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11.01.2012

06:17 Uhr

US-Vorwahlen

Teflon-Mitt gewinnt in New Hampshire

VonAstrid Dörner, Markus Ziener

Die Attacken seiner Gegner waren hart. Doch sie konnten den Sieg von Mitt Romney nicht verhindern. Der republikanische Kandidat lässt sich feiern – doch beim zweitplatzierten Ron Paul ist die Stimmung besser.

Romney baut Vorsprung aus

Video: Romney baut Vorsprung aus

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Manchester/New HampshireMitt Romney lässt sich gleich zwei Mal feiern. Seine Siegesrede hält er vor hunderten von Unterstützern  in der Kantine der Southern New Hampshire University. Doch der Raum ist viel zu klein für all die Fans, die gekommen sind, um ihn live zu sehen. Also wird die Turnhalle frei gemacht und Romneys Worte per Video-Konferenz dorthin übertragen. Doch das reicht dem großen, schlanken Mann nicht, der seit Wochen für sein Ticket ins Weiße Haus kämpft. Er will alle sehen. Deshalb taucht er nach der offiziellen Veranstaltung noch spontan in der Turnhalle auf für ein zweites Bad in der Menge. Seine Frau Ann  hat er mitgebracht, ebenso wie  fünf Söhne, die zum Teil mit deren Frauen und Kindern gekommen sind.

Die Romney-Großfamilie lächelt geduldig, während Papa Mitt Hände schüttelt und sein Autogramm auf Wahlplakate, Fotos und Baseball-Bälle schreibt. „Heute Nacht haben wir Geschichte geschrieben“, sagt der Star des Abends sichtlich zufrieden. Seit Jahrzehnten hat es kein republikanischer Präsidentschaftskandidat mehr geschafft, sowohl die Vorwahlen in Iowa als auch die Vorwahlen in New Hampshire gewonnen.

Mit 16 Prozent Vorsprung vor dem Zweitplatzierten Ron Paul hat Romney dieses Mal auch deutlich gewonnen – anders als vergangene Woche in Iowa, wo er mit nur acht Stimmen vorn lag. Doch historisch ist seine Rede nicht. Er teilt wieder einmal aus gegen US-Präsident Obama und listet auf, was er alles besser machen würde. Obama „will Amerika von Grund auf wandeln. Wir wollen Amerika zurück zu den ursprünglichen Prinzipien führen, die dieses Land groß gemacht haben. Dieser Präsident bekommt seine Inspirationen aus Europa, wir schauen auf die großen und kleinen Städte Amerikas.“ Die Stimmung ist gut, aber nicht überschwänglich. Nur wenige kann der glatte, gewandte Kandidat wirklich begeistern. Viele andere klatschen und jubeln eher aus Höflichkeit – weil man das in Amerika halt so macht.

Was dem jovialen Romney in der Universität nicht gelingt, klappt ein paar Kilometer weiter bei Ron Paul dafür umso besser. Hoffnungslos überfüllt war der „Executive Court“ schon lange bevor Ron Paul dort überhaupt auftauchte. Aber vor allem: Der repräsentative Veranstaltungssaal atmete Stolz, Leidenschaft und Selbstsicherheit. Denn mit 23 Prozent Zustimmung hat der libertäre Ron Paul einen beachtlichen zweiten Platz belegt. Der 76-Jährige hat gezeigt, dass seine Botschaft inzwischen breite Wählergruppen erreicht. Und anders als sonst war Paul in seiner Siegerrede aggressiver, spitzer, angriffslustiger. „Ich habe Gouverneur Romney zu seinem Sieg gratuliert“, sagt er. Um dann in höherer Stimmlage nachzusetzen: „Aber wir bleiben ihm auf den Fersen“. Quittiert wurde diese Ankündigung von seinen Fans mit dem Chor-Stakkato „President Paul“.

Kommentare (14)

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Radiputz

11.01.2012, 06:49 Uhr

Ron Paul ist Amerika, das sympatische!
Die Großväter und die Enkel werden die USA zu ihren Wurzeln zurückführen, wenn Gott will.

Philipp

11.01.2012, 06:55 Uhr

Es lebe das libertäre Amerika!
Ron Paul for President!!!

Petra

11.01.2012, 07:12 Uhr

Na wirklich klasse! Jetzt wird bis zur Präsidentenwahl über jedes Kuhdorf und jeden noch so kleinen Fehltritt aller Kandidaten berichtet. Die Berichterstattung zur US-Wahl in Deutschland ist umfangreicher als zur Bundestagswahl in Deutschland! Ach ja, ich vergaß... wir sind ja immer noch besetztes Land und ein Großteil der "freien" Medien befindet sich in US-Besitz.

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