Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.08.2012

11:53 Uhr

US-Wahlkampf

Obama greift Romney frontal an

Die Republikaner haben keinen guten Lauf: Ein Hurrikan erzwingt die Verschiebung des Parteitages, Kandidat Romney kämpft mit seinem Image. Obama schlägt in diese Kerbe - und wirft dem Gegner „extreme Positionen“ vor.

US-Präsident Barack Obama. dapd

US-Präsident Barack Obama.

WashingtonUS-Präsident Barack Obama soll seinen designierten Herausforderer Mitt Romney auch persönlich nicht ausstehen können. Wie in politischen Kreisen in Washington gemunkelt wird, will Obama schon allein deshalb die US-Präsidentenwahl in knapp zehn Wochen für sich entscheiden. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP bezeichnete er diese Gerüchte als Gerede, er kenne Romney persönlich gar nicht so gut. Aber was ihre politischen Ansichten angehe, lägen sie allerdings weit auseinander.

Romney vertrete "extreme Positionen" in wirtschaftlichen und sozialen Fragen, warf Obama dem Republikaner in dem am Samstag veröffentlichten Interview vor. Darin buhlte der Amtsinhaber, der in jüngsten Umfragen mit Romney fast gleich auf liegt, vor allem um die registrierten Wähler, die noch unentschlossen sind und somit wahlentscheidend sein dürften: immerhin fast ein Viertel.

Angst vor Hurrikan: Republikaner verschieben Parteitags-Auftakt

Angst vor Hurrikan

Republikaner verschieben Parteitag

Aus Angst vor Hurrikan-Schäden verschiebt die Partei ihr Treffen inFlorida um einen Tag

Obama steigt damit in die heiße Phase des Wahlkampfes ein - am Montag sollte eigentlich der Parteitag der Republikaner in Florida eröffnet werden, musste aber wegen eines Hurrikans um einen Tag verschoben werden. Eine Woche später feiern die Demokraten ihren Parteitag.

Sollte das Lager der Unentschiedenen Romney wählen, entschieden sie sich für einen Präsidenten, der seine Schäfchen womöglich auf Bankkonten auf den Bahamas und in der Schweiz ins Trockene gebracht habe, mit seiner Politik nur die Reichen unterstütze und Frauen das Recht auf Abtreibung nehmen wolle, sagte Obama bei dem am Donnerstag geführten Gespräch in der Bibliothek des Weißen Hauses.

Er räumte ein, dass er nicht alle seine Wahlversprechen habe umsetzen können. Die wirtschaftliche Lage sei jedoch den Fehlentscheidungen seines republikanischen Vorgängers, George W. Bush, geschuldet. Er, Obama, frage sich indes jeden Morgen und jeden Abend, ob er genügend für die rechtschaffenen Bürger des Landes, die kleinen Leute aus der Arbeiter- und Mittelschicht, getan habe. "Alles, was ich in den vergangenen dreieinhalb Jahren getan habe, drehte sich um die hart arbeitenden Amerikaner, die versuchen, den amerikanischen Traum für sich zu verwirklichen", fügte er hinzu.

Romney arbeite mit faktisch unehrlichen Argumenten, die ihn in den geplanten Fernsehduellen noch einholen könnten. Unwahre Fakten seien "von Angesicht zu Angesicht ein bisschen schwieriger zu verteidigen", sagte Obama. Der Amtsinhaber beschrieb seinen Kontrahenten als weit außerhalb der politischen Mitte stehend. Spielraum, einige dieser Positionen wieder zurückzunehmen, sehe er für Romney nicht.

Als Beispiele für "extreme Positionen" nannte der Präsident die Forderung Romneys nach Steuersenkungen, die laut Obama den Reichen auf Kosten aller anderen zugutekommen und das Land fünf Billionen Dollar (vier Billionen Euro) kosten würden. Zudem habe Romney gezeigt, dass er nicht bereit sei, Verantwortung zu übernehmen, wie es von einem US-Präsidenten erwartet werde. Als Beispiel nannte Obama Romneys Widerwillen beim Offenlegen seiner Steuer-Dokumente. Obama verwies ferner auf Romneys Widerstand gegen Steuererleichterungen für die Produzenten von Windenergie - besonders wichtig in einem heiß umkämpften Staat wie Iowa.

Analyse: Republikaner-Skandale belasten Romney

Analyse

Republikaner-Skandale belasten Romney

Die Republikaner zeigen sich konservativ und kompromisslos wie nie.

Auch auf das Thema Abtreibung ging Obama ein. Ein Präsident Romney würde sich nicht in den Weg stellen, wenn der Kongress ein Gesetz vorlegte, das Frauen das Recht auf die Entscheidung über das Austragen einer Schwangerschaft nähme, sagte Obama. Das republikanische Wahlprogramm, das auf einem Parteitag am Dienstag verabschiedet werden soll, sieht ein Abtreibungsverbot ohne Ausnahmen vor. Romney erklärte indes, dass er sich in Fällen von Vergewaltigung, Inzest oder Gefahr für das Leben der Frau nicht gegen eine Abtreibung wenden würde - und distanzierte sich damit von der Forderung des konservativen Senatskandidaten für Missouri, Todd Akin, nach einem Abtreibungsverbot auch im Falle einer Vergewaltigung. Die Aussage hatte landesweit für Empörung gesorgt.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

26.08.2012, 12:37 Uhr

Das Duell der Mega Marionetten.....
Und die Menschen schauen diesem Affenzirkus auch noch zu und glauben sie hätten eine Wahl.....
Armselig geht die Welt zugrunde....

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×