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06.04.2016

15:51 Uhr

US-Vorwahlen

Wendepunkt Wisconsin?

Viele hielten die Geschichte der Republikaner-Vorwahlen in den USA schon für erzählt: Trump mache eh das Rennen. Das aber ist nach der Vorwahl in Wisconsin wieder weniger gewiss. Schuld ist der Milliardär wohl selbst.

Die nackte Wahrheit

Skurriler Nackt-Protest gegen Trump

Die nackte Wahrheit: Skurriler Nackt-Protest gegen Trump

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MadisonIst das nun der Anfang von Trumps Ende? Ja endlich, hoffen die einen inständig – und die anderen winken müde ab: Nein, woher denn. Donald Trump hat die Vorwahl in Wisconsin deutlicher als erwartet gegen Ted Cruz verloren. Bebend vor Stolz rief der siegreiche Senator von Texas in die Nacht: „Heute ist der Wendepunkt! Ein großer Sieg für Amerika! Mach Dich bereit, Hillary! Wir kommen!“

Andere halten dagegen: Trump habe die Niederlage in Wisconsin schon eingepreist gehabt. Landesweit habe eine schlechte Woche seinen Werten wenig angehabt. Der Reality-TV-Star sei nicht aufzuhalten, obwohl er dann einer der unbeliebtesten Kandidaten überhaupt sei. Nun schnitt Trump in Wisconsin mit einem Abstand von etwa 13 Punkten leicht schlechter ab als erwartet. Gerät wirklich etwas ins Rutschen?

Wisconsins hoher Anteil republikanischer Arbeiter und weißer Wähler hätte Trump in die Hände spielen können, einerseits. Andererseits liegt das Bildungsniveau über dem Durchschnitt der Trump-Wähler, sind die Familien traditioneller, verwobener, wertebewusster. Trump konnte auch hier keinerlei Beziehung zu dieser Gruppe herstellen. Das Wählermuster „wütend und alleine“ - hier verfing es nicht.

US-Vorwahlen: In Wisconsin erlebt Trump sein Waterloo

US-Vorwahlen

In Wisconsin erlebt Trump sein Waterloo

Bei den Vorwahlen in Wisconsin lassen die Favoriten Federn, die Außenseiter Cruz und Sanders gewinnen. Besonders für Trump ist die Niederlage bitter – er kann nun nur noch schwer auf die nötigen 1237 Delegierten kommen.

„Eigentlich ist Wisconsin kein idealer Staat für Cruz“, sagt Craig Gilbert vom „Milwaukee Journal Sentinel“ am Telefon. „Das ist eher ein Phänomen der vergangenen Wochen, das ihm Stimmen zugetrieben hat.“ Aber selbst als Einmalerscheinung sei Wisconsin folgenreich: „Es bremst Trumps Siegeszug doch enorm.“

Dem zur Theatralik neigenden Senator aus Texas waren ausschließlich Siegeschancen im Süden der USA eingeräumt worden. Nun gilt er vielen Republikanern als das kleinere zweier sehr großer Übel.

Im übertragenen Sinne kam Trump aus mehreren Wunden blutend nach Wisconsin, die er sich in den vergangenen Tagen sämtlich selbst zugefügt hatte. Er bezog allein binnen drei Tagen wenigstens fünf Positionen zum Thema Abtreibung, wofür die Amerikaner den schönen Begriff des „Flip-Floppers“ bereithalten. Vieles verstärkte den Eindruck, er habe ein grundsätzliches Problem mit Frauen.

Angeblich beginnt es in der Trump-Mannschaft nun zu rumoren, will das Nachrichtenportal „Politico“ wissen. Er höre zu wenig zu, sei zu oft zu unvorbereitet, nicht lernwillig, störrisch.

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