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22.08.2011

10:45 Uhr

US-Vorwahlkampf

Zieht dem Perry die Cowboystiefel aus

Er redet so kernig, dass George W. Bush wie ein Weichei erscheint: Mit Gebrüll hat sich der texanische Gouverneur Rick Perry in den Vorwahlkampf eingeschaltet. Doch seine radikalen Ansichten könnten Wähler verschrecken.

Rick Perry: Der Gouverneur aus Texas ist für die Todesstrafe, für Waffen und gegen Abtreibung. dpa

Rick Perry: Der Gouverneur aus Texas ist für die Todesstrafe, für Waffen und gegen Abtreibung.

WashingtonWäre der Mann eine Filmfigur, man würde dem Regisseur vorwerfen zu übertreiben. Zu gut passt Rick Perry in das Klischee eines republikanischen Haudegens.

Der Gouverneur aus Texas ist für die Todesstrafe, für Waffen und gegen Abtreibung. Die menschengemachte Klimaerwärmung hält er für eine Lüge korrupter Wissenschaftler, die Evolutionstheorie für gottlos. Niedrig sind die Steuern in seinem Land, die Sozialleistungen auch. Perry isst Liberale zum Frühstück und kann so kernig reden, dass George W. Bush neben ihm wie ein Weichei erscheint.

Bereits Legende sind seine Pöbeleien gegen Notenbank-Chef Ben Bernanke vor ein paar Tagen. Sollte der vor der Wahl im nächsten Jahr weitere Staatsanleihen aufkaufen, also Geld drucken, sei das nichts als „Verrat“. „Wir würden ihn bei uns ziemlich übel zurichten“, polterte Perry in breitem Südstaatenslang auf einer Wahlveranstaltung in Iowa.

Rick Perry, der Cowboy: Gut eine Woche, nachdem sich der 61-jährige Tea-Party-Held mit Gebrüll ins Feld der republikanischen Präsidentschaftskandidaten geworfen hat, ist es dieses Bild, das sich das Land von ihm macht. Konkurrenten wie Michele Bachmann oder Mitt Romney müssen zusehen, wie Perry an ihnen vorbei an die Spitze der Umfragen innerhalb der Partei gestürmt ist. Der begnadete Wahlkämpfer hat derzeit die besten Chancen, von den Republikanern nächstes Jahr zum Kandidaten gegen US-Präsident Barack Obama gekürt zu werden.

Doch das muss nicht so bleiben. Nicht alle in der Grand Old Party sind von Perrys ersten Tagen auf der nationalen Bühne begeistert. Denn so erfolgreich er Wähler anzieht, so kann er mit seinem breitbeinigen Auftreten andere wieder verlieren. Laut mehreren Presseberichten sorgen sich Parteistrategen, dass Perry die Unentschlossenen, die Mittelschichts-Familie aus den Vororten oder die Rentner in Florida eher verschreckt als begeistert. Peter King, Abgeordneter aus New Jersey und Vorsitzender des Heimatschutz-Ausschusses, brachte es im Magazin „Politico“ auf den Punkt: „Wenn Perry so weiter macht, wird er es schwer haben“.

Wie King fordern mittlerweile viele Konservative: Zieht dem Perry die Cowboystiefel aus. Vor allem seine Ausfälle gegen Bernanke gingen sogar Hardlinern zu weit. „Perry wird gegen den Eindruck kämpfen müssen, dass er nur ein Cowboy aus Texas ist“, sagte Karl Rove, Ex-Berater, enger Vertrauter von George W. Bush und Perry ohnehin nicht wohlgesinnt, dem Sender Fox News. Bruce Bartlett, der für Ronald Reagan und für George Bush Senior gearbeitet hat, nannte Perry schlicht einen „Idioten“.

Kommentare (3)

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Pendler

22.08.2011, 11:25 Uhr

netter Artikel, am Thema vorbei

Tatsache ist, die Amis haben langsam die Nase voll vom Sials-Staat und immer mehr Schulden machen, nur um die amerikanischen Hartz-IV Empfänger und "the poor from the south" zu subventionieren.

Noch lachen die dt. Polit-Greise über das, was sich in den USA anzeichnet. Aber dass es so nicht weiter geht, sollte man auch im fortgeschrittenen Alter von Frau Merkel ihrem Greisenkabinett erkennen können.

Wir haben einfach keinen Bock mehr, dass man unsere Bildung in einen Kahlschlag überführt und die Dolce-Vita Staaten und den Sozial Staat damit subventioniert.

Immer mehr Steuern
Immer mehr Schulden
Und wir sollen das später alles zurück bezahlen

Account gelöscht!

22.08.2011, 12:10 Uhr

Ja dieser Texaner speit Gift und Galle gegen den Praesidenten.Wie bei jeder Wahl werden Vereinfachungen und Generalisierungen dem Volk an den Kopf geschmissen.
Zusaetzlich muss man hier natuerlich mindestens taeglich bekennen ,dass man von seinem persoenlichen Heiland gerettet wurde.Das kommt im Sueden immer gut an.Dabei kann man dem politischen Gegner ,das Messer in den Ruecken hauen und auch noch umdrehen.
So meinen diese Typen von der Teaparty nominiert zu werden.
Ob das alles so aufgeht ,wird dann die Zirkusveranstaltung bei der GOP 2012 zeigen.
Ohne die politische Mitte kann bei uns kein Praesident ins Amt kommen.
Der Dummschwaetzer aus Austin wird sich schwer tun ,diese Leute zu ueberzeugen.
Die Teaparty stellt zwar etliche Abgeordnete aber ueber die Nomnierung entscheiden nicht nur diese starrkoepfigen und unflexiblen Ideologen.

Account gelöscht!

22.08.2011, 12:24 Uhr

Herr Pendler hat glaube ich ,wenig Ahnung was hier wirklich vorgeht.
Das Land befindet sich in einer Krise ,wo Probleme seit Laengerem von der Politik vor sich hergeschoben werden.
Das ist nicht nur die Arbeitslosigkeit sondern einiges mehr.
Wenn aber die Wirtschaft nicht laeuft ,koennen diese Probleme nicht angefasst geschweige denn geloest weden.
Es ist also eine Zusammenarbeit bei den Politikern angesagt.
Die Damen und Herren von der Teaparty muessen sich endlich bewegen und zwar schnell.
Blockaden ,Angsteinjagen und dumme Sprueche bei Wahlveranstaltungen helfen uns nicht weiter .

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