärfung der Einwanderungsgesetze demonstriert. Die Regierung will jedoch an ihrem harten Kurs festhalten. Präsident George W. Bush verteidigte die Pläne seiner Regierung.

LOS ANGELES/WASHINGTON. Bush sprach in seiner wöchentlichen Radioadresse am Samstag von einer sehr emotionalen Debatte. Der US-Senat will sich in der kommenden Woche mit der Einwanderungsreform beschäftigen. Nach den Worten des Präsidenten muss die Gesetzesreform sicherstellen, dass Einwanderer in die Gesellschaft integriert werden und dass sie die Werte und Bräuche sowie die englische Sprache lernen. Bush versprach außerdem, die Grenzen besser zu überwachen und illegale Einwanderer schneller abzuschieben.

Gegner einer Verschärfung der Gesetze riefen für Samstag (Ortszeit) zu einer Demonstration in Los Angeles auf. Zuvor hatten am Freitag bereits zehntausende hispanische Einwanderer und Aktivisten in mehreren Bundesstaaten protestiert. In Phoenix (Arizona) gingen nach Polizeiangaben mehr als 10 000 Menschen auf die Straße. In Los Angeles boykottieren über 3 000 jugendliche Latinos den Schulunterricht und zogen mit Fahnen und Protestschildern durch die Westküstenmetropole.

„Ohne Einwanderer würde dieses Land es zu nichts bringen“, wurde die 15-jährige Anna Benitez von der „Los Angeles Times“ zitiert. „Wir sind Menschen. Wir sind keine Verbrecher. Wir sind hier, um zu arbeiten“, sagte Benitez.

Der US-Senat wird in den kommenden Tagen über verschiedene Gesetzentwürfe beraten. Die Initiativen sehen unter anderem vor, dass illegale Einwanderer zu Straftätern erklärt werden. Arbeitgebern, die Illegale beschäftigen, drohen höhere Geldstrafen. Auch der Grenzzaun zwischen Mexiko und den USA soll aus Sicht von Abgeordneten weiter ausgebaut werden.

Umstritten ist auch ein von Bush vorgeschlagenes Programm für Gastarbeiter, das einen zeitlich befristeten und legalen Aufenthalt in den USA vorsieht. Die Senatoren müssen außerdem entscheiden, ob die rund elf Millionen illegalen Einwanderer in den USA die Möglichkeit erhalten, einen legalen Status zu erreichen. Bush nannte jede Form von Amnestie unfair und kündigte seinen Widerstand an.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×