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08.01.2016

14:54 Uhr

US-Wahl 2016

Trump erinnert in Video an Lewinsky-Affäre

Donald Trump verschärft die Attacken gegen die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton: In einem Video erinnert der republikanische Politiker an die Affäre von Bill Clinton.

Die Affäre des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton sorgte international für Schlagzeilen. dpa

Bill Clinton und Monika Lewinsky

Die Affäre des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton sorgte international für Schlagzeilen.

WashingtonDer US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat in einem Video gegen seine demokratische Rivalin Hillary Clinton an die Affäre von deren Ehemann mit Monika Lewinsky erinnert. Das 15-Sekunden-Video, das am Donnerstag veröffentlicht wurde, zeigt den damaligen US-Präsidenten Bill Clinton Ende der 90er Jahre mit der Praktikantin Lewinsky, mit der er eine außereheliche Affäre hatte. Das nächste Bild zeigt eine New Yorker Zeitung mit der Schlagzeile „Lügner, Lügner“ neben Clintons Gesicht.

Über die Bilder ist Hillary Clintons Stimme gelegt, die sagt: „Frauenrechte sind Menschenrechte, und Menschenrechte sind Frauenrechte, ein für alle Mal.“ Der Clip zeigt auch Bilder der früheren First Lady, Senatorin und Außenministerin neben dem früheren Abgeordneten Anthony Weiner, der nach einem Sexskandal zurücktreten musste, sowie neben dem Fernsehstar Bill Cosby, der sich derzeit wegen Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs vor Gericht verantworten muss.

Der Clip schließt mit der ironischen Botschaft: „Eine wahre Verteidigerin der Frauenrechte.“ Trump führt seit Monaten in Umfragen zur Präsidentschaftskandidatur der Republikaner, während Clinton allgemein als Favoritin für die Kandidatur der Demokraten bei der Wahl 2017 gilt. Der schwerreiche Immobilienmogul Trump macht mit polemischen Angriffen auf Mexikaner, Muslime und andere Einwanderer sowie sexistischen Äußerungen Schlagzeilen.

Fahrplan bis zur Präsidentschaftswahl 2016

Die Ausgangssituation

Im November 2016 wählen die USA den Nachfolger von Präsident Barack Obama. Während bei Obamas Demokraten die frühere Außenministerin und ehemalige First Lady Hillary Clinton als große Favoritin für die Kandidatur gilt, zeichnet sich bei den Republikanern ein spannendes Nominierungsrennen ab.

Erstes Abtasten der Bewerber

Bei Demokraten und Republikanern hat das Rennen um das Weiße Haus in den vergangenen Monaten Fahrt aufgenommen. Die Bewerber sammelten Spenden, reisten zu Kundgebungen quer durch das Land und traten in parteiinternen TV-Debatten gegeneinander an. Die Präsidentschaftsanwärter konzentrieren sich vor allem darauf, die Basis der eigenen Partei von sich zu überzeugen.

Vorentscheidung beim Super-Dienstag

Am 1. Februar finden traditionell im ländlich geprägten Bundesstaat Iowa im Mittleren Westen die ersten Vorwahlen statt, gefolgt von den Abstimmungen in New Hampshire am 9. Februar. Die Ergebnisse aus Iowa: Bei den Demokraten lag Hillary Clinton hauchdünn vor Bernie Sanders, die Republikaner sehen Ted Cruz vor Milliardär Donald Trump.

Nach und nach stellen sich die republikanischen und demokratischen Bewerber in allen 50 Bundesstaaten dem Votum der Wähler. Die Abstimmungen ziehen sich bis in den Juni, meist stehen die Mehrheitsverhältnisse aber schon vorher fest. Eine Vorentscheidung könnte beim sogenannten Super-Dienstag am 1. März fallen, wenn 13 Bundesstaaten gleichzeitig abstimmen.

„Primary“- und „Caucus“-System

Bei manchen Vorwahlen dürfen nur registrierte Parteimitglieder teilnehmen, andere sind offen für alle Wahlberechtigten. Unterschieden wird je nach Bundesstaat auch zwischen dem „Primary“-System, bei dem Bürger den ganzen Tag ihre Stimme in einem Wahllokal abgeben können, und dem „Caucus“-System, bei dem sich Parteimitglieder zu abendlichen Diskussionsrunden auf Ortsebene treffen und dabei abstimmen.

Kandidatenkür bei den Parteitagen

Abschluss des Vorwahlprozesses sind die sogenannten Conventions, bei denen Delegierte aus allen Bundesstaaten den Kandidaten ihrer Partei ins Rennen schicken. Die Zahl der Vertreter, die jeder Staat entsenden darf, wird durch eine komplizierte Formel festgelegt und hängt vor allem von seiner Bevölkerungsstärke ab. Die meisten Delegierten sind an die Vorwahlergebnisse aus ihrem Heimatstaat gebunden.

Die Republikaner halten ihre Convention vom 18. bis 21. Juli in Cleveland im Bundesstaat Ohio ab. Der Nominierungsparteitag der Demokraten findet vom 25. bis 28. Juli in Philadelphia im Bundesstaat Pennsylvania statt.

Heiße Wahlkampfphase

Im Herbst 2016 liegen die entscheidenden Wochen des Wahlkampfes. Fast täglich erscheinen neue Umfrageergebnisse, mit denen Republikaner und Demokraten ihre Chancen abschätzen können. In drei Fernsehduellen am 26. September, 9. Oktober und 19. Oktober debattieren die Kandidaten innen- und außenpolitische Themen, während die Bevölkerung in besonders umkämpften Bundesstaaten wie Florida oder Ohio mit Wahlwerbespots überschwemmt wird. Beide Parteien sind auf der Hut vor einem „October Surprise“ – einem unerwarteten Ereignis im Oktober, das dem Präsidentschaftsrennen eine neue Dynamik geben könnte.

Von

afp

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