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01.05.2012

16:07 Uhr

US-Wahlkampf

Obama spielt den Bin Laden-Joker

Ein Jahr nach der Tötung des Al Kaida-Chefs versucht der US-Präsident neuen Profit aus der Aktion zu schlagen. Tatsächlich scheint die Terror-Organisation stark geschwächt. Die Republikaner wittern plumpen Wahlkampf.

Am 2.Mai 2011 feiert eine Menschenmenge die Tötung von Al Kaida-Chef Osama Bin Laden. dapd

Am 2.Mai 2011 feiert eine Menschenmenge die Tötung von Al Kaida-Chef Osama Bin Laden.

Washington/ParisAls eine kleine Einheit von US-Elitekämpfern Al-Kaida-Chef Osama bin Laden am 2. Mai 2011 im pakistanischen Abbottabad tötete, war US-Präsident Barack Obama im Lagezentrum des Weißen Hauses live dabei. Ein Fotograf hielt die bangen Momente im „Situation Room“ fest, auf einem Bild starrt der Präsident umringt von seinen engsten Beratern gebannt auf eine Videoleinwand. Obama ging mit der nächtlichen Kommandoaktion ein hohes Risiko ein. Ein Jahr später hofft er nun auf die politische Dividende - und brüstet sich im Wahlkampf mit der Tötung des meistgesuchten Terroristen.

„Der Oberbefehlshaber erhält eine Chance, die richtige Entscheidung zu treffen“, beginnt ein Internetvideo, das Obamas Wahlkampfteam vor wenigen Tagen veröffentlichte. Darin preist der frühere Präsident Bill Clinton die Courage seines Nachfolgers, unterlegt ist die Lobrede mit grünen Nachtsichtaufnahmen des Einsatzes und Fotos eines grübelnden Obama. „Er musste entscheiden. Und dafür ist ein Präsident angestellt“, doziert Clinton.

Dann stellen die Macher des Videos die Gretchenfrage: Wie hätte Mitt Romney in dieser Situation gehandelt, der höchstwahrscheinlich für die Republikaner bei der Wahl am 6. November gegen Obama antreten wird? Die Antwort folgt in Form einer Aussage, mit der Romney vor vier Jahren in US-Medien zitiert wurde: „Es lohnt sich nicht, Himmel und Erde in Bewegung zu setzen und Milliarden von Dollar auszugeben, nur um eine Person zu fangen.“ Obamas Wahlkämpfer wissen nur zu gut, dass Bin Laden für die Menschen in den USA mehr war als nur „eine Person“.

US-Präsident Barack Obama (2. v. l.) und seine Außenministerin Hillary Clinton (2. v. r.) waren vor einem Jahr live dabei, als das US-Kommando in Pakistan Al Kaida-Chef Bin Laden tötete. dapd

US-Präsident Barack Obama (2. v. l.) und seine Außenministerin Hillary Clinton (2. v. r.) waren vor einem Jahr live dabei, als das US-Kommando in Pakistan Al Kaida-Chef Bin Laden tötete.

Im diffusen Krieg gegen den Terror nach den Anschlägen vom 11. September 2001 stellte der bärtige Al-Kaida-Anführer ein Feindbild aus Fleisch und Blut dar. Die Attacken des Terrornetzwerks mit entführten Flugzeugen auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington versetzten der sich unverwundbar fühlenden Supermacht USA einen tiefen Schock. Der damalige republikanische Präsident George W. Bush gab die Devise aus, Bin Laden müsse gefasst werden - tot oder lebendig.

Bushs Nachfolger Obama erledigte den Job. „Der Gerechtigkeit ist Genüge getan“, sagte der Präsident, als er seinen Landsleuten die Nachricht vom Tod Bin Ladens überbrachte. Wenige Stunden zuvor hatten Hubschrauber etwa zwei Dutzend Soldaten der Eliteeinheit Navy Seals im Schutz der Dunkelheit zu Bin Ladens Anwesen in Abbottabad geflogen. Die Kämpfer stürmten das zweistöckige Haus und erschossen Bin Laden, der ganze Einsatz dauerte nur knapp 40 Minuten. Die Leiche des Al-Kaida-Chefs wurde auf einen im Arabischen Meer kreuzenden US-Flugzeugträger gebracht und auf See bestattet.

Mit dem gewagten Einsatzbefehl konnte Obama die Vorwürfe der Republikaner entkräften, ihm fehle der nötige Mumm beim Schutz der nationalen Sicherheit. Vizepräsident Joe Biden fasste die Bilanz von Obamas erster Amtszeit kürzlich mit dem Slogan „Osama bin Laden ist tot, General Motors lebt“ zusammen. Am Jahrestag von Bin Ladens Tötung am Mittwoch strahlt der TV-Sender NBC ein Interview aus, in dem der US-Präsident im „Situation Room“ die Schlüsselmomente des Einsatzes vor den Augen des Wahlvolkes noch einmal Revue passieren lassen kann.

Kommentare (7)

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gerhard

01.05.2012, 16:49 Uhr

Der Oberbefehlshaber erhält eine Chance, die richtige Entscheidung zu treffen“, beginnt ein Internetvideo, das Obamas Wahlkampfteam vor wenigen Tagen veröffentlichte (Zitat)
Es war und bleibt eine Lynchjustiz und eine solche Justiz ist unwürdig für einen demokratischen Staat. Der Betreffende hätte einer regulären Justiz vorgeführt werden können. Dieser Punkt ist immer noch nicht beweiskräftig geklärt worden, dass es sich um eine notwendige Tötung an Ort und Stelle geschehen musste - oder ?

Account gelöscht!

01.05.2012, 17:11 Uhr

Osama Bin Laden DER Terrorist überhaupt, sitzt da irgendwo verschanzt....man hätte ihn sonstwie holen können, sämtliche Infos von ihm rausquetschen können, der Führer der grössten Terrorcrew...man hätte mit dem alles mögliche anstellen können. Die amis aber knallen ihn kurz mal eben ab, und streuen den LEichnam den KEINER gesehen hat, irgendwo ins Meer. Hä??? Schon klar oder?

Sorry Leute, bei der WTC Story mal angefangen ist das alles glaube ich der grösste BEtrug der je an der Menschheit begangen wurde.

Account gelöscht!

01.05.2012, 18:06 Uhr

Aus tragischen persoenlichen Gruenden, habe ich derzeit keine Zeit hier zu posten. Aber hinsichtlich Obama lasse ich mich doch noch zum Statement hinreissen "Einer der groessten Blender und groessten Schuldenmacher ueberhaupt. Der hatte nie ein Konzept - nur grosse Worte."

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