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03.06.2016

00:42 Uhr

US-Wahlkampf

Clinton hält Trump für ein Sicherheitsrisiko

Hillary Clinton fährt schwere Geschütze auf: Die Attacken auf Donald Trump werden heftiger. Die Kandidatin der Demokraten erklärt den republikanischen Widersacher für charakterlich unfähig, das Präsidentenamt auszuüben.

US-Wahlkampf

Clinton: „Trumps Ideen sind gefährlich“

US-Wahlkampf: Clinton: „Trumps Ideen sind gefährlich“

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San DiegoDie voraussichtliche Präsidentschaftskandidatin der US-Demokraten, Hillary Clinton, hat ihren bislang härtesten Angriff gegen ihren republikanischen Rivalen Donald Trump gefahren. In einer Rede im kalifornischen San Diego beschrieb sie den rechtspopulistischen Immobilienmilliardär am Donnerstag als Sicherheitsrisiko: „Wir können die Sicherheit unserer Kinder und Enkel nicht in die Hände von Donald Trump legen.“

Es sei unschwer vorstellbar, dass Trump als Präsident die Vereinigten Staaten in einen Krieg führen würde, bloß weil jemand „unter seine sehr dünne Haut geraten ist“, warnte die frühere Außenministerin. Sie bezeichnete den voraussichtlichen Präsidentschaftskandidaten der Republikaner als charakterlich unfähig, ein Amt auszuüben, „das Wissen, Stabilität und immenses Verantwortungsbewusstsein erfordert“. Trump sei niemand, dem die Codes für den Einsatz der US-Atomwaffen übergeben werden dürften.

Trump und Clinton im US-Wahlkampf: Auf einen Plausch mit der CIA

Trump und Clinton im US-Wahlkampf

Auf einen Plausch mit der CIA

Der US-Geheimdienstler müssen jeden Präsidentschaftskandidaten über die Weltlage unterrichten. Sie zweifeln nun, ob die streng geheimen Informationen bei Trump in guten Händen sind – und erwarten so manches Aha-Erlebnis.

Clinton ging unter anderem auf Trumps Äußerungen zur Nato ein. Der Immobilienmilliardär hat den derzeitigen Grad des Engagements der Vereinigten Staaten in der Allianz in Frage gestellt und und angedeutet, dass er als Präsident generell die Rolle der USA in der Welt deutlich zurückfahren würde.

Die Ex-Außenministerin bezeichnete Trump als jemanden, „der unsere Nato-Verbündeten im Stich lassen will“. Dabei seien dies die Länder, die zusammen mit den USA gegen den Terrorismus kämpften. Clinton unterstrich, dass die USA zu ihrem eigenen Schutz mit ihren Verbündeten zusammenhalten müssten. Die Alliierten stellten Operationsbasen für das US-Militär zur Verfügung und lieferten Geheimdiensterkenntnisse über potenzielle Bedrohungen.

Clinton attackierte Trump auch wegen dessen Lob für den russischen Präsidenten Wladimir Putin und den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un. „Ich werde es den Psychiatern überlassen, seine Zuneigung zu Tyrannen zu erklären“, spottete sie.

Noch während ihrer Rede konterte Trump im Kurznachrichtendienst Twitter: „Schlechter Auftritt der betrügerischen Hillary Clinton! Sie liest schlecht von ihrem Teleprompter ab! Sie sieht nicht einmal präsidentiell aus!“.

Das heftige Wortgefecht gibt einen Vorgeschmack darauf, mit welcher selbst für US-Verhältnisse ungewöhnlichen Härte der Kampf um das Weiße Haus im Herbst geführt werden dürfte. Viele Beobachter rechnen mit einem der erbittertsten Wahlkämpfe der jüngeren US-Geschichte.

Als Kandidaten für die Präsidentschaftswahl am 8. November stehen Trump und Clinton bereits seit Wochen so gut wie fest. Trump hatte Anfang Mai in den Vorwahlen seine beiden letzten Bewerber um die Kandidatur der Republikaner ausgeschaltet.

Clinton muss sich zwar noch mit dem Senator Bernie Sanders als parteiinternem Rivalen auseinandersetzen, doch fehlen ihr nur noch wenige Delegiertenstimmen, um das Quorum der absoluten Mehrheit beim Nominierungsparteitag im Juli zu erreichen. Diese Delegiertenstimmen dürfte sie sich bei den Vorwahlen am Dienstag in sechs Bundesstaaten, darunter Kalifornien, sichern.

Von

afp

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