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04.01.2012

03:31 Uhr

US-Vorwahlen

Kopf an Kopf in Iowa

VonNils Rüdel

Wer US-Präsident werden will, muss erst einmal in Iowa Hände schütteln: Am Abend steigt hier die mit Spannung erwartete erste Vorwahl der Republikaner. Danach wird es für manche Kandidaten düster.

Die Wahl-Sticker der republikanischen Kandidaten. AFP

Die Wahl-Sticker der republikanischen Kandidaten.

Des MoinesDie Kleinstadt Des Moines hat sich herausgeputzt an diesem so besonderen Tag. Der Himmel ist blau, die Straßen sind sauber – die Hauptstadt des US-Bundesstaates Iowa kann heute im Lichte der Weltöffentlichkeit glänzen, so wie die goldene Kuppel des Landesparlaments in der Morgensonne. Eine perfekte Kulisse für die unzähligen Fernsehkameras, die die 200.000-Einwohner-Stadt belagern. „Decision Day“, schreibt der lokale „Des Moines Register“ quer über die Titelseite.

Denn hier, im amerikanischen Niemandsland im Mittleren Westen, fallen in wenigen Stunden wichtige Entscheidungen. Entscheidungen, die beeinflussen, wer der nächste Präsident der Vereinigten Staaten werden könnte. Die Republikaner treffen sich zu den ersten Vorwahlen des Wahlkampfes 2012, Caucus genannt, und stimmen darüber ab, wer im November gegen Präsident Barack Obama antreten soll.

Der Terminkalender der US-Vorwahlen

3. Januar

Iowa (caucus)

10. Januar

New Hampshire (primary)

21. Januar

South Carolina (primary)

31. Januar

Florida (primary)

4. Februar

Nevada (caucus)

4. bis 11. Februar

Maine (caucus)

7. Februar

Colorado (caucus)
Minnesota (caucus)
Missouri (primary)

28. Februar

Arizona (primary)
Michigan (primary)

3. März

Washington (caucus)

6. März (Super Tuesday)

Alaska (caucus)
Georgia (primary)
Idaho (caucus)
Massachusetts (primary)
North Dakota (caucus)
Ohio (primary)
Oklahoma (primary)
Tennessee (primary)
Vermont (primary)
Virginia (primary)

6. bis 10. März

Wyoming (caucus)

10. März

Kansas (caucus)
U.S. Virgin Islands (caucus)

13. März

Alabama (primary)
Hawaii (caucus)
Mississippi (primary)

17. März

Missouri (GOP caucus)

20. März

Illinois (primary)

24. März

Louisiana (primary)

3. April

District of Columbia (primary)

Maryland (primary)
Wisconsin (primary)
Texas (primary)

24. April

Connecticut (primary)
Delaware (primary)
New York (primary)
Pennsylvania (primary)
Rhode Island (primary)

8. Mai

Indiana (primary)
North Carolina (primary)
West Virginia (primary)

15. Mai

Nebraska (primary)
Oregon (primary)

22. Mai

Arkansas (primary)
Kentucky (primary)

5. Juni

California (primary)
Montana (primary)
New Jersey (primary)
New Mexico (primary)
South Dakota (primary)

26. Juni

Utah (primary)

Das hieß für die sieben Kandidaten bis zuletzt: Hände schütteln, Reden halten, für Fotos posieren, und zwar im Dauerbetrieb. Gleichzeitig wurden die Bürger mit TV-Spots, Zeitungsanzeigen und „Robocalls“ bombardiert – automatischen Anrufen, bei denen die Stimme der Kandidaten vom Band läuft.

Noch Dienstagfrüh feuerte Ron Paul, der libertäre Abgeordnete aus Texas, in der Valley High School Schüler an. Newt Gingrich, der Ex-Sprecher des Repräsentantenhauses, ging auf Tuchfühlung in Burlington. Im Sheraton Hotel in Des Moines lächelte der texanische Gouverneur Rick Perry seine schlechten Umfragewerte weg. Und Tea-Party-Frontfrau Michele Bachmann, abgeschlagen in den Umfragen, verbrachte die vergangenen Wochen im Tourbus durch alle 99 Bezirke des Landes.

Und der Ton wurde noch einmal schärfer. Gingrich, zuletzt Ziel anrüchiger Fernsehspots seiner Konkurrenten, bezeichnete Mitt Romney, den Ex-Gouverneur von Massachusetts, als „Lügner“. Bachmann polterte gegen Paul, der ihrer Meinung nach den Iran eine Atombombe bauen lassen würde.

Das Rennen denkbar knapp: Romney, Paul und der christlich-konservative Rick Santorum liefern sich in den Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Vor allem Romney und Paul gelten als Favoriten. Nach einer Befragung des TV-Senders CNN zu Beginn der Wahlversammlungen am Dienstagabend (Ortszeit) wollten jeweils 24 Prozent der Beteiligten für einen der beiden Bewerber stimmen. Der Ex-Senator aus Pennsylvania Santorum käme demnach auf 18 Prozent.

41 Prozent der rund 100.000 erwarteten Caucus-Teilnehmer haben sich laut der letzten Befragung des „Des Moines Register“ noch nicht endgültig entschieden, für wen sie abstimmen sollen.  

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