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27.04.2016

08:21 Uhr

US-Vorwahlen

Der Super-Trumpday

VonAxel Postinett

Es war ein weiterer Triumphzug für Donald Trump. Die republikanische Partei muss dem unwürdigen internen Wahlkampfspektakel jetzt ein Ende setzen, wenn sie nicht jede Selbstachtung verlieren will. Eine Analyse.

US-Präsidentschaftskandidaten

Trump: „Ich gewinne, also warum sollte ich mich ändern?“

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San FranciscoFünf Bundesstaaten gab es am Dienstag zu gewinnen – und Donald Trump hat sie alle gewonnen. Teilweise mit dramatischem Abstand zu den chancenlosen Verfolgern Ted Cruz und John Kasich.

Trump hat jetzt insgesamt 949 Delegiertenstimmen auf sich vereint. Das sind drei Viertel der Stimmen, die er braucht, um Präsidentschaftskandidat zu werden. Rund 620 Stimmen sind noch zu vergeben.

Es wird ein haarscharfes Rennen werden um die letzten verbliebenen Delegierten. Vielleicht wird sogar erst die Vorwahl in Kalifornien den Ausschlag geben, bevor im Juli der entscheidende Parteitag in Cleveland stattfindet. Das hat es noch nie gegeben.

Das Rennen bei den Republikanern ist zu einem unschönen politischen Manöver verkommen: Kasich und Cruz betreiben nur noch eine Anti-Trump-Kampagne, sie kämpfen nicht mehr für sich. Sie können die magische Zahl von 1237 Delegierten ohne parteiinternes Geschacher nicht mehr erreichen. Damit kämpfen sie gegen den Wählerwillen. Denn eigentlich gilt: Wer bei den Vorwahlen verliert, hat ein Einsehen und gibt auf. Das haben Jeb Bush oder Ben Carson gemacht, Carly Fiorina oder Chris Christie.

US-Vorwahlen: Trump holt sich fünf weitere Staaten

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Fünf weitere US-Bundesstaaten hat der republikanische Immobilien-Milliardär Trump in der Tasche. Seine demokratische Konkurrentin Clinton holt sich vier. Ein Showdown zwischen beiden im November scheint sicher zu sein.

Nicht so Cruz und Kasich. Sie bleiben im Rennen – angeblich zur Rettung der Partei, die mit Trump an der Spitze „ein Desaster“ erleiden und „um eine Generation“ zurückgeworfen werden würde, wie Cruz öffentlich zum Besten gibt. Dafür wollen sie sich sogar gegenseitig kampflos einzelne Bundesstaaten überlassen, um Trump um Delegiertenstimmen zu bringen und eine Kampfabstimmung auf dem Parteitag zu erzwingen. Ein beispielloses Vorgehen.

Doch das Spiel wird nicht aufgehen. Im Gegenteil. Die ohnehin schon verärgerten Wähler dürften noch wütender werden. Die Abneigung gegen das Establishment in Washington ist ohnehin schon groß und davon profitiert Trump. Das Ergebnis der fünf Vorwahlen am Dienstag in Connecticut, Delaware, Maryland, Pennsylvania und Rhode Island war ein klares Signal.

Die Wähler wussten, wie verzweifelt die Parteiführung der Republikaner über den Siegeszug von Trump ist, sie wussten auch von der Anti-Trump-Allianz von Casich und Cruz. Wenn wirklich die schweigende Mehrheit der Republikaner den umstrittenen Immobilien-Unternehmer ablehnt, dann hätten die Wähler am Dienstag gegen Trump gestimmt. Doch das ist nichts passiert. Aus dem Super-Tuesday wurde ein Super-Trumpday.

Die republikanische Partei muss der Wahrheit ins Gesicht sehen: Sie hat Trump geschaffen und später unterschätzt. Der Milliardär hat die Partei geradezu meisterhaft aufs Kreuz gelegt.

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