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15.03.2012

08:53 Uhr

US-Streitkräfte

Amokläufer aus Afghanistan ausgeflogen

Nach der Tötung von 16 Zivilisten ist der mutmaßliche Amokläufer ausgeflogen worden. Parlamentarier hatten gefordert, den Amerikaner in Afghanistan vor Gericht zu stellen. Dort hätte ihm die Todesstrafe gedroht.

Amerikanische Soldaten gehen an Bord eines Helikopters. Reuters

Amerikanische Soldaten gehen an Bord eines Helikopters.

KabulDie US-Streitkräfte haben den mutmaßlichen Amokläufer aus ihren Reihen nach Kuwait ausgeflogen, der in einem afghanischen Ort 16 Zivilpersonen getötet haben soll. Das verlautete aus amerikanischen Regierungskreisen. Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, teilte zuvor am Mittwoch ohne genauere Ortsangabe mit, der 38-jährige Stabsunteroffiziers sei „auf juristischen Rat hin“ außer Landes gebracht worden.

Afghanische Parlamentsabgeordnete hatten gefordert, den mutmaßlichen Täter in ihrem Land vor Gericht zu stellen. US-Verteidigungsminister Leon Panetta hat erklärt, bei einem Schuldspruch drohe dem Beschuldigten die Todesstrafe.

Der Verdächtige hatte am Sonntag vor Tagesanbruch einen US-Stützpunkt im Bezirk Pandschwai der Provinz Kandahar verlassen und in drei Häusern 16 Zivilpersonen erschossen. Afghanische Ermittler vermuten, dass es mehr als einen Täter gegeben habe. Einer von ihnen sagte, den afghanischen Ermittlern seien Videoaufzeichnungen gezeigt worden, die zeigen, wie der Verdächtige alleine in den US-Stützpunkt zurückkehrt und sich ergibt. Dies solle belegen, dass es nur einen Täter gebe.

Die Beziehungen zwischen der internationalen Schutztruppe und der afghanischen Regierung sind seit der Verbrennung von Koran-Büchern in einer Müllgrube eines US-Stützpunktes im vergangenen Monat ohnehin bis aufs Äußerste gespannt. Mehr als 30 Menschen wurden bei Protesten und Angriffen seitdem getötet.

Von

dapd

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