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17.11.2011

11:02 Uhr

US-Staatsverschuldung

Mit 15.033.867.390.294 Dollar in der Kreide

Nicht nur Europa versinkt in den Miesen: Die US-Staatsschulden überschreiten jetzt die Grenze von 15 Billionen Dollar. Wenn sich Demokraten und Republikaner nicht innerhalb einer Woche einigen, droht ein Desaster.

Die US-Staatsverschuldung ist überraschend stark angestiegen. Reuters

Die US-Staatsverschuldung ist überraschend stark angestiegen.

WashingtonIn der Nacht - und damit zwei Monate früher als eigentlich erwartet - hat die Staatsverschuldung der USA die Marke von 15 Billionen Dollar (rund elf Billionen Euro) gerissen. Wie das Finanzministerium in Washington mitteilte, liegt das Haushaltsdefizit jetzt bei gut 15.033 Milliarden Dollar. Binnen eines Tages war die Summe um 55,8 Milliarden Dollar geklettert - bei gleichbleibendem Tempo.

Diese Summe entspricht 99 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der USA - oder, in 100-Dollar-Scheinen gebündelt, dem Volumen beider Türme des ehemaligen World Trade Centers. Nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds wird die Verschuldung der USA am Jahresende 100 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreichen. Für 2012 werden 105 Prozent vorhergesagt, für 2016 bei 115 Prozent. Zum Vergleich: Deutschlands Verschuldung liegt bei rund 83 Prozent des Bruttoinlandprodukts.

Erst im Spätsommer hatten sich Republikaner und Demokraten nach einem wochenlangen Tauziehen auf ein Verfahren zur Ausgabenbegrenzung geeinigt. Doch seither sind die verfeindeten Parteien keinen Schritt weiter gekommen. Die im August gegründete sogenannte Superkommission muss eigentlich bis zum 23. November Einsparmöglichkeiten in Höhe von 1200 Milliarden Dollar in den kommenden zehn Jahren finden. Gelingt dies nicht rechtzeitig, wird diese Summe automatisch gekürzt. Dabei wird vor allem das Verteidigungsbudget bluten müssen, zum Ausgleich aber auch der Sozialetat.

Bei den Republikanern riefen die frischen Schuldenzahlen prompt Empörung hervor. Im anlaufenden Vorwahlkampf machten Anwärter auf die republikanische Präsidentschaftskandidatur die Regierung von Präsident Barack Obama für die hohe Verschuldung verantwortlich. Rick Perry verurteilte "die sozialistische Politik Obamas, die das Land ruiniert". Der Haushaltsexperte Paul Ryan ergänzt: "Die Zahl markiert einen schändlichen Tag in der amerikanischen Geschichte." Senator Mitch McConnell sagte, die USA glichen zunehmend dem verschuldeten Griechenland.

Und auch im Lager des Präsidenten sinkt die Kompromissbereitschaft - aus wahltaktischen Gründen. Inzwischen setzt der US-Präsident darauf, seine demokratische Basis hinter sich zu sammeln, die er für den Wahlkampf dringend benötigt. Vor allem der linke Flügel seiner Partei wirft Obama vor, den Republikanern zu sehr entgegenzukommen, ohne etwas zu erreichen.

Kommentare (20)

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sowas

17.11.2011, 12:22 Uhr

was soll denn das jetzt? lasst doch bitte die USA in ruhe, da ist alles in bester ordnung.

bitte nur panische artikel über die euro-krise.
danke

karstenberwanger

17.11.2011, 12:26 Uhr

Das Desaster ist längst da..wieso soll das erst noch drohen? Die Amis sind so pleite wie kein anderes Land dieser Erde und ihre Währung ist in Wahrheit nicht mal das Papier wert auf dem sie gedruckt wurde. All das ist jedem schon seit Jahren bekannt sofern er auf 3 Zählen und die Buchstaben des Alphabets kennt. Der Finanzkollaps der unweigerlich kommen wird, wird alles mitreissen und alle Werte die noch immer irgendwo auf Papier stehen, werden überdacht werden müssen...ein grosser Teil wird so oder so wertlos oder entwertet werden.

Sind wir doch mal ehrlich...was hier passiert würde auf einen Bürger übertragen so aussehen: Peter Zwegat kommt zum Schuldern, stellt fest dass der nicht 250.000 Schulden bei HArtz4 hat sondern 250 Millionen....Jetzt fängt der Arbeitslose an zu erklären welche Massnahmen er treffen möchte um da wieder raus zu kommen.

Mehr als HA HA HA wird Peter Zwegat da wohl nicht sagen können!

Die Amis sind pleite, schon seit Jahren aber dürfen Geld fälschen ähhh drucken. Wenn ein Bürger das macht, wird er eingesperrt. Italien ist am Ende, Griechenland ist am Ende, Frankreich ist ebenso pleite, Belgien, Irland... In China droht eine Kredit und Immobilienblase bzw. ein Crash in den selben Bereichen und und und.....

Was soll also das "es droht ein Desaster"???? Es ist längst da, wird aber weiter schön vertuscht bis es nicht mehr geht und je länger es dauert, desto schlimmer wird das erwachen.

Account gelöscht!

17.11.2011, 12:30 Uhr

Nix da!
Konstruktives: Man lege dem Präsidenten von Amerika das "Bundessteuergesetzbuch" des Paul Kirchhof in englischer, pardon, in amerikanischer Übersetzung vor.
Denn eine Reform des Stuerrechts brauchts jenseits des Atlantiks schon. Und 140€ ist ja nicht die Welt.

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