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01.02.2013

12:28 Uhr

US-Vizepräsident in Berlin

Der Strahlemann aus Amerika

VonNils Rüdel

Hoher Besuch in Berlin: Mit US-Vizepräsident Joe Biden hat Obama seinen wichtigsten Mann geschickt. Der 70-Jährige ist ein gewiefter Polit-Veteran und hat in den USA Kultstatus – wegen seiner zahlreichen Fettnäpfchen.

US-Vizepräsident Joe Biden ist in Berlin. dpa

US-Vizepräsident Joe Biden ist in Berlin.

Wenn es am heutigen Nachmittag im Berliner Regierungsviertel plötzlich ein bisschen heller werden sollte, könnte das an ein paar seltenen Sonnenstrahlen liegen – oder an Joe Biden.

Der US-Vizepräsident wird dem Kanzleramt ein wenig Glanz verleihen, im wahrsten Sinne: Niemand in der amerikanischen Politik kann derart gewinnend strahlen. Viele Witze kursieren über Bidens auffälligstes Merkmal, etwa der, dass er allein mit seiner perfekten weißen Zahnreihe den stromlosen Opfern des Hurrikans Sandy wieder Licht verschaffte. Biden, der 70-jährige Kumpeltyp, lächelt sie alle an die Wand.

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Der Besuch bei Kanzlerin Angela Merkel wird der Auftakt sein für Bidens Europa-Trip und zugleich eine Freundschaftsgeste an die Deutschen, für die sein Chef Barack Obama bislang keine Zeit gefunden hat. Der Präsident war zwar schon 2008 als Kandidat in Berlin und später nochmal in Baden-Baden und Dresden. Ein offizieller Staatsbesuch aber steht noch aus.

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Zeitweise war die USA-Begeisterung in Berlin gewichen. Dass der US-Vizepräsident nun Deutschland besucht, bedeutet viel und beweist ein Gespür für politische Gesten - es festigt die transatlantischen Beziehungen.

Dafür ist nun Joe Biden gekommen, und damit einer der öffentlichsten und einflussreichsten Vizepräsidenten der jüngeren US-Geschichte. Auf der Tagesordnung mit Merkel unter anderem: die Konfliktherde dieser Welt, die Eurokrise und ein mögliches Freihandelsabkommen zwischen Europa und den USA. Seine Reise wird ihn neben Berlin auch zur Münchener Sicherheitskonferenz führen und anschließend zu Staatsbesuchen in Paris und London.

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Quelle

IMD-„World Competitiveness Ranking“ 2012.

Die Schweizer Business-School IMD veröffentlich seit 1989 jährlich ihr Wettbewerbsranking. Dazu befragen die Wissenschaftler mehr als 4200 internationale Geschäftsleute. Die Länder werden nach über 300 Kriterien bewertet.

Auch wenn Biden nur die Nummer zwei ist, wird es doch fast so sein, als würde Obama selbst kommen. Der Präsident und sein Vize gelten als engste Vertraute, und immer wenn es besonders brenzlig wird, muss der erfahrene Biden ran.

So war es der Vizepräsident, der den oppositionellen Republikanern über Neujahr einen Kompromiss im Haushaltsstreit abrang, als die Verhandlungen längst aussichtslos waren. Zuvor hatte er schon großen Anteil daran gehabt, dass die Konjunkturprogramme durch den Kongress kamen. Zuletzt beauftragte Obama seinen Stellvertreter mit der fast unmöglichen Aufgabe, strengere Waffengesetze auf den Weg zu bringen.

Kommentare (2)

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R.Rath

01.02.2013, 13:19 Uhr

Der Chef schickt seinen Vize und das, wo doch Frau Merkel und Herr Gauck so dringend und geradezu kniefällig gebeten und gebettelt haben, der Chef möge selber kommen.
Eine schöne Illustration wie die (Macht)-Verhältnisse in den "Vereinigten Saaten des Westens" wie sie von Herrn Gabor erträumt werden, auszuschauen haben.
Man wird sich nicht auf Augenhöhe begegnen, von "Gleich" zu "Gleich" sondern man wird sich mit freundlichen paternalistischen Gesten zu begnügnen haben, wo immer sichergestellt ist, wer der Hund ist und wer der Schwanz.

RumpelstilzchenA

01.02.2013, 15:23 Uhr

....wer der Hund ist und wer der Schwarz.
Die Amis sind Besatzungsmacht in Deutschland und da kann man nicht von Augenhöhe sprechen.
Ms Merkel träumt zwar vom weißen Sand in der Franzisko-Bay, muss aber schlussendlich mit der märkischen Streusanderde vorlieb nehmen.

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