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12.01.2012

00:58 Uhr

US-Studie

Atommaterial könnte in Hände von Terroristen fallen

Eine Studie zeigt, dass Atommaterial auf der ganzen Welt zu unsicher gelagert wird - vor allem in Nordkorea, Pakistan und Iran. Doch auch in anderen Ländern könnten die Bestände zur Terrorgefahr werden.

Ein Schild warnt vor Strahlung im atomaren Zwischenlager in Gorleben. dpa

Ein Schild warnt vor Strahlung im atomaren Zwischenlager in Gorleben.

WashingtonDie weltweiten Bestände an Atommaterial sind laut einer US-Studie nicht ausreichend gesichert und könnten in die Hände von Terroristen fallen. Eine am Mittwoch veröffentlichte Untersuchung der Nichtregierungsorganisation Nuclear Threat Initiative (NTI) kommt zu dem Schluss, dass Nordkorea, Pakistan und der Iran die Länder mit den am wenigsten gesicherten Atombeständen sind.

Die Organisation, die sich dem Kampf gegen die Verbreitung von Atommaterial verschrieben hat, ließ die Sicherheit von Atommaterial in hunderten Lagerstätten in 32 Ländern durch Experten einstufen. Dabei ging es um Lager, die jeweils über mehr als ein Kilo atomwaffenfähiges hochangereichertes Uran verfügen. Einige der untersuchten Stätten seien gut gesichert, viele andere jedoch nicht, so dass waffenfähiges Atommaterial gestohlen oder auf dem Schwarzmarkt an Terrororganisationen verkauft werden könnte, hieß es in der Studie.

Die Experten stuften die untersuchten Länder nach fünf Kriterien ein: Menge des dort verfügbaren hochangereicherten Urans und Plutoniums und Anzahl der Lagerstätten, Schutzvorkehrungen in den Atomlagern, Transparenz und Umsetzung von internationalen Sicherheitsstandards, Fähigkeit und Bereitschaft des Staates zur Anwendung dieser Sicherheitsstandards, sowie soziale Faktoren wie politische Stabilität, Korruption und Existenz von Gruppen, die sich Atommaterial verschaffen wollen.

Als sicherste Länder stuften die Experten Australien, Ungarn und Tschechien ein. Am unteren Ende der Skala rangieren Nordkorea wegen mangelnder Transparenz und Einhaltung internationaler Standards, Pakistan wegen seiner politischen Instabilität, der Existenz militanter Organisationen sowie verbreiteter Korruption und der hohen Zahl an Lagerstätten, und der Iran. Alle Staaten «können und sollten» mehr für die Sicherheit ihrer Bestände an Atommaterial tun, forderte NTI-Präsidentin Joan Rohlfing.

Von

afp

Kommentare (5)

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Thomas-Melber-Stuttgart

12.01.2012, 08:16 Uhr

Der Iran verfügt über kein hochangereichertes - nuklearwaffenfähiges - Uran. Davon ab ist das Risiko einer "dirty bomb" deutlich höher.

Propaghandi

12.01.2012, 09:38 Uhr

Exakt lieber Thomas. Auch mit diesem Artikel soll die Angst vor dem Iran weiter geschürt werden, in dem man ihm untertstellt a) "hochangereichertes" Uran / Plutonium zu besitzen und b) zu blöd / Unvorsichtig zu sein, dieses richtig zu lagern.
Gleichzeitig wird mit diesem Artiekel jedoch auch klar, dass der Iran mit der IAEO / NTI zusammen arbeitet - sonst wüssten diese Stellen ja nichts über die Menge/Lagerung etc.
wir wollen ja nicht davon ausgehen, dass die ganze "Nachricht" aus den Fingern gesogen ist und nur als Propaganda dient - oder doch?

kurzda

12.01.2012, 10:00 Uhr

Tja, unsere Medien, immer wird gesagt der Iran lässt da niemand ran. Jetzt wird dort unsicher gelagert. Auch Nordkorea lässt bestimmt niemand ran. Reine Spekulation dieser Bericht, Oder gibt Nordkorea Führungen durch die Atomanlagen ?

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