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20.09.2012

08:05 Uhr

US-Wahlkampf

„Die Armen sind mir wichtig“

Erst äußert er sich abfällig über einen Teil der Obama-Wähler, jetzt rudert US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney zurück: Nur er - Romney - könne den Armen wirklich helfen.

Wahl-Umfragen

Romney auf Talfahrt

Wahl-Umfragen: Romney auf Talfahrt

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WashingtonNach seinem verbalen Fehltritt in einem Video bemüht sich der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney um Schadensbegrenzung. Bei einer Rede vor Wahlkampfspendern am Mittwoch in Atlanta im US-Staat Georgia sagte Romney, dass es ihm sehr wohl um alle Menschen im Land gehe. "Mein Wahlkampf dreht sich um die 100 Prozent in Amerika", sagte er. Zugleich versuchte er, den Fokus der Debatte wieder auf die Wirtschaft zu legen.

"Die Frage in diesem Wahlkampf ist nicht, wem die Armen und der Mittelstand wichtig sind. Mir sind sie wichtig, ihm sind sie wichtig", sagte Romney in Bezug auf US-Präsident Barack Obama. "Die Frage ist, wer den Armen und der Mittelklasse helfen kann. Ich kann es. Er kann es nicht."

In einem Video von einer privaten Spendenveranstaltung, das in den USA und auch in Teilen seiner eigenen Republikanischen Partei mit viel Kritik aufgenommen wurde, hatte Romney gesagt: "47 Prozent der Menschen werden für den Präsidenten stimmen, egal was passiert. Sie sind abhängig von der Regierung, glauben, dass sie Opfer sind, dass die Regierung verpflichtet ist, sich um sie zu kümmern, dass sie Anspruch haben auf eine Gesundheitsfürsorge, auf Lebensmittel, Wohnung, was auch immer."

Bei der Veranstaltung in Atlanta im US-Staat Georgia beharrte Romney auf seinem Standpunkt, welche Rolle die Regierung im Leben der US-Bürger übernehmen sollte. Amerika "funktioniert nicht mit einer Regierung, die sagt, werdet abhängig von der Regierung, werdet abhängig von Umverteilung", sagte Romney vor 900 Spendern. Er wies auf ein Video von Obama aus dem Jahr 1998 hin, in dem dieser - damals noch als Senator - erklärt hatte, er sei für Umverteilung, "zumindest zu einem gewissen Grad, der sicherstellt, dass jeder eine Chance hat". Romney skizzierte diese Ideen als Untergangsszenario für die US-Wirtschaft. "Das wird den amerikanischen Unternehmergeist töten, der unsere Wirtschaft über Jahre hinweg angetrieben hat", sagte er.

Das Team hinter Romney

Matt Rhoades

Romneys Wahlkampfmanager hat die Aufgabe, hinter den Kulissen für einen geschmeidigen Ablauf der Kampagne zu sorgen. Der 37-Jährige gilt als öffentlichkeitsscheuer und gewiefter Taktiker mit exzellenten Verbindungen zu konservativen Medien. Rhoades arbeitete bereits im Team des früheren US-Präsidenten George W. Bush für dessen Wiederwahl 2004. Bei Romneys erfolglosem Anlauf auf die republikanische Kandidatur 2008 fungierte er als Kommunikationsdirektor. Zwischenzeitlich war er bei der Lobbyfirma und Politikberatung DCI Group in Washington tätig.

Bob White

White gehörte in den 80er Jahren zu den Gründern der Investmentfirma Bain Capital und ist seitdem ein enger Vertrauter und Freund Romneys. Der Harvard-Absolvent war bereits bei Romneys gescheitertem Versuch dabei, dem mittlerweile verstorbenen demokratischen Senator Ted Kennedy 1994 dessen Sitz in Massachusetts abzunehmen. Auch wenn White im Wahlkampf 2012 keine offizielle politische Rolle ausfüllt, dürfte das Wort des treuen Wegbegleiters für Romney großes Gewicht haben.

Beth Myers

Die "Washington Post" beschrieb Myers kürzlich als Romneys "Büro-Ehefrau" und meinte damit die enge berufliche Beziehung, die beide verbindet. Während Romney von 2003 bis 2007 in Massachusetts als Gouverneur amtierte, war Myers seine Kabinettschefin. Vor vier Jahren nahm sie die Rolle der Wahlkampfmanagerin ein. Derzeit hat sie die Aufgabe, einen geeigneten Vize-Kandidaten für Romney auszusuchen. Ihre politischen Sporen verdiente sich Myers einst im Wahlkampfteam von Ronald Reagan im Jahr 1980.

Eric Fehrnstorm

Der gelernte Journalist ist ebenfalls einer der engsten Berater, der seit der Gouverneurszeit in Massachusetts zu Romneys innerem Kreis gehört. Zu seinem Verantwortungsbereich zählen vor allem die Wahlkampfspots. Im März leistete er sich einen Patzer, als er Romneys Kampagne mit einer Zaubertafel verglich - und damit den Eindruck erweckte, sein Chef könnte nach der Nominierung die erzkonservativen Töne aus dem Vorwahlkampf wegwischen und einfach durch moderatere Positionen ersetzen.

Peter Flaherty

Der frühere Staatsanwalt aus Boston arbeitete zunächst in Massachusetts und dann während der Präsidentschaftsbewerbung 2008 für Romney. Anschließend gründete er mit Myers und Fehrnstrom eine Politikberatung in Washington. Im Wahlkampfteam ist er dafür zuständig, Romneys Image bei der erzkonservativen und religiösen Wählerschaft aufzupolieren.

Spencer Zwick

Der erst 32-Jährige wacht über die Wahlkampfkasse von Romney, bereits vor vier Jahren war er für dessen Finanzen verantwortlich. Zwick lernte den Politiker als ehrenamtlicher Helfer bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City kennen, bei denen Romney Cheforganisator war. Beide verbindet mittlerweile ein fast familiäres Band: Romney und seine Frau Ann beschreiben den Mormonen als ihren "sechsten Sohn".

Der US-Showmaster David Letterman reagierte unterdessen auf eine Rede Romneys vor Wahlkampfspendern. Darin hatte Romney erklärt, Letterman hasse ihn, denn er sei öfter bei dessen Show-Konkurrent Jay Leno in der Sendung gewesen als bei ihm. Letterman sagte, dies sei kein Grund: "Warum sollte ich jemanden hassen, der das durchgemacht hat?" Amtsinhaber Obama war am Dienstag in Lettermans "Late Show" aufgetreten und hatte sich dort erstmals zu Romneys verbalem Fehltritt geäußert.

Von

dapd

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

20.09.2012, 12:35 Uhr

Wer ist dieser Mick Romney eigentlich, daß er im Hannes Wader Manier seine Texte verkündet? "Heute hier, morgen dort" oder frei nach Mick Romney: "Was ich heute hab verprochen, wird morgen gebrochen". Wenn Mick Romney sagt "Die Armen sind mir wichtig" dann nur als Gradmesser für seinen eigenen Reichtum. Vielleicht sollte er noch ein paar Jahre in die Vorschule, statt ihn auf die Welt als Präsident der USA loszulassen.

Nurmalso2011

25.09.2012, 09:21 Uhr

was für ein heuchlerisches Arschloch !

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