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17.03.2013

08:52 Uhr

US-Republikaner

Vorwärts in die Vergangenheit

VonNils Rüdel

Es ist das „Woodstock der Konservativen“: Auf ihrer wichtigsten Konferenz hat Amerikas kriselnde Rechte versucht, der Bewegung neuen Schwung zu geben. Ergebnis: Viel Prominenz, wenig frische Ideen. Ein Ortsbesuch.

Die Fähnchen können es nicht überdecken: Die Republikaner sind auf dem Selbstfindungstrip. Reuters

Die Fähnchen können es nicht überdecken: Die Republikaner sind auf dem Selbstfindungstrip.

Fort WashingtonCliff Kincaid ist wütend. Auf Obama. Auf Islamisten, Kommunisten und Finanzjongleure. Auf Homosexuelle, die Medien und die Vereinten Nationen. Sie alle, findet der 58-Jährige, seien eine Gefahr für sein Land. Deshalb hat er vor ein paar Jahren die Organisation „Amerikas Überleben“ gegründet, Motto: „Den Kampf anführen gegen den globalen Dschihad, Marxismus und die UN“.  

Kincaid, ein Hüne mit grauem Ringbart, steht zwischen seinen Flugblättern und findet, dass es jetzt mal langsam reicht. „Sie haben es vermasselt“, sagt er, „nicht einmal gegen Obama konnten sie gewinnen“. Er meint die Republikanische Partei, seine politische Heimat. Denn auf die ist er auch wütend.

Um das alles loszuwerden, ist Kincaid an diesem Wochenende nach Washington gekommen. Dort, in einem Hotelkomplex südlich der Hauptstadt am Ufer des Potomac, haben sich in den vergangenen drei Tagen gut 8000 Teilnehmer zum „Woodstock der Konservativen“ (Anti-Steuern-Aktivist Grover Norquist) getroffen, der wichtigsten Konferenz der Bewegung.

Die „Conservative Political Action Conference“, kurz CPAC, fand in diesem Jahr in einer schwierigen Zeit statt. Zwei Niederlagen bei den Präsidentschaftswahlen, ein Richtungsstreit, die Umfragewerte mau – die Republikaner, der politische Arm der konservativen Bewegung, sind in der Krise.

Und so waren die drei Tage CPAC bis Samstag auch eine Art Selbstfindungstrip: Was ist schiefgegangen? Wie kann es besser werden? Und wer kann den Weg dahin weisen?

Treffen der Konservativen: Ein Flummi namens Sarah Palin

Treffen der Konservativen

Ein Flummi namens Sarah Palin

Fast hatte man Sarah Palin abgeschrieben. Doch ihr Auftritt zeigt: Für viele in der Partei ist sie noch immer ein Star. Gut gelaunt rechnete sie mit der Elite ab – und lieferte neuen Stoff für Zitatesammlungen.

Für Kincaid ist die Sache klar. Obama-Herausforderer Mitt Romney, sagt er, sei zu zaghaft gewesen und zu liberal. Die Lage sei inzwischen „hoffnungslos“, weshalb nur eine neue politische Kraft Amerika und die Konservativen retten könne: „Eine 'Tea Party 2.0', eine kapitalistische Partei, die auf jüdisch-christlichen Werten fußt“.

Aber was wollen die Republikaner nun wirklich sein – eine Partei für die Kincaids der USA, für den weißen Mann, der sich vor Veränderungen fürchtet? Oder eine, die Minderheiten anspricht, zeitgemäße Antworten gibt und ansonsten für Haushaltsdisziplin und Wirtschaftskompetenz steht?

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