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04.04.2012

06:38 Uhr

US-Vorwahlen

Romney holt das Triple

Mitt Romney ist die Präsidentschaftskandidatur kaum noch zu nehmen. Der Republikaner siegte in gleich drei Bundesstaaten. Trotzdem wollen seine Rivalen nicht aufgeben - und klammern sich an einen letzten Strohhalm.

Republikaner Romney gewinnt weitere Vorwahlen

Video: Republikaner Romney gewinnt weitere Vorwahlen

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WashingtonDer moderate republikanische Politiker Mitt Romney ist mit drei Vorwahlsiegen der Nominierung als Präsidentschaftskandidat seiner Partei ein weiteres Stück näher gekommen. Er gewann am Dienstag in Maryland, Wisconsin und dem Hauptstadtbezirk Washington DC und brachte damit mehr als die Hälfte der Delegierten hinter sich, die er beim Nominierungsparteitag Ende August benötigt, um offizieller Herausforderer von Präsident Barack Obama zu werden.

Romney nutzte seine Siege, um seine Angriffe auf Obama zu verstärken und seinen hartnäckigsten Rivalen Rick Santorum zur Aufgabe aufzufordern. Obama sei für die Wirtschaftslage, die hohen Benzinpreise und die Lage an den Schulen und der Streitkräfte verantwortlich, sagte er in Waukesha in Wisconsin. An Santorum gerichtet erklärte er dem Fernsehsender Fox News: „Das Richtige für uns ist, denke ich, so schnell wie möglich einen Kandidaten zu bekommen und in der Lage zu sein, uns auf Barack Obama zu konzentrieren.“ Santorum hingegen sagte, er werde nicht aus dem Rennen aussteigen.

Für die Nominierung als Kandidat werden 1.144 Delegiertenstimmen benötigt. Romney hat am Dienstag mindesten 74 hinzugewinnen und damit insgesamt 646 Delegierte, an zweiter Stelle liegt Rick Santorum mit 272 Delegierten. Newt Gingrich und Ron Paul kommen auf 135 und 51 Delegierte. US-Beobachtern zufolge können Romneys Rivalen dessen Siegeszug kaum noch gefährden. Romney könnte bei seinen derzeitigen Ergebnissen bis Juni die Mehrheit für den Nominierungsparteitag zusammen haben.

Santorum war bei der Vorwahl in Washington nicht angetreten, in Maryland absolvierte er wenig Wahlkampfauftritte und in Wisconsin konzentrierte er sich auf ländliche Gebiete. Nach dem Sieg Romneys in drei Staaten dürfte der Druck auf den Erzkonservativen Santorum erheblich zunehmen, sich aus dem Rennen zu verabschieden. Der Ex-Senator hat sich jedoch mehr noch als die inzwischen abgeschlagenen Mitbewerber und Polit-Veteranen Newt Gingrich und Ron Paul als zäher Gegenspieler erwiesen.

Am Dienstag signalisierte er trotz der für ihn enttäuschenden Ergebnisse, dass er nicht aufgeben wolle. In einer Rede vor Anhängern deutete er an, dass er bis zum Nominierungsparteitag im Sommer durchhalten werde. Santorum setzt auf Achtungserfolge, um sich im Rennen zu halten. Im Mai stehen Abstimmungen in Bundesstaaten an, in denen er sich bessere Chancen als Romney ausrechnet. Auch der abgeschlagene frühere Chef des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich, spekuliert auf einen umkämpften Parteitag und hat erklärt, bis zum Ende im Rennen bleiben zu wollen.

Nun wird sich Romneys besser finanzierte und organisierte Wahlkampfmaschinerie massiv auf die nächste Vorwahl-Runde am 24. April konzentrieren. Dann wird in sechs Bundesstaaten abgestimmt, darunter in Santorums Heimatstaat Pennsylvania. Gewinnt Romney auch dort, könnte sich der April tatsächlich als Monat der von vielen Anhängern der Republikaner inzwischen regelrecht herbeigesehnten Entscheidung entpuppen.

Spätestens beim Parteitag im August müssen die Republikaner den Herausforderer von Präsident Barack Obama für die Präsidentschaftswahl am 6. November bestimmen.

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