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11.06.2013

18:17 Uhr

US-Spionage-Skandal

Beratungsfirma feuert Snowden nach Geheimnisverrat

Der frühere Geheimdienst-Spezialist war zuletzt bei der Beratungsgesellschaft Booz Allen Hamilton angestellt. Dort ist er nach seiner Aufdeckung des Spionage-Skandals nun offiziell gekündigt.

Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden. ap

Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden.

McLeanDer Geheimdienst-Spezialist Edward Snowden, der den Skandal um amerikanische Internet-Überwachung ins Rollen brachte, ist nun offiziell seinen Job los. Sein Arbeitgeber teilte am Dienstag mit, Snowden sei am Vortag „wegen der Verletzung des Ethikkodexes und der Richtlinien der Firma“ entlassen worden.

Snowden war bei der Beratungsgesellschaft Booz Allen Hamilton angestellt, die im Auftrag der US-Regierung arbeitet. Nach seinen Angaben war er beim Geheimdienst NSA im Einsatz. Snowden hatte Informationen zur weitreichenden Ausforschung von Telefon- und Internetdaten an Medien weitergegeben und sich nach Hongkong abgesetzt. „Ich will nicht in einer Gesellschaft leben, die so etwas macht“, hatte er der britischen Zeitung „Guardian“ gesagt.

Bekannte „Whistleblower“ in US-Sicherheitsbehörden

Bradley Manning

Der Soldat Manning stach Hunderttausende militärische Geheimdokumente und Diplomatendepeschen an die Enthüllungsplattform Wikileaks durch. Seit der vergangenen Woche muss sich der Obergefreite daher vor einem Militärgericht in Fort Meade in Maryland verantworten. Der Fall gilt als der größte Geheimnisverrat der amerikanischen Geschichte.

Jeffrey Wigand

Als ranghoher Mitarbeiter des Tabakkonzerns Brown & Williamson enthüllte Wigand einen Skandal um fragwürdige Praktiken bei der Zigarettenproduktion. Die Informationen gab Wigand in den 1990er Jahren an die US-Nachrichtensendung „60 Minutes“ und an die Lebensmittel- und Drogenüberwachungsbehörde FDA weiter.

Frederic Whitehurst

Im Jahr 1992 brachte der FBI-Agent schlampige Arbeitsabläufe und Verfahrensfehler in der gerichtsmedizinischen Abteilung der US-Ermittlungsbehörde ans Licht.

Mordechai Wanunu

Der israelische Nukleartechniker enthüllte 1986 das Atomwaffenprogramm seines Landes. Wegen Hochverrats wurde er zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt.

W. Mark Felt

Unter dem Pseudonym „Deep Throat“ gab der stellvertretende FBI-Direktor Felt in den 1970er Jahren heikle Informationen über den Watergate-Skandal an die „Washington Post“ weiter. Er gab sich 2005 als Informant zu erkennen.

Daniel Ellsberg

1971 spielte der Militäranalyst die streng geheimen „Pentagon-Papiere“ über die US-Beteiligung im Vietnamkrieg der „New York Times“ und anderen Zeitungen zu.

Booz Allen Hamilton hatte am Wochenende bestätigt, dass Snowden bei dem Unternehmen beschäftigt war - den Angaben zufolge für weniger als drei Monate. Das Jahresgehalt Snowdens habe bei 122.000 Dollar gelegen (92.000 Euro), hieß es jetzt ergänzend. Dies darf als Antwort auf die Berichterstattung des „Guardian“ gesehen werden, wo die Rede davon war, dass Snowden ein „sehr komfortables Leben“ mit 200.000 Dollar Jahresgehalt aufgegeben habe.

Von

dpa

Kommentare (1)

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roterkaufmann

11.06.2013, 20:53 Uhr

man sollte herrn snowden endlich für den friedensnobelpreis nominieren und diesen preis zeitgleich obama endlich aberkennen.

im unterschied zu goerg w bush hat sich im weißen haus nur die hautfarbe des präsidenten geändert.

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