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29.05.2013

10:55 Uhr

US-Steuerstreit

Teurer Friede für Schweizer Banken

VonHolger Alich

Der Schweizer Bundesrat befasst sich heute mit der Lösung des US-Steuerstreits. Die genauen Strafsummen legen amerikanische Behörden fest. Aber soviel scheint klar: Die Bußgelder für die Banken fallen gewaltig aus.

Die Schweizer Bank Credit Suisse. Reuters

Die Schweizer Bank Credit Suisse.

ZürichLaut übereinstimmenden Berichten wird sich der Schweizer Bundesrat heute mit der Lösung des US-Steuerstreits befassen. Eckpunkte sind bereits durchgesickert: Es wird auf jeden Fall teuer. Die Bußen, die auf die Banken zukommen, sollen sich auf zehn Milliarden Franken belaufen. Laut dem Finanzportal „Inside Paradeplatz“ könnten es auch mehr werden.

Demnach wolle die Schweizer Regierung den Banken das Geld aus Steuermitteln vorschießen, um der amerikanischen Gegenseite auf jeden Fall die Strafsumme zu garantieren. In Eilsitzungen soll der Milliardendeal dann in der kommenden Woche dann durch das Parlament gepeitscht werden. Vom Finanzministerium war am Morgen niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Laut „Tages-Anzeiger“ sollen alle Banken, die ein namhaftes US-Geschäft betrieben haben, den US-Behörden zunächst die Korrespondenz samt Namen der Mitarbeiter liefern. Das soll den US-Behörden ermöglichen, die genaue Strafhöhe festzusetzen. Den betroffenen Bank-Mitarbeitern soll mit einem Hilfsfonds unter die Arme gegriffen werden.

Die Höhe der Strafe für die Banken soll sich laut Finanzkreisen an einer Klassifizierung in Abhängigkeit von der Größe und dem Alter des US-Geschäfts orientieren. In der ersten Gruppe sind jene elf Institute, die bereits ins Visier der US-Justiz geraten sind, wie etwa Julius Bär oder die Credit Suisse. Diese müssen dem Vernehmen nach individuell mit der Justiz eine Einigung aushandeln, ein sogenanntes „Non Prosecution Agreement“.

Spannend wird, welche Banken zur zweiten Gruppe gehören werden. Diese soll jene Institute umfassen, die bisher noch keinen Ärger mit der US-Justiz, aber substanziell US-Kunden im Bestand haben. Diese Banken stehen im Verdacht, von UBS US-Kunden übernommen zu haben, als die Großbank 2009 beinahe in den USA wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung angeklagt worden war.

Kommentare (6)

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Grierzimitanand

29.05.2013, 11:15 Uhr

Frage mich echt, warum sich die Schweizer diese "amerikanische Sondersteuer" bieten lassen!

Account gelöscht!

29.05.2013, 11:56 Uhr

Ich frage mich ebenso weshalb sich die Schweizer so dermassen verdummbeuteln lassen. Wie wäre es denn wenn wir erstmal über die Scheinfirmen und Schwarzkonten in Delaware oder Nevada reden würden? Inc.'s die von Agents verwaltet werden für einen Pauschalbetrag pro Jahr wo es lediglich ein BRiefkasten aber keine echte Firma gibt und zwar in einer Anzahl dass selbst Liechtenstein wie ein Waisenknabe aussieht....reden wir doch mal darüber!

emsch

29.05.2013, 12:13 Uhr

Da haben Sie vollkommen recht.
Der schweizer Bundesrat und dessen Damen müssen bescheuert sein!! Sie lassen sich von den USA erpressen und machen sich in die Ho...! Bald kommt die EU auch dann können die Schweizer wieder bezahlen! Wenn das nur nicht noch zu einem Volksaufstand führt.Nicht alle Schweizer sind so blöd wie die Regierung in Bern!!!

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