Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.01.2016

19:12 Uhr

US-Wahlkampf

Hillary Clinton und die Geister von 2008

Hillary Clinton muss Rückschläge im Wahlkampf verkraften. Ihr Gegenspieler Bernie Sanders liegt in manchen Umfragen plötzlich vorne. Und noch ein anderer Kandidat könnte ihr plötzlich gefährlich werden.

Hillary Clinton und Bernie Sanders duellieren sich um das Präsidentenamt. ap

Alle Achtung

Hillary Clinton und Bernie Sanders duellieren sich um das Präsidentenamt.

WashingtonEs sah gut aus für Hillary Clinton. Ein Jahr vor den Präsidentschaftswahlen in den USA führte die frühere Außenministerin das Bewerberfeld bei den Demokraten an. Sie war die Favoritin in den Umfragen, sie dominierte die TV-Debatten. Diese lästige Geschichte mit den Emails - sie ließ als Chefdiplomatin einst dienstliche E-Mails über einen privaten Server laufen - saß die 68-Jährige einfach aus. Und nun das, kurz vor den ersten Vorwahlen.

Plötzlich holt Bernie Sanders auf. Eine Umfrage geht von einem Kopf-an-Kopf-Rennen aus, eine andere prophezeit dem Senator von Vermont einen deutlichen Vorsprung in den Bundesstaaten, in denen Anfang Februar die ersten innerparteilichen Vorwahlen anstehen. Fünf Punkte Vorsprung hat er demnach in Iowa, eine andere Umfrage sieht ihn in New Hampshire gar mit 14 Punkten vor Clinton.

Letzteres mag auch damit zu tun haben, dass der Staat an Vermont grenzt. Trotzdem, der Ton zwischen den beiden Bewerbern wird schärfer, die Angriffe häufen sich. Am Sonntagabend steht wieder eine TV-Debatte an. Man könnte sagen, die Masken sind gefallen. Man könnte sagen, dass Clinton nervös wird. Holen die Geister von 2008 sie ein?

Obamas Reisepläne 2016

März

Im Gespräch ist Lateinamerika, möglich wären u.a. Kuba, Argentinien und Kolumbien. Von den Reisen nach Lateinamerika verspricht sich das Weiße Haus positive Effekte auf die breiten hispanischen Wählerschichten.

April

Deutschland (Besuch der Hannovermesse; andere Orte in Deutschland und Europa während dieser Reise sehr wahrscheinlich, aber noch nicht bekannt oder öffentlich). Die Europareisen sollen aus US-Sicht klarmachen, wie gut die USA im Vergleich wirtschaftlich dastehen.

Mai

G7-Gipfel in Japan (26./27.; im Gespräch ist auch ein Besuch Vietnams).

Juli

Nato-Gipfel in Polen (8./9.; Besuch anderer Länder in Europa sehr wahrscheinlich).

September

G20-Gipfel in China (4./5., evtl. auch ein Besuch Laos').

November

Apec-Gipfel in Peru (Termin noch nicht offiziell, aber in jedem Fall nach der US-Wahl am 8.11.).

Damals galt sie ebenfalls Langezeit als die Favoritin. Bis ein anderer in den Umfragen besser dastand: Barack Obama. Er gewann Iowa, sie gewann New Hampshire. Sie holte Michigan, er holte South Carolina. Er gewann viele andere Vorwahlen, sie ein paar weniger. Sie räumte ihre Niederlage ein, er wurde zum Kandidaten gewählt.

Und jetzt Bernie Sanders. Der 74-Jährige ist der erfahrenste Parlamentarier im Rennen, aber er ist niemand, der die breite Basis auf sich vereinen kann. Ein Linksaußen. Einer, der über sich sagt, er sei ein demokratischer Sozialist.

Clinton hat die großen Spender auf ihrer Seite, sie hat den finanziellen Rückhalt, sie kann die Amtserfahrung als Außenministerin vorweisen. In den letzten Tagen kamen noch einmal ein paar symbolträchtige Unterstützer hinzu. Aber Clinton ist nicht überall beliebt. Zu groß sei ihr Machtbewusstsein, zu autoritär ihr Führungsstil, lauten die Vorwürfe. Die Frau von Ex-Präsident Bill Clinton sei Teil einer Dynastie, keine Kandidatin des Volkes, die Authentizität fehle.

Dennoch zweifelte lange Zeit niemand daran, dass sie die uneingeschränkte Favoritin bei den Demokraten ist. Dass sie das Zeug hat, bei den Präsidentschaftswahlen im November die Republikaner zu besiegen - ob nun deren Kandidat Donald Trump, Ted Cruz oder Jeb Bush heißt. Jetzt sieht sie sich zur Offensive gezwungen: Sanders habe zweimal für ein Gesetz gestimmt, das Waffenhersteller vor Klagen schützt. Sanders wolle Obamacare rückgängig machen, also das Programm, das Millionen eine Gesundheitsversicherung ermöglicht. Sanders habe sehr viele große Ideen, aber verrate keinem, wie er sie bezahlen wolle.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×