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23.07.2011

21:54 Uhr

US-Schuldenkrise

Washington fürchtet Chaos an den Asienmärkten

Im Poker um die Anhebung der US-Schuldengrenze wird es Ernst. Nach dem Platzen der Gespräche fürchtet die Politik, an den Märkten in Asien könnte am Montag Chaos entstehen.

Republikaner John Boehner und US-Präsident Barack Obama. Quelle: AFP

Republikaner John Boehner und US-Präsident Barack Obama.

New YorkAus Angst vor Kapitalmarktturbulenzen drückt die US-Politik an diesem Sonntag nach Wochen erfolgloser Verhandlungen abrupt auf's Tempo. Der Verhandlungsführer der oppositionellen Republikaner, John Boehner, kündigte am Samstagabend (Ortszeit) in einer Telefonkonferenz mit Parteifreunden an, er werde binnen 24 Stunden einen neuen Kompromissvorschlag vorlegen. Er drängte in dem Gespräch zur Eile, wie die "Washington Post" in ihrer Onlineausgabe berichtete, weil er Sorgen habe, es könnte zu Turbulenzen an den asiatischen Märkten kommen, wenn Washington nicht glaubthaft machen könne, dass die USA am 2. August nicht in die Zahlungsunfähigkeit rutschen.

Am 2. August erreichen die USA das gesetzliche Schuldenlimit. Der Regierung drohen dann die Mittel auszugehen, um Anleihen zu tilgen und Transferleistungen auszuzahlen.

Die Situation an diesem Wochenende erinnert an die den Krisenherbst 2008. Damals suchte die Regierung an mehreren Wochenenden immer wieder kurzfristige Lösungen für die Finanzkrise und versuchte jeweils vor Eröffnung der Märkte in Asien am späten Abend (Ostküstenzeit) alles arragngiert zu haben.

US-Präsident Barack Obama hatte am Samstag führende Kongresspolitiker zu einem Krisengipfel einbestellt. Zuvor hatten die Republikaner Verhandlungen mit dem Weißen Haus vor allem wegen Differenzen über Steuererhöhungen platzen lassen - nur gut eine Woche vor einem möglichen Staatsbankrott.

Konkrete Fortschritte gab es bei dem nur einstündigen Treffen anscheinend nicht. Nach einer Mitteilung des Weißen Hauses warnte Obama eindringlich vor den Folgen einer Zahlungsunfähigkeit für die ohnehin stark schwächelnde US-Wirtschaft. Er lehnte erneut eine Kurzzeit-Lösung ab, die ihn zwingen würde, im nächsten Jahr beim Kongress erneut eine Erhöhung des Kreditrahmens zu beantragen. Das könnte zur Herabstufung der US-Bonität führen, sagte Obama. Große Ratingagenturen wie Standard & Poor's haben bereits mit einem solchen Schritt gedroht.

„Der Kongress sollte von fahrlässigen politischen Spielen mit unserer Wirtschaft Abstand nehmen“, erklärte der Präsident dem Weißen Haus zufolge bei dem Treffen wörtlich. Laut US-Fernsehberichten kam ein „Sammelsurium von Ideen“ zur Sprache, ein klares Konzept habe es nicht gegeben. Die demokratischen und republikanischen Spitzen in Senat und Abgeordnetenhaus wollten demnach am Wochenende zunächst mit ihren eigenen Parteikollegen über mögliche Verhandlungsangebote sprechen.

 Die Uhr tickt: Falls es bis zum Stichtag 2. August keine Einigung auf eine Erhöhung der Schuldenobergrenze von 14,3 Billionen Dollar (zehn Billionen Euro) geben sollte, droht der größten Volkswirtschaft der Welt erstmals das Geld auszugehen. Obama hatte in der vergangenen Woche mit dem republikanischen Präsidenten des Abgeordnetenhauses, John Boehner, über ein umfassendes Paket zum Abbau des Schuldenbergs verhandelt, das mit einer Erhöhung des Kreditrahmens einhergehen soll.

Kommentare (14)

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Moika

23.07.2011, 23:33 Uhr

Sollen die Reps doch bei ihrer ablehnenden Haltung bleiben. Geht das in die Hose und die Agenturen werten die USA tatsächlich ab, kostet das den Staat über die steigenden Zinsen bei Neuemissionen zig 10 Milliarden Dolores. Da wäre ich aber gespannt, wie eine Frau Bachmann, Frau Palin oder Herr Boehner das ihren Wählern verkaufen wollen...

Account gelöscht!

24.07.2011, 01:23 Uhr

Alles nur Geplänkel! Die Einigung kommt am 1.8 23:59:59. so will es Hollywood :-)

GlobalisierendeGauner

24.07.2011, 01:42 Uhr

Eine Schande im Land der Milliardäre,wobei die Milliarden nicht mit eigene Hände geschaufelt wurden,
beim Armen Menschen zu sparren.

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