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08.02.2017

06:18 Uhr

US-Visapolitik

Wenn die Angst über den Campus schleicht

VonAxel Postinett

Die Angst geht um: Werden ausländische Wissenschaftler, Lehrer und Programmierer zum nächsten Opfer von Trumps Einwanderungspolitik? Die Situation spitzt sich zu. Auch für eine überraschende Gruppe: junge Modells.

Trump gegen Washington

„MuslimBan“ – Kein Urteilsspruch im Streit um Einreiseverbot

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San FranciscoSie haben sich weit aus dem Fenster gelehnt. Mit einem Brief an ein Berufungsgericht in San Francisco haben sich 100 Technologie-Firmen aus den USA gegen das jüngste Einreise-Verbot von US-Präsident Donald Trump ausgesprochen, das von mehreren US-Gerichten vorläufig gestoppt wurde.

Richter in San Francisco haben am Dienstag in einer mündlichen Anhörung die Argumente der klagenden Parteien angehört. Jetzt soll das Gericht entscheiden, ob die Aussetzung bis zur Klärung im Hauptverfahren wirksam bleiben wird. Das Urteil soll erst Ende der Woche fallen. Aber die Lage wird immer unüberschaubarer.

Egal, wer gewinnt, beide Parteien werden mit Sicherheit bis zum obersten Gerichtshof gehen, um ihre Sache durchzufechten. Das kann dauern. Trotzdem ist das Einwanderungsthema damit nicht erledigt. Im Gegenteil. Denn vor allem für Präsident Trump wäre eine endgültige Ablehnung eine persönliche Demütigung.

Keine Entscheidung zum US-Einreisestopp: Eine Anhörung, fesselnd wie ein Hörspiel

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Nächste Runde im Justizkrimi um Trumps Einreisestopp: Eine telefonische Anhörung – zwei Anwälte, drei Richter. Was nach langweiliger Paragrafenreiterei klingt, wird zum wilden Galopp. Ausgang offen.

Und Demütigungen mag der neue US-Präsident gar nicht, was die vorlaute Tech-Industrie mit ihrer offenen Opposition schnell zu spüren bekommen könnte. Eines trifft die Branche besonders hart und wäre eine schallende Ohrfeige für die Aufsässigkeit ihrer Anführer: Es sind die 1990 eingeführten sogenannten „H1-B“-Visa für hochqualifizierte Arbeitskräfte oder Wissenschaftler aus dem Ausland. Sie gelten sechs Jahre, haben eine Verlängerungsoption und sind an einen Arbeitsplatz gebunden, zum Beispiel in einer Universität oder in einem Unternehmen.

Die expandierende Silicon-Valley-Industrie deckt so einen guten Teil ihrer Neuanstellungen. Ohne hochqualifizierte Zuwanderung aus Ländern wie China oder Indien könnte die US-Industrie spürbar zurückfallen, so ein Sprecher der Silicon Valley Leadership Group, die 400 Mitgliedsfirmen vertritt. 120.000 High-Tech-Spezialisten würden pro Jahr benötigt, aber nur gut 25.000 verließen pro Jahr die amerikanischen Universitäten.

US-Einreiseverbot: Wo Einwanderer aus den sechs Ländern leben

Sechs Länder, sechs US-Regionen

Sechs mehrheitlich muslimische Länder sind von dem US-Einreisedekret betroffen. Wo in den USA leben Einwanderer und Flüchtlinge, die aus den fraglichen Ländern stammen? Angaben der „New York Times“ und aus Bevölkerungserhebungen (Census 2015):

Syrien

10.116 Menschen aus Syrien leben laut Einwohnererhebungen von 2015 in den Bundesstaaten New York und New Jersey.

Somalia

24.476 aus Somalia stammende Menschen leben im Gebiet von Minneapolis.

Sudan

In Washington D.C. und seinen Vororten leben 4621 Einwanderer aus dem Sudan.

Iran

147.597 Menschen aus dem Iran leben im Gebiet Los Angeles und Long Beach.

Jemen

Das Gebiet rund um Detroit zählt 11.247 Menschen aus dem Jemen.

Libyen

Etwa 9000 Menschen, die aus Libyen stammen, sollen in den USA verstreut leben.

Quelle: dpa

Beim ersten Treffen mit dem Präsidenten hatten hochrangige Vertreter der Industrie noch betont, wie wichtig das Thema sei und Trump hatte Hilfe versprochen. Einwanderer gehören zur wichtigsten Gruppe von Unternehmensgründern und schaffen Arbeitsplätze, siehe Einwanderersohn Steve Jobs oder Google-Mitgründer Sergey Brin, der höchstpersönlich bei den Demonstrationen auf dem Flughafen von San Francisco erschien.

Doch nur drei Tage nach dem Erlass der chaotischen Einreiseverordnung legte Trumps Sprecher Sean Spicer die Daumenschrauben an. Beim Presse-Briefing im Weißen Haus erklärte er, der Präsident werde weiter auch über die H1-B-Visa beraten und das Thema über „eine Executive Order angehen und eine Zusammenarbeit mit dem Kongress“. Und eine Ausweitung der H1-B-Visa steht ganz offenbar nicht auf dem Programm.

Kommentare (18)

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Account gelöscht!

08.02.2017, 08:41 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette

Herr Andreas Kertscher

08.02.2017, 08:44 Uhr

Danke, endlich mal vernünftige Zahlen, um dieser wilden Spekulation ein Ende zu bereiten.

Account gelöscht!

08.02.2017, 08:55 Uhr

Zu diesen ausländischen Hochqualifizierten Arbeitskräften kann man auch billige Arbeitskräfte sagen.

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