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04.02.2016

06:32 Uhr

US-Wahl 2016

Trump hasst Verlierer – und ist jetzt selbst einer

VonAxel Postinett

Nach der Wahl ist vor der Wahl. Donald Trump erzürnt die Iowa-Pleite. Öffentlich beschuldigt er daher Ted Cruz, ihm den Sieg in Iowa gestohlen zu haben. Tatsächlich baut Trump aber schon mal für New Hampshire vor.

US-Vorwahlen

Ist die Luft schon raus? Trump verliert in Iowa

US-Vorwahlen: Ist die Luft schon raus? Trump verliert in Iowa

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San FranciscoEs war ein Mittwoch, der es in sich hatte. Zwei Tage nach der Vorwahl von Iowa gaben mit Rand Paul und Rick Santorum zwei Republikaner ihre Präsidentschaftskandidatur auf. Ganz anders indes Donald Trump: Der Provokateur und große Verlierer von Montag lief wieder zu alter Form auf.

Konkurrent Ted Cruz, polterte der Milliardär und republikanische Anwärter auf eine Präsidentschaftskandidatur per Twitter, habe die Vorwahl in Iowa nicht gewonnen. Er habe sie ihm gestohlen.

Tatsächlich hatte das Team des Senators aus Texas wohl ein paar Seiten aus dem Wahlkampfhandbuch der Trump-Organisation kopiert und war mit halbseidenen Behauptungen auf Stimmenfang gegangen. Sie hatten das Gerücht gestreut, der Kandidat Ben Carson plane, nach Iowa aus dem Wahlkampf auszusteigen. Das Kalkül dahinter: Potenzielle Carson-Wähler sollten für Cruz stimmen. Das Gerücht wies Carson später zurück und das Cruz-Team entschuldigte sich brav.

Damit könnte man die Sache zu den Akten legen. Doch am 9. Februar ist bereits die nächste Wahl, und zwar in New Hampshire. Und da will Trump die nächste Schlappe verhindern.

Der Immobilien-Tycoon wetterte öffentlich gegen Cruz, dieser habe ihn mit seiner Aktion um den Sieg gebracht. Trump versucht so schon einmal Boden gut zu machen für den Fall, dass es in dem kleinen Bundesstaat vielleicht doch nicht so gut laufen sollte, wie die Umfragen nahelegen.

Trump hasst Verlierer

Laut der University of Massachusetts Lowell führt Trump einsam in der Beliebtheitsskala mit 38 Prozent vor Cruz, der bei 14 Prozent liegt, und Marco Rubio, der auf zwölf Prozent kommt. In Iowa hatte Trump dagegen den Atem von Rubio schon im Nacken gespürt. Nur ein Prozentpunkt hatte die beiden Kontrahenten getrennt.

Trumps Problem ist: Er hasst Verlierer. Und der zweite Platz hinter Ted Cruz in Iowa hat ihn schlicht zum ersten Verlierer gemacht. Jetzt ist in sein Weltbild zumindest argumentativ wieder Ordnung eingekehrt: Er hätte gewonnen, wenn Cruz nicht „foul“ gespielt hätte.

New Hampshire ist ein eher verschlafener Bundesstaat der USA in Neuengland mit 1,3 Millionen überwiegend weißen Bürgern, berühmt für seine wildromantischen Landschaften und beliebt für Wasser- und Wintersport. Und für die Eigenwilligkeit und Freiheitsliebe seiner Bürger.

Laut der jüngsten Umfrage von Harper Polling liegt hier der New Yorker Geschäftsmann mit 31 Prozent Zustimmung bei der republikanischen Wählerbasis vorn. Mit 14 Prozent führt Jeb Bush, Bruder von Ex-Präsident George W. Bush, das Verfolgerfeld an, danach folgt John Kasich. Iowa-Sieger Ted Cruz kommt laut der Statistik auf harperpollling.com auf neun Prozent und liegt auf dem fünften Platz noch hinter Marco Rubio mit zehn Prozent.

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