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22.09.2012

08:45 Uhr

US-Wahlkampf

Romneys Steuern werfen neue Fragen auf

VonNils Rüdel

Der strauchelnde Mitt Romney geht in die Offensive: Wie versprochen hat der Präsidentschaftskandidat der Republikaner seine Steuererklärung für 2011 veröffentlicht. Doch die Dokumente lassen viele Frage unbeantwortet.

Den erhobenen Zeigefinger kann sich Mitt Romney trotz der Veröffentlichung erst einmal sparen. AFP

Den erhobenen Zeigefinger kann sich Mitt Romney trotz der Veröffentlichung erst einmal sparen.

WashingtonMitt Romney hat ein paar harte Tage hinter sich. Seit einer Woche bezieht der Präsidentschaftskandidat der Republikaner Prügel für Aussagen in einem Video, in dem er die Hälfte der Amerikaner in die Nähe von Sozialstaats-Schmarotzern gerückt hatte. Selbst Parteifreunde distanzierten sich von Romney, während Präsident Barack Obama in den Umfragen davonzog.

Zeit für einen Befreiungsschlag, dürften sich Romneys Berater gedacht haben – und kamen am Freitagnachmittag mit einer echten Überraschung: Nach monatelangem Druck und langen Versprechungen veröffentlichte der Kandidat endlich seine Steuererklärung für 2011.

Amerika weiß nun, dass Romney und Ehefrau Ann im vergangenen Jahr 13,7 Millionen Dollar verdient und davon 1,9 Millionen, also 14,1 Prozent, an den Staat abgeführt haben. Das ist ein niedrigerer Satz als bei vielen Landsleuten – doch Romney bezog sein Einkommen vor allem aus Investments, Dividenden und Zinseinkünften, und die werden in den USA deutlich geringer besteuert als Gehälter. Der Spitzensteuersatz liegt bei 35 Prozent.

Ein politisch heikles Thema: Obama macht sich für einen Mindeststeuersatz von 30 Prozent stark, den jeder mit einem Einkommen von mehr als einer Million Dollar zahlen soll. Diese Steuerpläne bezeichnete er als „Buffett-Regel“, benannt nach der Investoren-Legende Warren Buffett, der beklagt hatte, dass er einen niedrigeren Steuersatz zahle als seine Sekretärin.

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Romneys Rate hätte sogar noch niedriger als 14 Prozent gelegen, hätte er nicht einen kleinen Trick angewandt: Die Romneys spendeten 2011 die beachtliche Summe von rund 4 Millionen Dollar an Kirchen und Wohlfahrtsorganisationen. Anstatt aber den vollen Betrag von der Steuer abzusetzen, machten sie nur 2,2 Millionen geltend. Dadurch zahlten sie zwar mehr Steuern als sie mussten, hielten so aber den Steuersatz bei über 13 Prozent – jener Marke, die Romney stets beteuerte nie unterschritten zu haben. 

Mit den Veröffentlichungen vom Freitag nun hätte die elende Diskussion um Romneys persönliche Finanzen zu Ende sein können, die ihn seit dem Vorwahlkampf im vergangenen Jahr verfolgt und die zuletzt etwas abgeebbt war. Doch für seine Gegner fängt sie hier gerade erst wieder so richtig an. Schuld daran ist Romney selbst: Die Hunderten von Seiten, die auf Romneys Website einzusehen sind, werfen mehr Fragen auf als sie beantworten. Konkrete Angaben über die Jahre davor bleibt er weiter schuldig.

Statt wie bei Präsidentschaftsrennen üblich die Steuererklärungen der vergangenen Jahre vollständig vorzulegen, beließ es Romney bei einer notariell beglaubigten Bestätigung. Demnach hat er zwischen 1990 und 2009 jährlich mindestens 13,6 Prozent seines Einkommens ans Finanzamt abgeführt. Damit wiederlegt er immerhin den Vorwurf des demokratischen Senats-Mehrheitsführers Harry Reid, Romney habe in einigen Jahren gar keine Steuern gezahlt.

Kommentare (7)

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Oelblase

22.09.2012, 09:16 Uhr

Romney ist jemand, der weniger mit Intelligenz, als vielmehr mit Bauernschläue gesegnet ist.

Die Lohnsteuererklärung für das Jahr 2011 macht bekanntlich in 2012. Und vor Abgabe der Lohnsteuererklärung kann man viel behaupten. Und wenn jemand 4 Millionen vom zu versteuernden Einkommen absetzen kann, statt 2,5 Millionen, dann setzt er 4 Millionen ab.

Vor allem eine Heuschrecke wird doch niemandem was herschenken. Dieser Romney hält viele Menschen für dumm - dabei ist er vor allem selbst jemand, der einfach nur dumm ist. Ein Elefant im Porzellanladen [...]

+++Beitrag von der Redaktion editiert+++

Clowns

22.09.2012, 09:48 Uhr

Jeder Wahlkampf in den USA verwundert mich. Was für Kandidaten sich immer wieder bemühen Präsident dieses Landes zu werden. Besonders eigenartig, daß diese Hohlköpfe so viele Anhänger um sich scharen.
Ist das Amt des amerikanischen Präsidenten so unnütz? so unwichtig?

Account gelöscht!

22.09.2012, 10:13 Uhr

Denn Romney würde die Hegemonie der USA und die Existenz Israels beenden, weil er kein politisches Fettnäpfchen auslassen und seine Präsidentschaft ein einziges Irrtum sein wird.

Das ist genau das, was ich den USA und vor allem Israel wünsche.
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Aha, und können Sie uns mal erklären woher Ihr USA- und Judenhass kommt?

Waren es nich gerade die USA die uns vom Hitlerfaschissmus und dem Irrtum alle Juden vernichten zu müssen befreit haben? Wollen Sie, dass das Werk der Faschissten vollendet wird?

Sind es nicht gerade Staaten wie Iran, mit den derzeitigen dortigen Verbrecher-Regiemen, vor denen wir uns gemeinsam mit den USA und Israel schützen müssen?

Ihr Kommentar ist einfach nur schändlich!

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