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22.08.2014

04:23 Uhr

US-Verteidigungsministerium

„IS muss besiegt werden“

Im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat schließen die USA auch Angriffe auf IS-Stellungen in Syrien nicht aus. Gleichzeitig warnte Pentagonchef Chuck Hagel vor der bisher nicht gekannten Schlagkraft des IS.

Nach Enthauptung des US-Journalisten

„IS ist mehr als eine Terror-Organisation“

Nach Enthauptung des US-Journalisten: „IS ist mehr als eine Terror-Organisation“

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WashingtonUS-Verteidigungsminister Chuck Hagel hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) als extreme Bedrohung für die Vereinigten Staaten bezeichnet. „Es ist weit mehr als eine Terrorgruppe“, sagte Hagel am Donnerstag im Pentagon-Hauptquartier in Washington auf einer Pressekonferenz mit Generalstabschef Martin Dempsey. Sie sei „so hoch entwickelt und gut finanziert wie keine andere“, ihre militärische Schlagfähigkeit sei „jenseits von allem, was wir kennen“.

Der Minister schloss nicht aus, auch Luftangriffe gegen IS-Stellungen in Syrien in Betracht zu ziehen. „Wir denken über alle Optionen nach“, sagte er auf konkrete Nachfrage eines Reporters.

Die Terrorgruppe Islamischer Staat

Ziel

Die Organisation Islamischer Staat (IS), früher Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) genannt, gehört zu den radikalsten islamistischen Gruppen im Nahen Osten. Sie kämpft für einen sunnitischen Gottesstaat im arabischen Raum.

Ursprung

Der IS ging aus dem irakischen Widerstand der 2003 gegründeten Gruppe „Tawhid und Dschihad“ hervor, die sich gegen die US-Invasion im Irak wandte. Erster Anführer war der für seine Grausamkeit berüchtigte Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi. Seit 2013 leitet der Iraker Abu Bakr al-Baghdadi den IS.

Aktivitäten

Die Gruppe griff Im Irak nicht nur US-Soldaten an, sondern verübte auch Selbstmordanschläge auf Schiiten und Christen im Land. Al-Sarkawi wurde 2006 von der US-Armee getötet. Seither führen Iraker die Organisation. Deren zweiter früherer Name „Islamischer Staat im Irak und der Levante“ verdeutlicht den Anspruch, einen sunnitischen Großstaat zwischen Mittelmeer und Euphrat zu errichten.

Entwicklung

An Macht gewann der IS, als sie sich im Frühjahr 2013 in den syrischen Bürgerkrieg einmischte. Dort überwarf sie sich mit der aus syrischen Salafisten bestehenden Al-Nusra-Front, obwohl beide Gruppen damals dem Terrornetzwerk al-Qaida nahestanden.

Standorte

Vor allem im Nordosten Syriens greift der IS syrisch-kurdische Städte an und massakriert die Zivilbevölkerung. Im Irak profitiert die Miliz vom Streit der von Schiiten dominierten irakischen Regierung mit den sunnitischen Parteien des Landes. Am 29. Juni rief der IS das Kalifat in den von im kontrollierten Gebieten aus – mit al-Baghdadi als Kalif.

Finanzierung

Der IS finanzierte sich anfangs vor allem durch Spenden aus den Golfstaaten Katar und Saudi-Arabien, aber auch durch Wegzölle entlang der Grenzen zwischen Irak und Syrien. Mit den Landgewinnen nahmen die Gewinne aus illegalen Ölverkäufen der kontrollierten Felder zu.

Söldner

In den Reihen der Gruppe kämpfen internationale Brigaden, darunter Muslime aus Nordafrika und den arabischen Golfstaaten sowie Konvertiten aus Europa und Nordamerika.

Laut Generalstabschef Martin Dempsey könne die Terrorgruppe nicht bezwungen werden, ohne sie auch in Syrien anzugreifen. Daraus ergebe sich aber nicht unbedingt die Notwendigkeit neuer US-Luftangriffe. Das Problem müsse vielmehr von Washington und regionalen Partnern diplomatisch, politisch und militärisch angegangen werden, sagte Dempsey.

Der Kampf müsse auf beiden Seiten der „quasi nicht existierenden Grenze“ zwischen dem Irak uns Syrien geführt werden, sagte Dempsey weiter. „Das wird passieren, wenn wir ein Bündnis in der Region haben, das die Aufgabe übernimmt, IS langfristig zu besiegen“, sagte Dempsey mit Blick auf die internationale Gemeinschaft. Luftangriffe seien aber nur ein kleiner Teil der dafür notwendigen Werkzeuge. Er wolle aber nicht ankündigen, dass die USA sie ausführen würden, betonte er.

Das militärische US-Vorgehen gegen den Islamischen Staat beschränkt sich bislang auf den Irak, doch mehren sich besorgte Stimmen, dass dessen Kämpfer von sicheren Häfen in Syrien aus ihren Einflussbereich im Nachbarland ausdehnen.

Kommentare (22)

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Herr Teito Klein

22.08.2014, 07:35 Uhr

Die Terrormiliz IS ist die größte Gefahr des 21. Jahrhunderts.
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Sie breitet sich aus wie die Pest und muss bekämpft werden.
Sie rekrutieren sich weltweit. Auch in Europa.
Es gibt genügend verblendete/verwirrte, die sich ihnen freiwillig anschließen.

Herr Woifi Fischer

22.08.2014, 07:39 Uhr

„IS muss besiegt werden“.

Ist dies die Bankroterklärung der USA als Weltpolizist?

Die USA spionieren die ganze Welt aus, aber das heraufziehende Unheil IS haben die Geheimdienste nicht erkannt?

Oder wurde es bewusst verschwiegen um einen Grund zu haben, wider Militärisch im Irak und Syrien aktiv zu werden?

Das Ansehen der Weltmacht USA sinkt immer schneller, es wird soweit kommen dass sich die USA für lange Zeit von der Weltbühne verabschieden werden, und die vielen Weltprobleme von anderen Großmächten gelöst werden müssen.
Die USA haben sehr große Probleme im eigenen Land, zwischen Schwarz und Weiß, und die werden immer dringlicher, und warten auf Lösungen.

Der amerikanische Traum geht so langsam zu Ende.

Frau Ich Kritisch

22.08.2014, 07:42 Uhr

Soso, die USA brauichen Verbündete in Syrien...
Was kommt nun als nächstes? Wird nun die syrische Opposition (unter anderem AlKaida) oder Assad mit Waffen ausgerüstet? Alles zum Zwecke des Weltfriedens.

Wenn man sich die aktuelle Weltpolitik mal ala Sherlock Holms ansieht, dann muss man sich die Frage stellen - Wem nützt es. Und so unglaublich auch die Antwort sein mag - es dürfte die richtige sein.
An Kriegen verdienen zunächst die Rüstungshersteller - aber auch eine Unmenge an Hilfsorganisationen! Was würde denn aus all den diversen Hilfsorganisationen wenn es einen Weltfrieden gäbe? Tausende wären mit einem Schlag arbeitslos. Wenn es keine Kriege gäbe dann gäbe es auch keine Kriegsflüchtlinge. Die Caritas, Misereor das Rote Kreuz etc. etc. wären auf ein paar Naturkatastrophen angewiesen um Spenden zu erhalten. Da würden plötzlich Sparmaßnahmen notwendig. Die Chefs würden weniger.
Die Organisationen die Kriege wirklich brauchen, das sind die Massen an Hilfsorganisationen.

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