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18.09.2012

08:02 Uhr

US-Wahlkampf

Romney lästert über Obama-Wähler

In einem heimlich gefilmten Video beschimpft der US-Präsidentschaftskandidat der Republikaner die Wähler, die keine Einkommensteuer zahlen und staatliche Leistungen beziehen als "Opfer".

US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney lästert über Obama-Wähler. AFP

US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney lästert über Obama-Wähler.

So haben die Wähler Mitt Romney noch nicht gehört: Der Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner schmäht jene "47 Prozent der Menschen", die im November ohnehin für Barack Obama stimmen würden. Jene selbsterklärten "Opfer", die Ansprüche auf staatliche Leistungen erheben und keine Einkommenssteuern zahlen würden. Romney käme es wohl nie in den Sinn, vor laufender Kamera fast die Hälfte der Wählerschaft zu beschimpfen. Die explosiven Aussagen fielen bei einem Treffen mit reichen Spendern, von dem eine heimliche Videoaufnahme nun im Internet landete.

Romneys unverblümte Wählerschelte, die sich am Dienstag im Netz verbreitete und von den US-Medien aufgegriffen wurde, folgt auf eine Serie von Schnitzern, die den Herausforderer im Kampf um das Weiße Haus zurückgeworfen haben. Lange hatte es nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Obama und Romney bis zum 6. November ausgesehen. Doch 50 Tage vor dem Urnengang liegt der Präsident in landesweiten Umfragen sowie in mehreren möglicherweise wahlentscheidenden Bundesstaaten spürbar vorn.

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Das linksgerichtete Magazin "Mother Jones" hatte am Montag mehrere Ausschnitte von Romneys pikantem Plauderstündchen online gestellt. Die Teilnehmer des Spendendinners sitzen um einen Tisch, sie sind in den Aufnahmen unkenntlich gemacht. Der erlesene Kreis lauscht Romney, schwarze Krawatte, schwarzer Anzug, ein Vortrag im Stehen. "Mein Job ist nicht, mich um diese Leute zu kümmern", sagt er. "Ich werde sie niemals überzeugen, persönlich Verantwortung zu übernehmen und für ihre Leben zu sorgen."

Wann und wo das Video entstanden ist, war unklar. Zerknirscht räumte Romney noch am Montagabend ein, dass er sich "nicht elegant" ausgedrückt habe. Er habe "aus dem Steigreif" auf eine Frage geantwortet. An den Aussagen hielt der frühere Finanzinvestor und Gouverneur von Massachusetts aber fest.

Die heimlichen Aufnahmen spielen Obamas Wahlkampfteam in die Hände, das Romney als abgehobenen Multimillionär zu brandmarken versucht, der sich nicht um die Sorgen der Mittelschicht und Arbeitnehmerschaft schere. Wahlkampfmanager Jim Messina nannte die Äußerungen "schockierend". Es sei schwer, den USA als Präsident zu dienen, "wenn man die Hälfte der Nation geringschätzend abgeschrieben hat", erklärte Messina.

Im Sommer war das Rennen um das Weiße Haus noch eine enge Angelegenheit, leichte Vorsprünge für Obama in landesweiten Erhebungen lagen innerhalb der statistischen Fehlerquote. Seit dem Parteitag seiner Demokraten vor knapp zwei Wochen ist der Präsident aber im Aufwind, Demoskopen sehen ihn vier, fünf, sogar sechs Prozentpunkte vor Romney. Auch die besonders umkämpften Bundesstaaten Ohio und Florida neigen in Umfragen derzeit Obama zu.

Kommentare (8)

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Oelblase

18.09.2012, 09:07 Uhr

"Romney lästert über Obama-Wähler"

Nun. Warren Buffet und Bill Gates haben öffentlich gefordert, dass der Staat höhere Einkommenssteuern erhebt.

Das Handelsblatt sollte vielleicht öfters darauf hinweisen, dass in den USA die Einkommenssteuer auf Kapitalerträge ermäßigt ist. Wenn Romney so ein großer Held ist, dann sollte er nicht so viele Steuern (prozentual) zahlen, als ob er ein Geringverdiener ist.

Romney hat mit seinen Aussagen schon Recht. Allerdings ist er [...], und keinesfalls besser als Leistungsempfänger. Er ist viel schlimmer als Leistungsempfänger.[...]. +++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

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Account gelöscht!

18.09.2012, 10:00 Uhr

So langsam hoffe ich, dass Romney gewinnt. Damit die Amis mal sehen wie das ist wenn sie wieder einen marktliberalen Vollpfosten zum Präsidenten haben. Der wird das Land bzw. insbesondere deren Mittelschicht mal so richtig in die Sch... reiten!

Account gelöscht!

18.09.2012, 10:14 Uhr

Wie kann so ein Stümper allen Ernstes Präsidentschaftskanditat sein? Ich hatte zugegebenermaßen etwas Hoffnung auf jemanden der etwas von Witschaft versteht, inwelcher Form auch immer...aber mittlerweile degradiert er sich selbst zur Farce. Das so einer Präsident werden könnte, zeugt einfach nur vom maroden Gesamtzustand der USA...dann lieber nochmal Obama, der hat wenigstens noch Charisma. Romney ist raus.

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