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02.08.2016

06:50 Uhr

US-Wahl

Donald Trumps falsches Kalkül

VonAxel Postinett

Unzählige Male wurde Donald Trump schon für politisch tot erklärt. Doch nach dem verbalen Angriff auf die Eltern eines gefallenen muslimischen US-Soldaten wird er der Lage nicht mehr Herr. Ihm bleibt nur noch wenig Zeit.

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San Francisco Der verbissene Kampf des Präsidentschaftskandidaten Donald Trump gegen die Eltern des gefallenen US-Soldaten Humayun Khan geht in ihren sechsten Tag – und es ist keine Entspannung in Sicht. Khizr und Ghazala Khan, die Eltern des 2004 im Irak gefallenen Captains, sind sogenannte „Gold-Star-Eltern“. So werden in den USA respektvoll Eltern genannt, die ein Kind in einem der Kriege der USA verloren haben.

Die muslimischen Einwanderer aus Pakistan hatten vergangenen Donnerstag auf dem demokratischen Parteitag in einer emotionsgeladenen Rede die Politik Trumps demontiert. Der habe selbst noch nie etwas geopfert und wohl auch noch nie die Verfassung der USA gelesen. Sie würden ihm gerne ihre Kopie davon ausleihen. Trump hatte beleidigt geantwortet, er habe auch viel geopfert, er habe Arbeitsplätze geschaffen, und er suggerierte, dass die Mutter nur stumm neben dem sprechenden Mann gestanden habe, weil sie vielleicht ihre Religion dazu zwinge.

Der Gegenwind, der Trump danach aus allen Parteien und in der Öffentlichkeit entgegenblies, ist völlig unerwartet heftig und ausdauernd: Starke Kritik übte Präsident Barack Obama, der erklärte, er könne sich den „Blödsinn“ nicht mehr länger anhören, den manche über US-Soldaten sagten. Scharfe Worte gab es aber auch vom republikanischen Senator John McCain, der in einer unverblümt harschen Replik klarstellte, dass Trump zwar der Kandidat der Partei sei, ihm das jedoch keinen Freifahrschein ausstelle, um „die Besten unter uns“ zu diffamieren.

US-Wahlkampf: Ghazala Khan legt gegen Trump nach

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Die Angriffe von Donald Trump gegen die Eltern eines gefallenen muslimischen US-Soldaten traten eine Welle der Empörung los. Jetzt währte sich die Mutter des US-Soldaten in der Washington Post.

McCain sagte: „Ich hoffe, dass die amerikanischen Bürger verstehen, dass diese Aussagen nicht die Meinung der Partei, ihrer Führer und Kandidaten“ darstellten. McCain war selbst in Vietnam abgeschossen und in Gefangenschaft gefoltert worden. Trump hatte über ihn gesagt, er sei kein Kriegsheld. Er möge niemanden, der sich gefangen nehmen lasse.

Doch McCains klare Ansage ist mehr als eine persönliche Revanche. Er denkt an die Partei. Denn Trump ist nicht der einzige Kandidat, der am 8. November zur Wahl steht. Es stehen auch 34 von 100 Senatssitzen zur Disposition. Viele republikanische Senats-Kandidaten verzichten längst auf Wahlkampfauftritte von Trump.

Viele von ihnen blieben sogar dem Parteikongress vor zwei Wochen fern, um nicht in das Fahrwasser des exzentrischen Polit-Populisten zu gelangen. Die Angst: Um einen möglichen Präsidenten Trump zu verhindern und ihn in Schach zu halten, könnten viele Wähler vorsichtshalber einen demokratischen Senator wählen, um die republikanische Mehrheit kippen. Dann gäbe es wieder eine Machtbalance im Kongress.

Trump hat15 Konkurrenten weggebissen, vom Sprössling aus dem texanischen Politadel bis zum Quereinsteiger aus der Medizinbranche. Manche hatten nicht die Spur einer Chance. Andere verbrannten in wenigen Monaten über 100 Millionen Dollar, nur um sang- und klanglos unterzugehen. Wer immer sich mit Trump anlegt hat, wurde von ihm lächerlich gemacht und mit Spottnamen belegt – vom „Lying“ Ted, dem Lügner Ted, bis zur „crooked“ (korrupten) Hillary.

Trump hampelte auf der Bühne herum, um einen Kritiker mit einer körperlichen Behinderung zu demütigen. Bei Themen, die sich auf Frauen beziehen, erntete er johlende Zustimmung, sobald er über das Aussehen herzog oder „Frauenbeschwerden” als Erklärungsversuche für angeblich „unfaires“ Verhalten heranzog. Nichts schien dem Teflon-Kandidaten etwas anhaben zu können, der von sich sagt, er könnte auch jemanden auf der Straße erschießen und würde trotzdem noch gewählt.

Bis Donnerstag. Khan demontierte die Person Trump in wenigen Minuten, ohne dass sich das Sturmgewehr der Niveaulosigkeit wie gewohnt per Twitter wehren konnte. Erst spät konterte und ritt sich dabei immer tiefer in den politischen Schlamm.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

02.08.2016, 08:26 Uhr

 Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette

Account gelöscht!

02.08.2016, 08:51 Uhr

Der Irakkrieg war ein sinnloser Angriffskrieg der USA denen Menschen (Soldaten) einer falschen und aggresiven US Außenpolitik zum Opfer gefallen sind. Diese falsche US Außenpoliitk hat weiterhin als folge gehabt, dass der gesamte Nahe- und Mittlere Osten jetzt in Brand steht. Es wird sich zeigen wie die US Bürger abstimmen werden. Für eine kriegslüsternde Wallstreet Clinton oder für Trump.

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