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02.01.2012

16:59 Uhr

US-Wahlkampf

Republikaner starten wüsten Wahlkampf

Irgendwo in Iowa, zwischen Maisfeldern und Kuhställen, könnte ein Präsident gemacht werden. Der Agrarstaat macht den Auftakt zur republikanischen Kandidatenkür. Dabei gehe es so wüst wie nie zur Sache, urteilt die „Washington Post“.

Republikanischer Präsidentschaftskandidat Mitt Romney mit Familie in Iowa. Reuters

Republikanischer Präsidentschaftskandidat Mitt Romney mit Familie in Iowa.

Des MoinesEs bläst ein eisiger Wind durch Iowa. Mitten im Niemandsland der USA ist es nicht nur meteorologisch bitterkalt geworden - auch politisch geht es frostig zu. Wer dieser Tage das örtliche Fernsehprogramm einschaltet oder eine Lokalzeitung liest, dem bläst ein Wintersturm härtester Wahlwerbung ins Gesicht. Bevor der Bauernstaat an diesem Dienstag mit seiner Vorwahl offiziell den Kampf um die republikanische Präsidentschaftskandidatur eröffnet, gehen die Bewerber mit Propaganda-Geschützen aufeinander los.

Nach Monaten sanften Geplänkels hagelt es jetzt persönliche Tiefschläge. Da brandmarkt der sonst so nette Favorit in dem Vorwahlrennen, Mitt Romney, seinen derzeit schärfsten Rivalen Newt Gingrich als unwählbar, weil er doch mit Skandalen aus der Vergangenheit überladen sei. Die „Washington Post“ bezeichnet den Vorwahlkampf bereits jetzt als „wildestes republikanisches Rennen, an das sich überhaupt jemand erinnern kann“. „Newt (Gingrich) trägt mehr Gepäck mit sich herum als Fluggesellschaften“, lautet der Wahlslogan der Romney-Truppe. Doch auch Romney kriegt sein Fett weg, er sei nicht mehr als ein wankelmütiger „Karriere-Politiker“.

Kein Kandidat ist sicher vor den Anfeindungen, die den ganzen Tag im Fernsehen rauf und runter laufen. „Das ist in dieser Negativität beispiellos“, meint David Yepsen, der als Lokalreporter über zahlreiche Iowa-Wahlen berichtete. Der Grund für den brutalen Anzeigenkrieg: Selbst so kurz vor der ersten „Primary“ ist völlig offen, wer mit dem Selbstbewusstsein des Gewinners in weitere Rennen gehen kann und für wen das „Unternehmen Präsidentschaft“ mit einem schlechten Abschneiden quasi gescheitert ist.

Eine letzte Umfrage der Lokalzeitung „Des Moines Register“ wirbelte das Kandidatenfeld gerade erneut durcheinander. Der Langzeit-Außenseiter Rick Santorum darf plötzlich auf den Sieg hoffen, der Überraschungs-Favorit Newt Gingrich dagegen schmiert ab. Jetzt deutet wieder alles auf den soliden aber unbeliebten Matt Romney hin. Bis auf den chancenlosen Jon Huntsman kürten die Meinungsforscher schon jeden der bekannten Bewerber zum neuen Herausforderer von Amtsinhaber Barack Obama.

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