Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.08.2015

10:15 Uhr

US-Soldaten überwältigen Schützen

Die Helden aus dem Thalys

Nur ein beherztes Eingreifen mehrerer Amerikaner hat ein Blutbad an Bord des Thalys von Amsterdam nach Paris verhindert. Französische Anti-Terror-Ermittler prüfen einen islamistischen Hintergrund.

Die US-Amerikaner Anthony Sadler (links), Alek Skarlatos (Mitte) und der Brite Chris Norman halfen dabei, den Täter zu entwaffnen. Reuters

Beherzte Passagiere im Thalys

Die US-Amerikaner Anthony Sadler (links), Alek Skarlatos (Mitte) und der Brite Chris Norman halfen dabei, den Täter zu entwaffnen.

ArrasNach den Schüssen in einem Thalys-Hochgeschwindigkeitszug feiern Frankreich und die USA die Fahrgäste, die den Schützen unter Lebensgefahr überwältigten, als Helden. Ihrer Courage und Beherrschung habe man viel zu verdanken, sagte der französische Innenminister Bernard Cazeneuve am Samstag.

Ein Mann mit einer Kalaschnikow und einer Pistole hatte am Vorabend im Thalys-Zug von Amsterdam nach Paris das Feuer eröffnet. Mehrere Passagiere griffen ein und rangen ihn nieder, darunter zwei US-Soldaten. Zwei Menschen wurden bei dem Vorfall schwer verletzt, Anti-Terror-Ermittler prüfen einen möglichen islamistischen Hintergrund.

Frankreich erhöht als Reaktion auf den Anschlag die Sicherheit in den Hochgeschwindigkeitszügen. Auch an den Bahnsteigen in Brüssel, wo Thalys-Züge halten, werde Polizei eingesetzt, sagte eine Sprecherin der belgischen Bahngesellschaft SNCB der Nachrichtenagentur Belga.

US-Präsident Barack Obama lobte, die Passagiere hätten mit ihren „heldenhaften Taten“ möglicherweise eine weitaus schlimmere Tragödie verhindert. Frankreichs Staatschef François Hollande lud sie für die kommenden Tage in den Élyséepalast ein, während französische Medien ihnen bereits den Ehrentitel „Helden des Thalys“ verliehen. Und auch Nato-Oberbefehlshaber Philip M. Breedlove zeigte sich „extrem stolz“ auf die beteiligten Militärs.

Kriminalität, Gesetz & Recht: Frankreich und die USA feiern die „Thalys-Helden”

Kriminalität, Gesetz & Recht

Frankreich und die USA feiern die „Thalys-Helden”

Nach den Schüssen in einem Thalys-Hochgeschwindigkeitszug feiern Frankreich und die USA die Fahrgäste, die den Schützen unter Lebensgefahr überwältigten, als Helden.

Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve hat den Angreifer als Terroristen bezeichnet. Der Mann wird verdächtigt, zur radikal-islamistischen Bewegung zu gehören, wie Cazeneuve in Paris bekanntgab. Der Festgenommene habe sich als 26-Jähriger Marokkaner ausgegeben. Falls sich diese Identität bestätige, sei er den französischen Behörden im Februar 2014 von ihren spanischen Kollegen als mutmaßlicher Islamist gemeldet worden. „Die Untersuchung ... soll sehr genau den Werdegang und die Bewegungen dieses Terroristen nachvollziehen“, kündigte Cazeneuve an. Der Mann selbst hatte terroristische Absichten gegenüber den Ermittlern zuvor zurückgewiesen.

CNN hat ein Video veröffentlicht, das Szenen nach den Schüssen zeigen soll. Darauf ist zu sehen, wie ein Mann mit nacktem Oberkörper am Boden liegt, seine Hände sind auf dem Rücken gefesselt. Außerdem ist ein Mann mit einer Verletzung im Nacken zu erkennen. Auf einem der Thalys-Sitze steht eine Waffe, bei der es sich um ein Sturmgewehr handeln könnte.

Thalys-Helden berichten

„Habe hochgeschaut und sah ihn mit einer Kalaschnikow“

Thalys-Helden berichten: „Habe hochgeschaut und sah ihn mit einer Kalaschnikow“

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

„Wir haben einen Schuss und berstendes Glas gehört“, erzählte der Nationalgardist Alek Skarlatos. Er habe hinter sich geschaut und einen Mann mit einer Kalaschnikow gesehen, dann habe er sich zusammen mit anderen Fahrgästen auf den Mann gestürzt. „Wir haben ihn letztlich gefesselt, aber dann hat er währenddessen tatsächlich ein Messer gezogen und (den zweiten US-Soldaten) Spencer geschnitten“, sagte der Brite Chris Norman, der den Amerikanern nach eigenen Angaben bei der Überwältigung des Mannes half. Skarlatos erzählte: „Wir haben ihn gegen den Kopf geschlagen, bis er bewusstlos war.“

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×