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27.11.2016

12:23 Uhr

US-Wahlergebnis

Donald Trump flachst über Neuauszählung

Vor der Wahl sprach Donald Trump häufig davon, dass mit Manipulationen der Abstimmung zu rechnen sei. Nun, da er die Wahl gewonnen hat, will er davon nichts mehr wissen. Das Ergebnis sei zu respektieren.

„Wir müssen dieses Ergebnis akzeptieren und in die Zukunft blicken“, sagt der designierter US-Präsident. AP

Donald Trump

„Wir müssen dieses Ergebnis akzeptieren und in die Zukunft blicken“, sagt der designierter US-Präsident.

WashingtonDer designierte US-Präsident Donald Trump hat die Initiative für eine Neuauszählung der abgegebenen Stimmen in drei US-Staaten am Samstag scharf verurteilt. Bei dem Vorstoß der Kandidatin der Grünen Partei, Jill Stein, handele es sich um Betrug, hieß es in einer Erklärung seines Übergangsteams. Vor seinem Wahlsieg hatte Trump praktisch täglich davon gesprochen, dass die Abstimmung manipuliert werde. „Das Volk hat gesprochen, und die Wahl ist vorbei“, erklärte er nun. „Wir müssen dieses Ergebnis akzeptieren und in die Zukunft blicken.“

Das Wahlkampfteam der unterlegenen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton unterstützt den Vorstoß Steins für eine Neuauszählung der abgegebenen Stimmen in Wisconsin, Pennsylvania und Michigan. Der republikanische Wahlsieger Trump hatte diese demokratischen Hochburgen knapp für sich entschieden. Die Behörden in Wisconsin haben nach Eingang des offiziellen Antrags Steins bereits Schritte für eine Neuauszählung eingeleitet, der ersten in der Geschichte des Staats.

Da Clintons Team keine gerichtsfähigen Beweise für Hackerangriffe oder Versuche von außerhalb entdeckt habe, die Wahltechnik zu manipulieren, sei nicht geplant gewesen, dass es diese Option selbst verfolge, schrieb der Anwalt des demokratischen Wahlkampfteams, Marc Elias, am Samstag in einem Blog. Doch nun, da eine Neuauszählung in Wisconsin initiiert worden sei, werde sich Clintons Lager daran beteiligen, „um sicherzustellen, dass der Prozess auf eine Art abläuft, die für alle Seiten fair ist“.

Genauso werde Clinton in Pennsylvania und Michigan verfahren, sollte Stein auch dort entsprechende Anträge stellen, erklärte Elias. Dass sich das Wahlergebnis durch die Neuauszählungen ändert, gilt als höchst unwahrscheinlich.

Stein hatte landesweit ein Prozent der Stimmen erhalten. Sie hat erklärt, sie sei besorgt, dass es Hackerangriffe auf Wahlsysteme in den drei US-Staaten gegeben haben könnte. Steins Team schätzt, dass eine Neuauszählung in Wisconsin 1,1 Millionen Dollar (rund eine Million Euro) kosten werde. Bis Freitag hatte die Kampagne der Präsidentschaftskandidatin 4,8 Millionen Dollar (etwa 4,5 Millionen Euro) gesammelt, um Neuauszählungen in allen drei US-Staaten zu beantragen.

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