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15.01.2016

08:20 Uhr

US-Vorwahlkampf

Trump geht als Sieger aus vorletzter TV-Debatte hervor

Donald Trump baut seinen Vorsprung aus: Der Immobilienmogul kann mit Attacken auf seinen ersten Verfolger Cruz Punkten. Ein anderer Top-Kandidat bleibt weiterhin blass.

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Gut zwei Wochen vor Beginn der Vorwahlen in den USA hat der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Trump einer neuen Umfrage zufolge seinen Vorsprung vor der parteiinternen Konkurrenz ausgebaut. Einer gestern veröffentlichten landesweiten Erhebung des "Wall Street Journal" und des Fernsehsenders NBC zufolge führt Trump das Bewerberfeld mit 33 Prozent Zustimmung an - 13 Prozentpunkte vor dem zweitplatzierten Senator Cruz. Die republikanischen Bewerber kamen am Abend in Charleston im Bundesstaat South Carolina zu ihrer sechsten Fernsehdebatte zusammen.

Bei ihrer vorletzten TV-Debatte lieferten sich die Kandidaten heftige Wortduelle. Das Feld der sieben Bewerber auf der Hauptbühne in Charleston (South Carolina) richtete am Donnerstag (Ortszeit) außerdem scharfe Angriffe gegen den demokratischen Amtsinhaber Barack Obama, der am Dienstag seine letzte Rede zur Lage der Nation gehalten hatte. Im November wählen die US-Amerikaner einen neuen Präsidenten, Obama tritt im Januar 2017 ab.

Im Mittelpunkt der vom konservativen Sender Fox News übertragenen TV-Debatte stand der Streit zwischen dem New Yorker Immobilienmagnaten Donald Trump und dem erzkonservativen Senator Ted Cruz aus Texas. Trump griff Cruz an, weil dieser in Kanada geboren wurde. Trump verwies auf die US-Verfassung, wonach nur gebürtige Amerikaner Präsident werden können. Cruz verteidigte seine Kandidatur indes damit, dass seine Mutter US-Bürgerin sei, was die meisten Verfassungsrechtler ähnlich sehen.

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Trump und Cruz liegen in den Umfragen für die erste Vorwahl im Bundesstaat Iowa gleichauf an der Spitze. In den nationalen Umfragen und auch in New Hampshire, wo die zweite Vorwahl ausgetragen wird, führt der Baulöwe dagegen deutlich.

Zuletzt konnte jedoch Senator Cruz in Iowa in den Umfragen zu dem Immobilienmogul aufschließen. Dies wertete Cruz in der TV-Debatte denn auch als Grund, warum Trump seinen Geburtsort Kanada zum Thema gemacht habe. „Die Verfassung hat sich nicht geändert - die Umfragewerte schon“, erklärte Cruz.

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Er ist ruppig, ausfallend, beleidigend und kokettiert mit seinem Reichtum. Donald Trump ist das Enfant Terrible des US-Vorwahlkampfs. Doch die republikanische Partei hat keine andere Wahl: Sie muss an ihm festhalten.

Während der mehrstündigen Debatte legte sich Trump auch mit dem in Umfragen bisher enttäuschenden Jeb Bush an. Der Bruder des letzten republikanischen Präsidenten George W. Bush warf Trump vor, dessen strikte Anti-Muslim-Politik sei wirr, auch sein Vorschlag, China mit Handelszöllen zu belegen, sei unsinnig. Trump entgegnete persönlich: „Wir brauchen keine schwache Person als Präsident“, sagte er mit Blick auf Bush. Das Saal-Publikum in Charleston schlug sich allerdings auf die Seite Bushs.

Insgesamt bewerben sich für die Republikaner noch ein rundes Dutzend Männer und mit Carly Fiorina auch eine Frau um das höchste politische Amt in den USA. Nach den ersten Vorwahlen in Iowa und New Hampshire Anfang Februar wird erwartet, dass sich das Feld ausdünnt. Bei den Demokraten von Amtsinhaber Obama wurde das Rennen zwischen Favoritin Hillary Clinton und Senator Bernie Sanders zuletzt enger.

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