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03.08.2016

06:53 Uhr

US-Wahlkampf

Trump legt sich mit den Promis in seiner Partei an

Bei den Veteranen und Soldaten des US-Militärs verspielt Donald Trump seinen Kredit. Doch auch in der eigenen Partei macht er sich prominente Feinde. Erneut hat sich US-Präsident Obama in den Wahlkampf eingeschaltet.

Donald Trump mit dem Vietnam-Veteranen Louis Dorfman, der dem Milliardär seine Purple-Heart-Medaille geschenkt hat. Reuters

Trump

Donald Trump mit dem Vietnam-Veteranen Louis Dorfman, der dem Milliardär seine Purple-Heart-Medaille geschenkt hat.

AshburnDer US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat erneut mit einem Kommentar zum Kampfeinsatz von US-Soldaten heftige Kritik ausgelöst. Der Republikaner hatte am Dienstag stolz berichtet, dass ihm ein Irak-Veteran seine Purple-Heart-Medaille geschenkt hatte. Die Auszeichnung wird an verletzte Soldaten verliehen. Trump sagte nach eigener Schilderung dem Offizier, der ihm die Medaille gab: „Die Purple Heart wollte ich schon immer. So ist es viel einfacher.“

Wie der Immobilienmilliardär während eines Wahlkampfauftritts im Bundesstaat Virginia berichtete, hatte er den Soldaten gefragt, ob die ihm geschenkte Medaille die echte oder eine Kopie sei. Der Mann habe ihm geantwortet, es sei die echte: „Ich habe solches Vertrauen zu Ihnen.“ Trump nannte dieses Geschenk eine „Ehre“.

Doch für seinen Kommentar, es sei „einfacher", sich die Medaille schenken zu lassen als sie sich im Kampfeinsatz zu verdienen, geriet Trump rasch in die Kritik. Seine Rivalin Hillary Clinton schrieb im Internetdienst Twitter, diese Bemerkung komme von einem Mann, der behaupte, „sich für unser Land 'geopfert' zu haben“.

Die Demokratin bezog sich damit auf die Kontroverse Trumps mit den muslimischen Eltern eines US-Soldaten, der im Jahr 2004 im Irak getötet worden war. Der Vater Khizr Khan hatte dem Immobilienmogul in der vergangenen Woche beim Parteitag der Demokraten vorgehalten, im Gegensatz zu ihm „nichts und niemanden geopfert“ zu haben. Trump konterte daraufhin in einem Fernsehinterview, er habe sehr wohl „eine Menge Opfer“ erbracht. Er arbeite „sehr, sehr hart“ und habe zehntausende Jobs geschaffen.

In den sozialen Netzwerken wurde Trumps Bemerkung zu der Purple-Heart-Medaille nun innerhalb kürzester Zeit zum Topthema. Viele Nutzer erregten sich darüber, dass der Immobilienmogul selber nicht in der Armee gedient hatte, sich nun aber über die Medaille freue. Der bekannte Politologe Peter Singer schrieb beispielsweise auf Twitter: „Nein, Donald, wiederholte selbstverschuldete Verletzungen im Wahlkampf berechtigen nicht zur Purple Heart.“

Die „New York Times“ hatte am Dienstag berichtet, wie Trump als junger Mann um den Kriegseinsatz in Vietnam herumgekommen war. Vier Mal wurde er demnach wegen seiner Studien vom Wehrdienst befreit, das fünfte und letzte Mal aufgrund eines medizinischen Attests: Bescheinigt worden sei ihm seinerzeit, unter Knochenspornen an den Fersen gelitten zu haben. Dies sind knöcherne Auswüchse auf den eigentlichen Knochen.

Der Milliardär hatte derselben Zeitung erst vor einem Monat gesagt, dass sein damaliges Fußproblem nur ein vorübergehendes gewesen sei. Er sei wegen der Sporne nie operiert worden, und seine Füße seien von allein verheilt.

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