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27.04.2015

20:22 Uhr

US-Wahlkampf

Clintons Cash-Probleme

VonAxel Postinett

Schulterklopfen mit Despoten, anrüchige Geschäfte in Russland, Ärger mit Geldflüssen ihrer Stiftung: Hillary Clintons Gegner haben Oberwasser – und orakeln bereits das Ende ihrer Präsidentschaftskandidatur herbei.

Spätestens seit Hillary Clinton ihre Präsidentschaftskandidatur bekannt gegeben hat, ist sie für die Republikaner die Zielscheibe Nummer eins. Fragt sich nur, was die Konservativen noch so im Köcher haben. ap

Hillary Clinton

Spätestens seit Hillary Clinton ihre Präsidentschaftskandidatur bekannt gegeben hat, ist sie für die Republikaner die Zielscheibe Nummer eins. Fragt sich nur, was die Konservativen noch so im Köcher haben.

San FranciscoJosh Ernest ist ziemlich ungehalten. Barsch weist der Sprecher des Weißen Hauses auf dem täglichen Pressebriefing Fragen der Reporter zu Berichten über Hillary Clinton zurück. „Ich war, sagen wir mal zurückhaltend, mehr als einmal in der Situation, den Präsidenten gegen Anschuldigungen in Büchern konservativer Autoren verteidigen zu müssen, die ohne irgendwelche Beweise dahergekommen sind. Das passiert jetzt Hillary Clinton. Und sie hat einen Sprecher angestellt, der dazu Fragen beantworten kann.“

Basta! Das Weiße Haus ist genervt und will nicht weiter belästigt werden. Aber ist es wirklich alles so einfach? Mit Sicherheit nicht: Es kam knüppeldick vergangene Woche und traf die Wahlstrategen der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton aus dem Nichts: Steuererklärungen der Familienstiftung, die auf einmal über fünf Jahre zurück korrigiert werden. Schulterklopfen mit Despoten, der Verkauf von amerikanischen Uranminen unter merkwürdigen Umständen an eine russische Firma, russische Großspender und astronomische Redehonorare für Bill Clinton, ausgerechnet als seine Frau Außenministerin war. Es gibt kein anderes Thema mehr im politischen Washington.

Grundlage ist ein Buch, das noch gar nicht auf dem Markt ist. Erst am 5. Mai wird „Clinton Cash – Wie und warum ausländische Regierungen und Unternehmen dabei geholfen haben, Bill und Hillary reich zu machen“ in die Bücherregale kommen, und der Trubel rund um die Veröffentlichung schadet den Verkäufen sicher nicht.

Der Autor, der Journalist Peter Schweizer, war Berater des republikanischen Präsidenten George W. Bush und Fellow der konservativen Hoover Institution an der Stanford Universität. Ein Umstand, den das Clinton-Lager als Kritikpunkt an der Unabhängigkeit verstanden wissen will. Der Autor hat in einem cleveren Schachzug exklusive Verwertungsverträge mit der New York Times, der Washington Post und dem konservativen TV-Sender Fox News abgeschlossen. Denen wurde erlaubt auf Basis der Buchrecherchen vorab eigene Geschichten zu veröffentlichen.

Vor diesem Hintergrund nahmen die Dinge ihren Lauf. Zuerst besprach die New York Times das Buch und deutete eher generell mögliche Probleme für Clinton durch Geldflüsse aus dem Ausland an. Es sei, so die NYT, „das meisterwartete und gefährlichste Buch“ für die stärkste Kandidatin der demokratischen Partei. Republikanische Kandidaten wie Rand Paul orakelten sofort das Ende von Clintons Politkarriere herbei. Aber das war bis dahin übliches Polittheater.

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In knapp anderthalb Jahren sind Präsidentschaftswahlen in den USA. Hillary Clinton kann in ihrem Wahlkampf auf erfahrene Profis zurückgreifen, die schon so manche Kämpfe für sie oder ihren Ehemann ausgefochten haben.

Andere Medien griffen das Thema auf, bisheriger Höhepunkt war dann eine Geschichte über den komplizierten Verkauf einer kanadischen Firma mit Uranminen in den USA und Kasachstan an einen russischen Investor durch die New York Times. Es geht um verschachtelte Geldflüsse, angebliche Einflussnahmen, eine Rede von Bill Clinton für Rekordhonorar, finanziert von einer russischen Bank.

Der Deal wurde während der Amtszeit von Hillary Clinton als Außenministerin eingefädelt. Es wird in dem Bericht zwar an keiner Stelle behauptet, sie habe persönlich das Geschäft beschleunigt. Tatsächlich waren neun Ministerien für die Zustimmung verantwortlich und niemand hatte widersprochen. Aber es werden Zusammenhänge konstruiert und mit Fragezeichen versehen.

Kommentare (1)

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Herr Peter Hubich

28.04.2015, 08:14 Uhr

Das alles hat schon ein besonders "Gschmäckle", wenn man noch dazu bedenkt:"Präsidentschaftskandidatur.Auch Deutschland hat an Clintons Stiftung gespendet
Mit Hillary Clintons Präsidentschaftskandidatur beginnt die Diskussion um ihre Finanziers. Sie bekommt nicht nur Geld für ihren Wahlkampf, sondern auch für wohltätige Zwecke – sogar vom deutschen Staat." http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/hillary-clinton-und-ihre-spender-deutschland-gehoert-dazu-13535492.html

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